Zusammenfassung

  • Confluent Cloud berechnet Cluster Linking nach Verbindungsstunden sowie eingehenden und ausgehenden Daten. Auch Objekte ohne gespiegeltes Topic oder Durchsatz bleiben kostenpflichtig; identische Verbindungen werden einzeln gezählt.
  • Im quellseitig gestarteten Modus von einem privaten zu einem abgesicherten öffentlichen Endpunkt stoppt das Löschen eines der beiden Objekte die Replikation. Um die Verbindungsabrechnung zu beenden, müssen beide gelöscht werden.

Eine leere Datenbrücke ist bei Confluent weiterhin ein vermietetes Objekt. Die Abrechnungsdokumentation sagt es ausdrücklich: Cluster-Link-Objekte verursachen Kosten, selbst wenn sie kein Topic spiegeln und gerade keine Daten übertragen. Der Zähler hängt auch an ihrer Existenz.

Das ist eine konkrete Erweiterung des Begriffs Verbrauch. Wer Cloud-Kosten nur aus Gigabytes ableitet, übersieht Verbindungsstunden. Für eine dauerhaft bereitgehaltene Wiederanlaufmöglichkeit können diese Stunden sinnvoll sein. Bei einer abgeschlossenen Migration brauchen sie einen neuen Auftraggeber. Sonst verlängert der Kalender das Projekt auf eigene Rechnung.

Cluster Linking ist ein verwalteter Replikationsdienst zwischen Clustern. Spiegel-Topics übernehmen Nachrichten bytegenau und behalten Partitionen und Positionen bei. Bestimmte Konfigurationen, Lesepositionen und Zugriffsregeln lassen sich ebenfalls synchronisieren. Damit verbindet der Dienst Regionen, Teams oder Umgebungen für Datenteilung, Migration und Wiederherstellung.

Der wirtschaftliche Gegenstand ist deshalb mehr als ein Datenpaket. Es ist eine beständige Möglichkeit, Daten zu bewegen. Diese Möglichkeit hat einen Preis und benötigt einen Besitzer.

Eine Verbindung belastet beide Enden

Die am 29. Oktober gelesenen öffentlichen Regeln trennen den Stundenpreis, den Dateneingang und den Datenausgang. Liegen beide Enden in Confluent Cloud, zahlt jedes seinen jeweiligen Stundenpreis für den Link.

Bei Verbindungen innerhalb eines Cloud-Anbieters oder mit mindestens einem öffentlichen Endpunkt beträgt der Basispreis 0,25 Dollar pro Stunde am öffentlichen und 0,50 Dollar am privaten Endpunkt. Verbinden sich zwei private Confluent-Cloud-Cluster über verschiedene Cloud-Anbieter, sind es 2,50 Dollar je Cluster und Stunde. Für einen als premium ausgewiesenen Standort gilt an der betreffenden Seite ein Preis von 5 Dollar. Regionale Multiplikatoren kommen hinzu.

Für einen unterstützten unidirektionalen Link mit zwei Confluent-Cloud-Enden ergibt die reine Basissumme bei zwei öffentlichen Endpunkten 0,50 Dollar pro Stunde, also 12 Dollar für 24 Stunden. Zwei private Endpunkte beim selben Anbieter ergeben 24 Dollar täglich; zwei private Nicht-Premium-Endpunkte bei unterschiedlichen Anbietern 120 Dollar. Das sind allein Verbindungsstunden vor regionalen Faktoren und Rabatten, ohne Clusterkapazität, Speicher und Transfers. Die konkrete Rechnung braucht die tatsächlichen Standorte, Objekte und Vertragspreise.

Der Datenstopp ist ein anderes Ereignis

Besonders anschaulich ist ein bestimmter, von der Quelle gestarteter Link. Ein privater Dedicated-Cluster baut dabei die Verbindung zu einem Dedicated-Cluster mit abgesichertem öffentlichem Endpunkt auf. Auf der Zielseite entsteht ein Link-Objekt, auf der Quellseite ein zugehöriges zweites.

Das Löschen eines beliebigen der beiden Objekte stoppt die Replikation. Um die Gebühren dieses Links zu beenden, müssen beide entfernt werden. Bleibt eines zurück, können weitere Stunden anfallen. Die zwei Objekte gehören zu diesem Modus; sie stehen nicht für zwei Datenrichtungen.

In einer Migration können die Quell- und Zielteams also jeweils ihre technische Aufgabe abschließen, während eine zahlungspflichtige Hälfte erhalten bleibt. Die Quelle bestätigt den Sendestopp. Das Ziel bestätigt den neuen Betrieb. Wer bestätigt den letzten abrechenbaren Gegenstand? Ohne diese Zuständigkeit haben alle geliefert und die Rechnung läuft weiter.

Auch Duplikate werden nicht automatisch bereinigt. Mit denselben Quell- und Zielclustern und derselben Sicherheitskonfiguration lassen sich mehrere Links anlegen. Confluent berechnet sie einzeln. Ob ein zweites Objekt ein bewusstes Betriebsinstrument oder ein Überbleibsel eines erneuten Einrichtungsversuchs ist, muss der Kunde entscheiden.

Die zweite Rechnung läuft in Bytes

Für den Datenausgang nennt die Dokumentation einen Basispreis von 0,25 Dollar je GB. Gemeint sind binäre Gigabytes, also 2 hoch 30 Bytes oder GiB. Der Dateneingang richtet sich nach dem Kafka-Eingangspreis des Zielclusters. Die 0,01 Dollar aus einem Beispiel sind daher kein allgemeiner Empfangstarif.

Konfigurationen, Lesepositionen und Zugriffsregeln können als Metadaten ebenfalls über den Link laufen und werden zum selben Transfertarif abgerechnet. Die Nutzlast der Geschäftsnachrichten erklärt somit nicht zwangsläufig das gesamte Datenvolumen. Zwischen zwei Confluent-Cloud-Clustern trägt Confluent die zugrunde liegenden Cloud-Ausgangskosten; die entsprechenden gewöhnlichen Kafka-Lese- und Schreibgebühren werden nicht zusätzlich auf die Cluster-Linking-Posten geschlagen.

Eine andere Topologie verbindet privat–öffentlich–privat über einen Zwischencluster. Dort entstehen dessen Stundenkosten, zwei Links und Transfers auf beiden Teilstrecken. Zwei Teilstrecken sind etwas anderes als die beiden Objekte einer einzigen quellseitig gestarteten Verbindung. Wer beides zusammenwirft, rechnet mit dem falschen Bild.

Die Regeln sind öffentlich. Die organisatorische Schwierigkeit liegt an der Grenze zwischen einem beendeten Datenfluss und einer beendeten bezahlten Ressource. Eine Migration benötigt beides. Die letzte Nachricht ist ein guter Meilenstein. Die letzte vermietete Verbindungsstunde braucht ebenfalls einen Verantwortlichen.

Quellen