- Das genehmigte Vorhaben umfasst ein Rechenzentrumsgebäude mit rund 50.300 m², erschwingliche Arbeitsflächen, ein Schulungszentrum und ein Umspannwerk
- Der Stadtrat von Ealing erklärt, das Projekt werde keine bestehende lokale Netzkapazität nutzen, während CyrusOne bislang keinen Termin für die Inbetriebnahme der Stromversorgung genannt hat
Der Sachverhalt
Der Planungsausschuss des Stadtrats von Ealing hat den von CyrusOne vorgeschlagenen Hyperscale-Rechenzentrumscampus auf dem ehemaligen Honey-Monster-Fabrikgelände in Southall im Westen Londons genehmigt. Der Antrag umfasst ein Rechenzentrumsgebäude mit rund 50.300 m², erschwingliche Arbeitsflächen einschließlich eines Schulungszentrums, ein Umspannwerk und zugehörige Infrastruktur. CyrusOne gibt an, rund 1,5 Milliarden Pfund in den Standort investieren zu wollen, und rechnet damit, dass die Arbeiten 2027 beginnen und der Campus 2030 fertiggestellt und eröffnet wird.
Die Genehmigung erfolgt vor dem Hintergrund von Engpässen in der Strominfrastruktur im Westen Londons. Der Stadtrat von Ealing teilte mit, die Stromkapazität des Projekts werde nicht aus dem bestehenden lokalen Netz stammen und Antragsteller müssten Kapazität außerhalb dieses Netzes beschaffen und reservieren. CyrusOne hat bislang kein öffentliches Datum für die Inbetriebnahme der Stromversorgung des Southall-Campus genannt.
Die Einschätzung
Die Genehmigung bringt Southall dem Baubeginn näher, beseitigt aber nicht die Notwendigkeit, Bau- und Stromprogramm aufeinander abzustimmen. Da der Campus auf separat beschaffte Stromkapazität angewiesen sein soll, muss CyrusOne den externen Netzanschluss, das Umspannwerk und die internen elektrischen Systeme mit dem übrigen Bauvorhaben in Einklang bringen. Die Bauarbeiten können bereits weit fortgeschritten sein, während der Standort noch nicht betrieben werden kann, wenn diese Elektroarbeiten nicht fertig sind.
Das Ziel einer Eröffnung im Jahr 2030 hängt davon ab, dass die Stromanbindung rechtzeitig für den Campus zur Verfügung steht. CyrusOne hat nicht mitgeteilt, wann diese Anbindung in Betrieb genommen wird; der Bauzeitplan allein zeigt daher nicht, wann der Standort den Betrieb aufnehmen könnte. Für BTW-Leser ist der fehlende Punkt der Stromfahrplan. Sobald CyrusOne darlegt, wann Anschluss und Umspannwerk bereit sein werden, lässt sich besser beurteilen, ob das Eröffnungsziel 2030 realistisch ist.
Worauf zu achten ist
CyrusOne muss für die Stromversorgungsseite des Projekts noch konkrete Termine nennen. Die wichtigsten Punkte sind, wann der externe Netzanschluss und das Umspannwerk geliefert werden und wann der Standort in Betrieb genommen werden kann. Diese Termine werden bestimmen, ob der geplante Baubeginn 2027 eine Eröffnung 2030 noch tragen kann.


