Zusammenfassung

  • Eine AUPELF-UREF-Nachricht vom 7. November 1995 meldete Senegal Contact unter refer.sn, ohne Abrufprüfung oder Besucherzahlen.
  • Eine spätere Internetgeschichte beschreibt den SYFED-REFER-Server als Sun Sparc 5, der IP-Datagramme in X.25-Rahmen übertrug.
  • SONATELs zeitgenössischer Bericht setzt den technischen Start des permanenten 64-Kbit/s-Dienstes auf März 1996; kommerzielle Anschlüsse folgten im April.

Aus den verschiedenen Daten wird schnell eine Geschichte über Senegals erste Verbindung. Präziser ist die Frage, was jede Quelle belegt. Eine Netzwerknachricht vom 7. November 1995 meldet einen bereits vorhandenen AUPELF-UREF-Webserver in Senegal. Fünf Monate später nahm SONATELs Netz den technischen Betrieb über eine permanente internationale 64-Kbit/s-Leitung auf. Die erste Quelle betrifft einen Host, die zweite einen nationalen Dienstweg.

Bruno Boyer vom AUPELF-UREF-Zentrum in Madagaskar schrieb an Steven Huter vom Network Startup Resource Center. Bei der Vorstellung des madagassischen Knotens nannte er „Senegal Contact“ unter refer.sn samt Kontaktadresse. Damit ist die begrenzte Aussage möglich, dass der Server bis zum 7. November als vorhanden gemeldet wurde. Eine HTTP-Antwort, ein Routennachweis oder das Datum des ersten Abrufs außerhalb Dakars fehlen.

Technische Einzelheiten liefert eine spätere Geschichte des Internets in Senegal. Olivier Sagna, Christophe Brun und Steven Huter verorten einen Sun Sparc 5 im SYFED-REFER-Zentrum in Dakar. Die Leitung nutzte X.25 und kapselte IP-Datagramme in X.25-Rahmen. So konnte AUPELF-UREF den Server laut den Autoren ins Web stellen, bevor das Land im März 1996 offiziell verbunden war. Das Buch wurde 1998 zuerst verfasst, 2004 überarbeitet und 2013 von den Bibliotheken der University of Oregon veröffentlicht. Es beruht auf Berichten von Pionieren, ist aber kein erhaltener Paketmitschnitt.

X.25 bedeutete keine andere Art von Web, sondern transportierte IP-Datagramme über eine Leitung. Die Beschreibung nennt weder das andere Leitungsende noch jeden Zwischenweg oder einen erfolgreichen Abruf aus einem bestimmten Land. Der spätere Bericht bezeichnet den Server als online; das zeitgenössische Verzeichnis bestätigt Host und Adresse. Nutzungsdaten fehlen.

Ein Bericht, den SONATEL-Ingenieur Mouhamet Diop am 30. Oktober 1996 an das NSRC schickte, beschreibt den Netzstart. Der technische Betrieb begann demnach im März über eine 64-Kbit/s-MCI-Leitung; die Präsidentschaft war der erste Kunde. Vor den kommerziellen Anschlüssen im April gab es einen Piloten. Im Oktober zählte der Bericht 537 Telecom-Plus-Kunden. Das sind Nutzer des späteren Dienstes, nicht des Webservers von 1995. OSIRIS’ Zehnjahresrückblick nennt ebenfalls März und grenzt den permanenten Link von früherer E-Mail über UUCP und FidoNet ab.

Ein Akademiker aus Dakar setzt die vollständige Verbindung seiner Einrichtung in einem persönlichen Bericht auf Mai. Technischer Betrieb, Pilot, erster Kunde und institutionell nutzbarer Dienst sind verschiedene Phasen.

Auch .sn folgte einer dritten Zeitfolge. ENSUT erhielt 1993 die administrative Verwaltung, während ORSTOM Montpellier die technische Seite übernahm. Nach einem permanenten IP-Link der ESP kehrte die Domain im November 1996 nach Dakar zurück; die technische Koordination wechselte im Februar 1997. Ein Host konnte unter refer.sn stehen, während nationale Verbindung und Namensverwaltung ihren eigenen institutionellen Ablauf hatten.

Die Belege tragen nur eine enge Schlussfolgerung: Ein Webserver in Dakar wurde vor Senegals permanentem nationalem Link als online gemeldet; den IP-Transport über X.25 beschreibt eine spätere, auf Pionierberichten beruhende Geschichte. Datenverkehr, Verfügbarkeit, Publikum, erster externer Abruf und Kosten bleiben unbekannt. „Online“ heißt nicht „für alle verfügbar“.

Quellen und Grenzen