Zusammenfassung
- Saisonale Grafiken sollten eBird-Nutzer von wenigen Tageshöhepunkten zu vollständigen Listen für genauer bezeichnete Orte führen.
- Die Bestätigung einer vollständigen Liste machte fehlende Arten als Nichtentdeckungen einer bestimmten Suche interpretierbar; Angaben zum Aufwand lieferten den Kontext.
Eine Null sieht bescheiden aus. In einer Beobachtungsdatenbank kann erstaunlich viel Arbeit darin stecken. Jemand muss gesucht haben, Ort und Aufwand beschreiben und erklären, ob alle identifizierten Arten gemeldet wurden. Erst dann bekommt ein fehlender Eintrag einen brauchbaren Sinn. eBird musste dafür Menschen gewinnen, deren schönste Ausflugserinnerung häufig gerade der eine außergewöhnliche Vogel war.
Das Projekt des Cornell Lab of Ornithology startete 2002 in Nordamerika. Bis 2010 war die weltweite Dateneingabe geöffnet. Die anfängliche Resonanz fiel verhalten aus. In ihrem Bericht von 2011 beschrieben die Verantwortlichen, wie persönliche Beobachtungsarchive, Listen und Vergleichsmöglichkeiten den Dienst attraktiver machten. Wer Daten ablieferte, bekam Hilfe für das eigene Hobby zurück.
Besonders geschickt verbanden saisonale Balkengrafiken beide Interessen. Sie zeigten, auf welchem Anteil der eingereichten Listen eine Art vorkam. Damit ließ sich der nächste Besuch planen. Die Entwickler wollten ausdrücklich weg von zwei oder drei Höhepunkten eines ganzen Tages und hin zu vollständigen Listen einzelner, genauer lokalisierter Aufenthalte. Je besser die Listen, desto nützlicher die Grafik. Ein Allerweltsvogel hatte plötzlich einen überzeugenden Grund, ebenfalls eingetippt zu werden.
Beim Eintragen brauchte es zunächst Art, Datum und Ort. Dazu kam eine entscheidende Frage: Hatte der Beobachter alle entdeckten Arten gemeldet? Die meisten Einträge enthielten außerdem die Anzahl der Vögel und Angaben zur Suche, etwa Beginn, Dauer oder Strecke. So bekam jede Liste einen Rahmen. Regelmäßige Beobachtungen im eigenen Garten lieferten wiederholte Stichproben. Dafür musste man kein Meister der Artenbestimmung sein.
Der Nutzen dieser Frage zeigte sich in der Auswertung. Der Fachaufsatz von 2014 beschrieb einen Forschungsdatensatz, der genau solche bestätigten Listen auswählte. Darin waren alle Arten verzeichnet, die der Beobachter erkannt hatte. Für eine ungemeldete Art konnte deshalb eine Null stehen: Bei dieser Suche wurde sie nicht entdeckt oder nicht erkannt.
Mit der Null blieb die Beschreibung der Suche verbunden. Eine kurze Pause am Weg und ein langer Spaziergang bieten unterschiedliche Chancen, einen Vogel zu entdecken. Dauer und Strecke halfen den Forschern, solche Unterschiede bei der Auswertung zu berücksichtigen. Der Aufwand hinter dem Eintrag gehörte damit zum Ergebnis.
Die Datenprüfung blieb ebenfalls eine Aufgabe mit Personalbedarf. Regionale Filter markierten Arten oder Anzahlen, die für den jeweiligen Monat ungewöhnlich waren. Prüfer konnten anschließend beim Beobachter nachfragen. Der automatische Hinweis organisierte die Aufmerksamkeit; die Beurteilung der zusätzlichen Angaben musste jemand übernehmen.
Als Anwendungsbeispiel zeigte der Bericht von 2011 saisonale Informationen über Watvögel in Montezuma National Wildlife Refuge, die das Management der Wasserstände informieren konnten. Von einer Freizeitbeobachtung bis zu solchen Nutzungen führte der Weg durch unscheinbare Formularfelder. Das Netz machte die Meldung bequem. Der Dienst musste dafür sorgen, dass auch der Rest des Ausflugs auf der Liste landete. Für die Forschung durfte ein Tag ruhig ereignisarm sein. Gut beschrieben musste er sein.
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