Zusammenfassung

  • Deutsche Telekom erzielte im zweiten Quartal 29,933 Milliarden Euro Umsatz, berichtete 4,4 Prozent und organisch 3,3 Prozent mehr; der Serviceumsatz betrug 25,406 Milliarden Euro.
  • Das bereinigte EBITDA AL erreichte 11,821 Milliarden Euro, der Free Cash Flow AL stieg um 3,1 Prozent auf 5,027 Milliarden Euro.
  • Die Prognose für den Free Cash Flow AL 2026 wurde von mehr als 19,8 Milliarden auf rund 20 Milliarden Euro geändert; die Ziele für bereinigtes EBITDA AL und bereinigtes Ergebnis je Aktie blieben bei etwa 47,5 Milliarden und 2,20 Euro.
  • Der Vorstand erhöhte das Rückkaufprogramm um bis zu weitere 3 Milliarden Euro und damit den Höchstbetrag 2026 von bis zu 2 Milliarden auf bis zu 5 Milliarden Euro.
  • Bis 5. August wurden für rund 1,2 Milliarden Euro etwa 42,1 Millionen Aktien erworben; weitere Tranchen sind optional, und die Mehrheit, nicht sämtliche Papiere, soll eingezogen werden.
  • In Deutschland kamen 161.000 reine Glasfasernutzer hinzu; die Penetration betrug 17,5 Prozent bei 13,6 Millionen erschlossenen Haushalten, während die Breitbandkundenzahl um 20.000 sank.

Die Prognose stieg um rund 0,2 Milliarden, der Rahmen um 3 Milliarden

Der Free Cash Flow AL soll 2026 nun rund 20 Milliarden Euro statt zuvor mehr als 19,8 Milliarden erreichen. An den Referenzpunkten ist das eine Veränderung von ungefähr 200 Millionen Euro. Die Prognosen für bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und für bereinigte 2,20 Euro je Aktie blieben unverändert.

Der Rückkaufrahmen wuchs separat um bis zu 3 Milliarden Euro. Das ist keine gleich hohe operative Anhebung, sondern eine Kapitalentscheidung auf Basis der gesamten Finanzlage. Wer beide Zahlen verbindet, überschätzt die Ergebnisrevision und unterschätzt den Ermessensspielraum des Vorstands.

Aus einem Höchstbetrag wird erst durch Ausführung Kapitalrückgabe

Ursprünglich waren bis zu 2 Milliarden Euro vorgesehen. Nun kann das Gesamtprogramm bis Jahresende bis zu 5 Milliarden erreichen. Ausgegeben waren am 5. August etwa 1,2 Milliarden Euro für 42,1 Millionen Aktien. Weitere Käufe können zwischen 10. August und 22. Dezember erfolgen.

Grundlage ist die Aktionärsermächtigung vom April 2025 für bis zu 10 Prozent des Grundkapitals bis April 2030. Die Mehrheit der erworbenen Aktien soll eingezogen werden; ein kleinerer Teil kann der Mitarbeitervergütung dienen. Damit stehen weder der Endbetrag noch die endgültige Verringerung der Aktienzahl fest.

Erschlossene Haushalte sind noch kein ausgelastetes Netz

In Deutschland sind 13,6 Millionen Haushalte mit Glasfaser erschlossen, die Penetration liegt bei 17,5 Prozent. Im Quartal kamen 161.000 reine Glasfasernutzer hinzu. „Homes passed“ beschreibt erreichbare Adressen, nicht zahlende Anschlüsse. Die Differenz zeigt, wie viel der errichteten Infrastruktur noch kommerziell aktiviert werden kann.

Die gesamte Breitbandbasis nahm um 20.000 ab, während Mobilfunkvertragskunden um 218.000 zunahmen. Der Festnetzertrag hängt damit von Migration, Vertrieb und Bindung ab, nicht allein vom Tiefbau. Dem Kauf einer weiteren Aktie steht auch die Rendite gegenüber, einen bereits erschlossenen Haushalt in einen dauerhaften Anschluss zu verwandeln.

Ohne Frequenzen stiegen die Quartalsinvestitionen

Die zahlungswirksamen Investitionen sanken im zweiten Quartal inklusive Frequenzen von 4,724 auf 4,430 Milliarden Euro. Vor Frequenzen stiegen sie dagegen von 3,870 auf 4,004 Milliarden. Im Halbjahr gingen beide Reihen zurück: insgesamt von 9,205 auf 8,361 Milliarden und vor Frequenzen von 8,213 auf 7,812 Milliarden Euro.

Die Gesamtreihe misst den Cash-Abfluss einschließlich Lizenzen; die bereinigte Reihe nähert sich der laufenden physischen Netzinvestition. Ein pauschaler Rückgangssatz würde die Quartalssteigerung ohne Spektrum verdecken. Ob Rückkäufe das Netz verdrängen, lässt sich nur mit beiden Reihen und über mehrere Perioden beurteilen.

Der ausgewiesene Gewinn enthält andere Effekte als der bereinigte

Der ausgewiesene Nettogewinn sank um 6,3 Prozent auf rund 2,45 Milliarden Euro. Bereinigt stieg er um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden. Als wesentliche Gründe nennt der Konzern UScellular-Integrationskosten sowie Zuschreibungen, die das Vorjahr begünstigten und nun fehlten.

Keine Kennzahl macht die andere überflüssig. Für die Rückkaufausführung zählen Cash, Verschuldung und künftige Pflichten. Integrationskosten können vorübergehend sein, bleiben aber wirtschaftlich relevant, bis spätere Perioden ihr Auslaufen bestätigen.

Der Auftragseingang von T-Systems bleibt eine offene Flanke

T-Systems steigerte Umsatz und bereinigtes EBITDA AL organisch, während der Auftragseingang um 13,4 Prozent auf 998 Millionen Euro sank. Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr weiterhin Wachstum.

Aufträge sind Vorlaufindikatoren, keine laufenden Umsätze; ein Quartal entscheidet nicht das Jahr. Bleibt die Erholung aus, verliert das Firmenkundengeschäft jedoch an Wachstumsoption. Dann stützt der heutige Cashflow den Rückkauf weiterhin, aber die Opportunitätskosten fehlender Reinvestitionen steigen.

Quellen