Zusammenfassung

  • Datadogs High-Watermark-Plan streicht die höchsten 1 Prozent der stündlichen Host-Zählungen. Der höchste verbleibende Wert bildet die monatliche Abrechnungszahl.
  • In unserem erfundenen 720-Stunden-Monat ergeben 20 Stunden mit 400 überwachten Hosts und 700 Stunden mit 100 Hosts weiterhin einen Monatswert von 400. Ein angenommener Hybridvertrag mit 100 Hosts Mindestabnahme führt stattdessen zu 6.000 zusätzlichen Host-Stunden.

Ein Team kann seine zusätzlichen Maschinen pünktlich abschalten und trotzdem eine hohe monatliche Monitoring-Größe hinterlassen. Die Maschinen haben ihren Auftrag erledigt. Der Vertrag hat einen anderen: aus vielen Stunden eine abrechenbare Zahl zu machen.

Datadog beschreibt dafür zwei Host-Modelle. Beim High-Watermark-Plan, HWMP, wird am Monatsende ein Spitzenwert ermittelt. Beim hybriden Monats-/Stundenmodell, MHP, kommt zu einem monatlichen Minimum die stündlich berechnete Nutzung oberhalb dieser Zusage. Wer nur über den Preis je Host verhandelt, übersieht damit einen Teil des Einkaufsgegenstands: die Form der Lastkurve.

Die obersten Stunden verschwinden, der nächste Gipfel bleibt

Für Infrastructure Monitoring ist ein Host eine physische oder virtuelle Betriebssysteminstanz. Datadog zählt stündlich die unterschiedlichen überwachten Hosts. Im HWMP werden die obersten 1 Prozent dieser Stundenwerte verworfen; maßgeblich ist das Maximum der unteren 99 Prozent.

Diese Glättung ist großzügig genug für einen kleinen äußersten Ausschlag. Eine zeitlich begrenzte Erweiterung kann aber länger dauern als das verworfene Stück. Dann wird ihr verbliebener Gipfel zum Monatsmaß.

Nehmen wir ausdrücklich ein eigenes Beispiel, keine Kundendaten: 720 Stunden, davon 700 mit 100 Hosts und 20 mit 400. Selbst wenn man sieben oder acht der höchsten Stundenwerte entfernt, stehen in der verbleibenden Liste noch Einträge mit 400. Der HWMP-Messwert beträgt also 400 monatlich abzurechnende Hosts. Die genaue Rundung an der Ein-Prozent-Grenze entscheidet dieses Beispiel nicht.

Die 300 zusätzlichen Hosts liefen darin lediglich während der 20 hohen Stunden. Für die Rechnung zählt der vertraglich gebildete Monatswert. Eine kurze Lebensdauer und eine hohe monatliche Abrechnungsgröße passen deshalb bequem nebeneinander in dieselbe Infrastruktur.

Sechstausend ist hier keine größere Rechnung

Nun dieselben Stunden unter einem hypothetischen MHP-Vertrag mit 100 Hosts Monatsminimum. Oberhalb dieses Sockels bleiben 300 Hosts während 20 Stunden: 6.000 zusätzliche Host-Stunden. Das Monatsminimum wird weiterhin bezahlt.

Eigenes Lastbeispiel Abrechnungsgröße
HWMP 400 Hosts als Monatswert
MHP mit angenommenem Minimum von 100 Hosts Monatsminimum von 100 Hosts plus 6.000 zusätzliche Host-Stunden

400 und 6.000 gegeneinander auszuspielen wäre eine ungewöhnlich schnelle Methode, einen sachlichen Einkauf in Zahlentheater zu verwandeln. Es sind verschiedene Einheiten. Erst die tatsächlichen Vertragspreise, Zusagen und stündlichen Monitoring-Daten entscheiden, welches Modell wirtschaftlicher ist.

Bei einer gleichmäßigen Flotte kann ein Monatsmaß gut zum Betrieb passen. Oberhalb eines festen Sockels kurzlebige zusätzliche Hosts nach Stunden zu erfassen gibt deren Dauer ein anderes Gewicht. Der Hybridvertrag hat dafür sein Minimum; eine schrumpfende Flotte lässt diese Zusage nicht mit verschwinden.

Der wirtschaftliche Unterschied liegt also vor dem Stückpreis. Man wählt, welche Eigenschaft des Betriebs den Mehrbedarf ausdrückt: den verbliebenen hohen Zählwert oder die summierte Dauer oberhalb einer Zusage.

Vor dem Addieren die Spalteneinheit lesen

Datadogs Dokumentation zur Bill Overview macht den Unterschied bis in den CSV-Export sichtbar. Bei Organisationen mit Abrechnung am 99. Perzentil steht im Feld Usage Value je Host eine 1; der Zeitstempel nennt die maßgebliche Messstunde. Bei einer Summenabrechnung enthält dasselbe Feld Host-Stunden. Als Beispiel für einen ganzen 30-Tage-Monat nennt Datadog 720.

Der Spaltenname wirkt vertraut, seine Einheit wechselt mit der Abrechnung. Eine Liste der am letzten Tag verbliebenen Hosts erklärt deshalb keinen Monatsgipfel. Auch ein Monatsdurchschnitt beantwortet eine andere Frage als die entscheidende hohe Stunde.

Dazu kommen Produktgrenzen. Datadog dokumentiert unter anderem Summen-, Durchschnitts-, Maximum- und HWMP-Aggregation sowie enthaltene und zugesagte Nutzung. Container, Logs und eigene Metriken haben jeweils ihre Regeln. Unser Host-Beispiel ersetzt keine Gesamtrechnung. Als öffentlicher Standard gilt die Nutzung je Kalendermonat, soweit der Auftrag nichts anderes festlegt.

Elastizität ist ein Betriebsmerkmal. Wie viel davon im Monitoring-Einkauf ankommt, entscheidet auch der Vertrag. Der letzte abgeschaltete Host beendet die Arbeit; die ausgewählte Aggregation gibt ihr den kaufmännischen Nachhall.

Quellen