Zusammenfassung

  • RFC 1314 bestimmt TIFF-B für faxartige Bilder: mehrere Seiten, ein Strip je Seite, MMR wenn möglich und ausdrücklich begrenzte Alternativen.
  • Bilddateiformat und Kommunikationsweg bleiben getrennt. FTP oder SMTP können Träger sein, sind aber keine Eigenschaft der Datei.
  • Scannen, Erzeugen, Speichern, Bearbeiten, Übertragen, Anzeigen, Drucken und Faxausgabe sind verschiedene Vorgänge; Konformität beweist keinen davon.

Das Blatt verließ die Live-Verbindung

Beim herkömmlichen Fax verschmolzen Papiereinzug, Kodierung, Echtzeitgespräch, Dekodierung und Papierausgabe zu einer Alltagshandlung. RFC 1314 ordnet anders: Ein Bild wird in eine Datei gescannt oder in Software erzeugt; es wird gespeichert, bearbeitet oder kommuniziert; erst danach kann es angezeigt oder gedruckt werden.

Das Faxgerät wird damit zu Ein- oder Ausgabe zwischen Papier und Dateien, nicht zum Transportnetz. Eine Datei kann warten, kopiert werden oder verschiedene Träger benutzen. Daraus folgt eine nüchterne Beweisgrenze: Eine vorhandene Datei belegt keine Übertragung. Eine Übertragung belegt keine Dekodierung. Eine Darstellung belegt keine menschliche Wahrnehmung.

Ein Profil, keine Erfolgsquittung

TIFF ist der Rahmen, TIFF-B das Austauschprofil. Der RFC sieht mehrseitige Dateien und einen Strip pro Seite vor, bevorzugt MMR und erlaubt MH, MR oder unkomprimierte Daten; bei MH oder MR sind Scan-Zeilen byte-ausgerichtet. Für Interoperabilität empfiehlt er 600, 400 oder 300 dpi oder die genannten Group-3-Auflösungen.

Das beschreibt eine Datei an einer Schnittstelle. Es benennt weder Scanner, Absender, tatsächlichen Transportweg noch einen Empfänger, der die Kompression verarbeitet hat. Ein Host muss seine lokalen Bilder nicht in diesem Format speichern, sondern kann bei einem Austausch konvertieren. Wenn der Empfänger eine Kompression nicht beherrscht, kann eine Konversion nötig sein. Wer sie durchführt und wie, legt RFC 1314 nicht fest. Eine Repräsentationsregel erzeugt eben kein Protokoll über interne Ausführung.

Der RFC sagt ausdrücklich, Dateiformat und Kommunikation seien getrennte Fragen. FTP und SMTP sind mögliche Beispiele. Derselbe TIFF-B-Inhalt kann daher unterschiedliche Träger benutzen; deren Logs, Fehler und Zusagen gehören zum Träger. Die damalige Bemerkung zu SMTP, Binärdaten und Größe beweist weder einen konkreten SMTP-Transport noch eine allgemeine Aussage über spätere Anhänge.

Auch lokale Datei, Austauschdatei und übertragene Bytes können zusammenhängen, ohne identisch zu sein. Wer sie vermischt, macht aus Interoperabilitätsfähigkeit eine unbelegte Erzählung über Verwahrung, Zustellung und Ergebnis.

RFC 1314 trennt vier Dinge, die Faxgeräte bündeln: Darstellung und Kompression, Datenübertragung, Bildeingang vom Papier und Bildausgang zum Papier. Eine Softwareseite kann vor dem Transport gespeichert werden; ein Bild kann vervielfältigt oder angezeigt statt gedruckt werden. Aushandlung, Konversion und physische Ausgabe sind spätere Ereignisse mit eigenen Bedingungen.

Quellen und Evidenzgrenzen

Diese Analyse stützt sich auf RFC 1314, A File Format for the Exchange of Images in the Internet (April 1992). Er belegt TIFF-B, Kompressions- und Auflösungsregeln sowie die Trennung von Format, Kommunikation und Speicherung. Er belegt keine konkrete Übertragung, keinen Absender, Empfänger, Druck, Fax, Leser, heutigen Einsatz oder Erfolg.