Summary

  • Buildots meldete am 14. September eine Finanzierungsrunde über 130 Millionen US-Dollar unter Führung von O.G. Venture Partners. Insgesamt hat das Unternehmen damit 297 Millionen Dollar eingeworben.
  • Nach Unternehmensangaben sind siebenstellige, mehrjährige Vereinbarungen für ganze Projektportfolios inzwischen üblich. Einzelne Vertragswerte oder Laufzeiten nennt die Mitteilung nicht.

Eine andere Einheit im Einkauf

Ein Programm für eine Baustelle zu beschaffen, ist etwas anderes, als dessen Maßstäbe für ein ganzes Bauportfolio zu übernehmen. In der zweiten Konstellation kauft der Auftraggeber nicht nur Einblick in ein Projekt. Er legt auch eine gemeinsame Grundlage für Vergleiche und Ressourcenentscheidungen fest. Diese Verschiebung macht die jüngste Meldung von Buildots kommerziell interessant.

Die 130 Millionen Dollar finanzieren das Softwareunternehmen, nicht das Baubudget eines bestimmten Rechenzentrums. Aus der Beschreibung mehrjähriger Verträge lässt sich ebenso wenig ein jährlich wiederkehrender Umsatz ableiten. Dafür fehlen die Konditionen einzelner Vereinbarungen.

Laut Unternehmensmitteilung vom 14. September soll Buildots mehr Portfolios in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika erreichen, den Bauzyklus von der Ausschreibung bis zur Übergabe breiter abdecken und Informationen auf Unternehmensebene ausbauen. Das sind Vorhaben; sie belegen nicht, dass sämtliche angekündigten Fähigkeiten bereits bei allen Kunden eingesetzt werden.

Fortschritt braucht einen belastbaren Bezugspunkt

Die aktuelle Produktseite beschreibt Aufnahmen mit 360-Grad-Kameras, Drohnen oder Laserscans, erstellt durch Nutzer oder einen betreuten Dienst. Die Software gleicht sie mit Gebäudedatenmodellen und Terminplänen ab und leitet daraus Fortschrittsinformationen ab. Was als erledigt erscheint, hängt folglich auch von der Definition der Arbeit im Modell und der gewählten Planversion ab.

Nach den Produkt-FAQ dauert die Einrichtung je nach Projektgröße üblicherweise einige Wochen. Für die Verarbeitung der Aufnahmen nennt Buildots 24 bis 36 Stunden; beschleunigte Optionen seien über die Kundenbetreuung erhältlich. Das sind allgemeine Anbieterangaben, keine unabhängig gemessenen Zeiten und keine Zusage für ein bestimmtes Projekt.

Die Häufigkeit der Aufnahme, deren Verarbeitung und die Reaktion eines Verantwortlichen bleiben getrennte Zeitspannen. Aus der Verarbeitungsdauer folgt keine Echtzeitkenntnis sämtlicher Änderungen auf einer Baustelle.

Eingebaut ist nicht gleich abgenommen

Das Angebot für Führungskräfte sieht vereinheitlichte Berichte über mehrere Projekte, die Erfassung eingebauter Mengen zur Unterstützung bei der Prüfung von Zahlungsanforderungen und den Vergleich des Bauablaufs mit dem vertraglichen Basisterminplan vor.

Solche Angaben können eine Nachfrage fundieren, aber nicht automatisch einen Zahlungsanspruch oder die Abnahme eines Systems begründen. Auch die Inbetriebnahme eines Rechenzentrums ist ein eigener Schritt. Eine sichtbar ausgeführte Installation beweist weder ihre Betriebsbereitschaft noch einen aufgeholten Verzug. Alle drei herangezogenen Quellen stammen vom Unternehmen: Sie erläutern dessen Angebot, liefern aber keine drei unabhängigen Leistungsnachweise.