Zusammenfassung

  • Abrechnungseinheit von EC2 Mac ist der Dedicated Host. Die sekundengenaue Messung steht neben einer Mindestzuweisung von 24 Stunden; ein beendeter Build gibt den Host nicht automatisch frei.
  • Beim Bereinigen nach Stopp oder Terminierung setzt AWS die Abrechnung aus. Der Host ist währenddessen auch für den nächsten Einsatz gesperrt. Eine kleinere Rechnung kann deshalb mit einer längeren Warteschlange zusammenfallen.

Ein leerer Kostenbalken sieht nach Erfolg aus. Bei EC2 Mac kann er aber einen Host zeigen, auf dem gerade niemand arbeiten darf. AWS berechnet die Bereinigung nach dem Stoppen oder Terminieren einer Instanz nicht. Die nächste Instanz muss trotzdem warten. Für den Einkauf ist diese Kombination aufschlussreicher als die vertraute Klage über bezahlten Leerlauf.

Zunächst kauft der Kunde eine ziemlich große Einheit. Die EC2-FAQ von AWS nennt sekundengenaue Abrechnung bei einer Mindestzuweisung des Dedicated Host von 24 Stunden. AWS begründet die Mindestdauer mit der Softwarelizenz von Apple für macOS. Nach Ablauf des Minimums lässt sich der Host ohne weitere Bindung an seine Nutzung freigeben.

Der Zähler ist fein, die kleinste Bestellung deutlich gröber. Wer nur die Laufzeit eines Builds anzeigt, zeigt daher einen Teil der Produktion, aber noch keine vollständige Beschreibung des Einkaufs.

Die Maschine bleibt die Einheit

Laut EC2-Mac-Dokumentation ist der Dedicated Host die Abrechnungseinheit; für die darauf laufende Instanz fällt kein zusätzlicher Instanzpreis an. Ein Host trägt genau eine Mac-Instanz. Das Angebot läuft auf dedizierter Hardware und dient etwa dazu, Anwendungen für Apple-Plattformen zu entwickeln, zu bauen, zu testen und zu signieren.

Das ist ein handfester Zugang zu einer passenden Umgebung innerhalb der Cloud. Es ist zugleich ein Kauf von Kapazität, nicht bloß ein Verkauf fertig ausgeführter Compiler-Minuten. Eine schnellere Ausführung kann die bestellte Maschine früher unbeschäftigt zurücklassen, ohne die Mindestzuweisung zu verkürzen.

Der Host lässt sich innerhalb derselben AWS-Organisation zwischen Konten und Organisationseinheiten teilen. Teilen verändert den Kreis der Nutzer, nicht die Regel von einer Mac-Instanz pro Host. Wer Arbeit bündeln will, muss weiterhin entscheiden, welche Umgebungen und Aufträge sich vertragen und wann ein Wechsel nötig wird.

Die Preisseite für Dedicated Hosts nennt für EC2 Mac ausdrücklich eine Mindestdauer von 24 Stunden für Zuweisung und Abrechnung. Das allgemeine Minimum von 60 Sekunden bei anderen Hosts gehört nicht in diese Rechnung. Auch die Bedienhandlungen bleiben getrennt: Die Instanz stoppen oder terminieren und den Host freigeben sind nicht dieselbe Operation.

Für interne Kostenstellen entsteht daraus ein Verteilungsproblem. Ein Auftrag löst eine neue Zuweisung aus, ein anderer nutzt bereits gekaufte Kapazität. Beide können gleich lange laufen und trotzdem sehr unterschiedliche zusätzliche Einkäufe verursachen. Wer alles nach erfolgreicher Ausführungszeit umlegt, macht den Auslöser der Kapazitätsbestellung unsichtbar.

Sauber, kostenlos, noch nicht verfügbar

Die Anleitung zum Stoppen und Terminieren beschreibt den Übergang. Nach beiden Eingriffen wird der Host bereinigt: Die interne SSD wird gelöscht, dauerhafte NVRAM-Variablen werden zurückgesetzt und die Firmware wird aktualisiert. Im Zustand pending pausieren Messung und Abrechnung. Für diese Bereinigungsdauer verlangt AWS kein Geld.

Die gestoppte Instanz lässt sich in dieser Zeit nicht wieder starten; auch eine neue Instanz kann auf diesem Host nicht anlaufen. Erst nach Abschluss der Bereinigung steht er wieder als available zur Verfügung. Der kostenlose Abschnitt auf der Rechnung bleibt also ein belegter Abschnitt im Kalender.

AWS nennt für x86-Macs bis zu 50 Minuten, bei nötiger Firmware-Aktualisierung bis zu drei Stunden. Bei Apple-silicon-Macs kann die Bereinigung bis zu viereinhalb Stunden dauern. Das sind mögliche Dauern, keine beobachteten Mittelwerte und kein festes Zeitpolster für jeden Auftrag. Sie widerlegen aber die bequeme Planungsannahme, auf jeden Stopp könne unmittelbar der nächste Start folgen.

Diese Arbeit gehört zum Wechsel des Maschinenzustands. Ein neues Projektetikett beseitigt keine alten Daten oder Einstellungen. Für den Käufer ist die Wechselzeit deshalb ein Bestandteil der Kapazitätsplanung. Sie als störende Pause wegzudefinieren, verbessert weder die Trennung der Einsätze noch den nächsten Liefertermin.

Die Quellen enthalten keine Musterrechnung, die eine bestimmte Bereinigungsdauer mit dem 24-Stunden-Minimum verrechnet. Dafür braucht man den tatsächlichen Zustandsverlauf und die Rechnung. Ein pauschaler Abzug von viereinhalb Stunden wäre erfunden; eine durchgehend kostenpflichtige Reinigung ebenso. Zuweisungszeit, abgerechnete Zeit und nutzbare Zeit sind verschiedene Größen.

Bereitschaft hat einen eigenen Nutzen

Schon vor der eigentlichen Arbeit liegt Vorbereitung. Mit von AWS bereitgestellten Images dauert der Start bis zur Verbindungsbereitschaft ungefähr sechs bis zwanzig Minuten. EBS-Größe, Startskripte und Software in eigenen Images können ihn verlängern. Ein Build-Protokoll, das erst bei der Ausführung beginnt, lässt diesen Teil der Lieferung außen vor.

Darum kann es wirtschaftlich vernünftig sein, passende Aufträge innerhalb einer bestehenden Zuweisung zu bündeln. Es kann ebenso vernünftig sein, eine vorbereitete Umgebung für einen dringenden nächsten Einsatz zu halten. Welche Entscheidung passt, hängt daran, was der Betrieb verspricht: eine günstige Position in der Warteschlange oder die Möglichkeit, sofort anzufangen.

Hohe Auslastung allein beantwortet diese Frage nicht. Jobs mit unterschiedlichen Anforderungen an Umgebung und Isolation lassen sich nicht beliebig zusammenwerfen. Und ein voll ausgelasteter Host kann für einen unerwarteten dringenden Auftrag gerade keinen freien Platz bieten. Die Kennzahl muss zur versprochenen Leistung passen.

EC2 Mac wird On-Demand angeboten, nicht als Spot oder Reserved Instances. Savings Plans können die Ausgaben senken. Ein Preisnachlass macht aus einem gerade bereinigten Host jedoch keinen einsatzbereiten. Einkaufspreis und Bereitschaft bleiben getrennte Hebel.

Für eine konkrete Halten-oder-Freigeben-Entscheidung fehlen die tatsächlichen Ankunftszeiten der Arbeit, Belegung, Preise und Kosten des Wartens. Diese Daten können die Wahl ändern. Bis dahin ist wenigstens klar, was die schnelle Ausführung nicht verrät: ob eine Firma die kleinste nötige Bestellung aufgibt und ob die nächste Arbeit rechtzeitig beginnen kann. Eine sekundengenaue Rechnung liefert beides nicht automatisch mit.