Zusammenfassung
- Fragmente auf mehreren Mitgliedslinks teilten eine Sequenz des gesamten Bundles. B und E markierten Paketanfang und -ende; die Nummer stieg pro Fragment und begann weder pro Paket noch beim Hinzufügen eines Links neu.
- Der gemeinsame Vertrag verlangte keine gleich großen Fragmente und keinen einheitlichen Scheduler. Kleine Pakete konnten ungeteilt bleiben; MRRU begrenzte die zugesagte Rekonstruktionsgröße.
- Der FCS jedes Links schützte sein Fragment, nicht das wieder zusammengesetzte Paket. Endpoint Discriminator half bei der Zuordnung, war aber kein Berechtigungsnachweis; Bandbreite und Priorität erhielten getrennte Erweiterungen.
Mehr Kapazität ohne zweiten Netzwerkzustand
Wenn zwei PPP-Leitungen unabhängig auftreten, verdoppeln sich nicht nur die Bits pro Sekunde. Auch Adressen, Network Control Protocols und Betriebszustände werden getrennt. Verteilt ein Sender dagegen Teile eines Pakets ohne gemeinsame Ordnung, kann ein schneller Link sein späteres Stück vor dem langsameren ersten Stück liefern.
Multilink setzte zwischen diese Modelle das Bundle. Jedes Mitglied behielt Framing, LCP und Authentisierung. Netzwerkprotokolle konnten in der Regel einmal für das Bundle ausgehandelt werden. Ein Mitglied durfte hinzukommen oder verschwinden, ohne den darüberliegenden Zustand zwangsläufig neu aufzubauen.
RFC 1717 beschrieb den Ansatz 1994 mit mehreren ISDN-B-Kanälen als wichtigem Beispiel. RFC 1990 ersetzte ihn 1996 und präzisierte Verhandlung und Sequenz. Die Bezeichnung Bandbreitenbündelung greift zu kurz: Das eigentliche Konstrukt war ein kleiner gemeinsamer Zustand, der wechselnde physische Mitgliedschaft überlebte.
Geteilt wurde das logische PPP-Paket
Der Sender ergänzte am Netzwerkpaket zunächst das gewöhnliche PPP-Protocol-Feld. Address, Control, Flags und FCS eines konkreten Mitglieds waren noch nicht Teil dieses Objekts. Das so gekapselte Paket konnte MP zerlegen.
Jedes Stück reiste unter PPP-Protokoll 0x003d mit einem Multilink-Header. Das erste Fragment begann mit dem ursprünglichen Protocol-Feld. B kennzeichnete den Anfang, E das Ende. Beide Bits konnten zugleich gesetzt sein, wenn ein Fragment das vollständige Paket trug.
Fragmentierung war damit nicht für jedes Paket vorgeschrieben. Kleine Pakete durften ganz bleiben, andere mussten nicht gleichmäßig aufgeteilt werden. Ein Scheduler konnte Fragmentgrößen an Linkraten anpassen oder eine andere lokale Strategie wählen. Der Empfänger musste diese Entscheidung nicht kennen; Ordnung und Paketgrenzen genügten.
Die Spezifikation definierte die gemeinsame Sprache, nicht den maximal möglichen Algorithmus. Das hielt Performance-Entscheidungen aus dem Interoperabilitätskern heraus.
Die Nummer gehörte dem Bundle
Der normale Header führte eine 24-Bit-Sequenznummer. Ein 12-Bit-Kurzformat war verhandelbar, musste aber im gesamten Bundle einheitlich sein. Jedes Fragment erhielt den nächsten Wert.
Die Nummer startete nicht mit jedem Originalpaket neu. Auch ein neu beitretender Sekundärlink setzte sie nicht zurück. Nur ein tatsächlich neues Bundle begann bei null. Sonst könnten kleine Nummern auf dem neuen Mitglied wie alte, verspätete Fragmente eines anderen Links wirken.
Der Empfänger führte eine Reassembly-Struktur für das Bundle. Unterschiedliche Raten und Laufzeiten erzeugten normale Umordnung. Deshalb beobachtete er den Fortschritt jedes aktiven Mitglieds und bestimmte den kleinsten Wert, den alle überschritten hatten. Fehlte darunter noch ein Fragment, konnte es nicht bloß auf einem langsameren Link unterwegs sein. Unvollständiges Material ließ sich verwerfen und die Rekonstruktion fortsetzen.
Puffer beseitigten die Ungewissheit nicht. Ihr Bedarf hing von Verzögerung, Rate und Fragmentgröße ab. RFC 1990 stellte klar, dass kein Puffer einen Peer sicher erkennen kann, der ein Paket zurückhält. Sequenzierung begrenzt Rekonstruktion; sie garantiert keine Zuverlässigkeit.
Saubere Linkprüfungen ergaben noch kein vollständiges Paket
Jedes Mitglied rahmte sein MP-Fragment als normales PPP und berechnete den eigenen FCS. Ein gültiger FCS belegte die Prüfung dieses Fragments auf diesem Link. Über das wieder zusammengesetzte Gesamtpaket legte MP keinen zusätzlichen FCS.
Zehn Fragmente können fehlerfrei sein, während ein elftes fehlt. Das Paket bleibt unvollständig. Saubere FCS-Zähler und vollständige Bundle-Zustellung sind daher verschiedene Aussagen.
MP legte auch keinen einzigen Mechanismus zur Linkfehlererkennung fest. LQM oder LCP Echo konnten Hinweise liefern, blieben aber separat. Zuverlässige Zustellung auf einem Mitglied erforderte die eigene Aushandlung von PPP Reliable Transmission. MP ordnete und setzte zusammen; es übernahm weder Wiederholung noch Anwendungsbestätigung.
Eine Diagnose muss Mitgliedszustand, Framing/FCS, letzte Sequenz pro Link, Bundle-Minimum, Lücken, unvollständige Verwerfungen, vollständige Übergaben und Anwendungsergebnis getrennt halten. Ein einziges grünes Bundle-Signal löscht die Kette.
MRRU war eine Rekonstruktionszusage
Maximum Reconstructed Receive Unit gab das größte wiederhergestellte Informationsfeld an, das der Empfänger im Bundle akzeptierte. Es war nicht die MRU eines physischen Mitglieds. Dieses musste nur sein Fragment tragen; das logische Paket durfte innerhalb der MRRU größer sein.
Die LCP-Option MRRU hatte Typ 17 und signalisierte ausdrücklich Multilink-Empfang beziehungsweise Bundle-Beitritt. RFC 1990 verlangte mindestens 1500 Oktette und entfernte einen unklaren Default. Das kurze Sequenzformat hatte Typ 18.
Endpoint Discriminator, Typ 19, half zu entscheiden, ob mehrere Links denselben Peer erreichten und in dasselbe Bundle gehörten. Er bewies weder MP-Fähigkeit noch Identität. Einige Klassen waren nur lokal vergeben. Der Magic-Number Block war höchstens wahrscheinlich eindeutig und wurde als Datenbank- oder Authentisierungsschlüssel verworfen, wenn echte Authentisierung verfügbar war.
Der Wert ließ sich fälschen. Für einen sicheren Beitritt verlangte RFC 1990 PPP-Authentisierung. Eine Zuordnungshilfe erteilte keine Berechtigung.
Ein zusätzlicher Anruf war eine andere Entscheidung
Das Basissystem erlaubte wechselnde Mitglieder, entschied jedoch weder Zeitpunkt noch kontrollierenden Peer einer Bandbreitenänderung. RFC 2125 gab BACP die Auswahl des Controllers und BAP die Anforderung zum Hinzufügen oder Entfernen samt Anrufstatus.
Ein erfolgreicher Anruf belegte nur diesen Kontrollschritt. Er bewies nicht die richtige Konfiguration, tatsächlich übertragene MP-Fragmente, höheren Durchsatz oder eine zugestellte Anwendungstransaktion.
Auch Latenz erhielt eine eigene Erweiterung. RFC 2686 zeigte, dass 1500 Bytes bei 28,8 kbit/s rund 400 Millisekunden belegen und eine Unterhaltung nahe an eine Sekunde Round Trip bringen können. Mehrere Fragmentklassen ließen dringende Daten dazwischen. Die Basissequenz löste Wiederzusammensetzung, nicht jede Prioritätspolitik.
Das Bundle war eine Mindestvereinbarung
Gemeinsam waren MP-Fähigkeit, MRRU, ein Headerformat, B/E-Grenzen und ein Sequenzraum. Fragmentgröße, Linkwahl, Fehlererkennung, Anrufpolitik und Priorität blieben lokal oder optional.
Das Bundle löschte die Mitglieder nicht aus und war keine zentrale Autorität. Es enthielt nur genug gemeinsame Bedeutung, damit unterschiedliche Scheduler dasselbe Paket rekonstruieren konnten.
0x003d belegt eine MP-Darstellung am Messpunkt. B/E und Sequenz belegen behauptete Fragmentpositionen, MRRU eine verhandelte Grenze, ein Discriminator eine Zuordnungshilfe. Vollständige Lieferung, Identität, Bandbreitengewinn und heutige Nutzung benötigen laufende Captures, Mitgliedszähler, abgeschlossene Reassemblies und Ergebnisse der oberen Schicht.
Quellen
Mitgliederbriefing
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