Zusammenfassung

  • BTPU kann eine Transfer-Nachricht als exakte Kopie in mehreren Link-Layer-PDUs senden, wenn der unidirektionale Kanal keine Rückfrage nach verlorenen Segmenten erlaubt.
  • Transfer End nennt den letzten Segment Index. Erst ein Empfänger mit allen Segmenten 0..N kann den Transfer lokal abschließen; BTPU meldet diesen Zustand nicht an den Sender zurück.

Wer auf einem Kanal ohne Rückweg sendet, kann dieselbe Information mehrfach ausstrahlen. Das erhöht möglicherweise ihre Überlebenschance, sagt aber nichts darüber, was am anderen Ende tatsächlich vorliegt. Genau diesen nüchternen Arbeitsbereich beschreibt draft-ietf-dtn-btpu-04 vom 7. September 2026 für große binäre Objekte, typischerweise BPv7-Bundles, auf unzuverlässigen, gerahmten Einweg-Links.

Für die Rekonstruktion erhält der Empfänger eine eindeutige Regel. Segmente eines Transfers tragen dieselbe 32-Bit-Transfer number und fortlaufende Segment-Index-Werte. Transfer End enthält das letzte Segment und dessen Index N. Nur wenn der Empfänger sämtliche Werte von null bis N besitzt, darf er die Bytes zusammenfügen und das Ergebnis an die nächsthöhere Schicht übergeben.

Diese lokale Gewissheit hat klare Grenzen. Das Absenden von Transfer End beweist nicht dessen Ankunft. Ein empfangenes Ende beweist nicht, dass kein mittleres Segment fehlt. Vollständige Rekonstruktion beweist weder erfolgreiche BPv7-Auswertung noch CRC- oder BPSec-Verarbeitung. Selbst die Annahme durch BP sagt noch nichts über Weiterleitung, Endpoint-Zustellung oder Anwendungsbestätigung aus.

Für Verlust bietet BTPU bewusst Redundanz statt vorgetäuschtem Feedback. Jede Nachricht darf in einer anderen Link-Layer-PDU wiederholt werden, die Wiederholung muss jedoch eine exakte Kopie sein. Wiederholungszahlen können je Segment und Transfer variieren. Vorabmessungen des Links, lokale Wichtigkeitsklassen oder Informationen aus einem externen Rückkanal können die Wahl beeinflussen. Eine allgemeine Erfolgsgarantie für drei, zehn oder irgendeine andere Zahl von Kopien enthält der Entwurf nicht.

Auch das gleitende Transfer Window ist kein Zustellbuch. Es begrenzt die gleichzeitig relevanten Transfer numbers, trennt nach einem Zählerumlauf neue von veralteten Werten und erlaubt das Verwerfen zurückgefallener Zustände. Die Größe wird außerhalb des Protokolls abgestimmt. Der Entwurf empfiehlt 16 und kennzeichnet diese Zahl zugleich als offene Arbeitsgruppendiskussion. Ein wegen des Fensters verworfener Zustand belegt nur die lokale Aufbewahrungsentscheidung.

BTPU-Wiederholung, Link-Layer-Redundanz und Erasure Coding sollten deshalb nicht zu einer einzigen „Zuverlässigkeitsquote“ verschmolzen werden. Sie wirken auf verschiedene Fehler und besitzen unterschiedliche Beobachter. Der optionale Bundle Length Hint hilft bei der Speicherplanung; eine erwartete Länge ist aber kein empfangener Inhalt.

Die Einsatzhinweise formulieren die entscheidende Beschränkung ausdrücklich: BTPU ist unzuverlässig und hat keinen In-Band-Rückweg, auf dem ein Erfolg bestätigt werden könnte. Ein Quittungssystem benötigt einen logisch getrennten Pfad vom Empfänger zum Sender. BTPU besitzt außerdem weder eigene Staukontrolle noch entsprechende Signalisierung. Ohne Schutz durch die untere Schicht gehört es daher nicht auf einen stauanfälligen öffentlichen Pfad.

BPv7 unterscheidet in seinem Statussystem Empfang, Weiterleitung, Zustellung, Löschung und application acknowledgement. Solche Meldungen können später und über eine andere Route eintreffen. Sie sind zusätzliche Beobachtungen, nicht eine nachträgliche Umdeutung der ausgestrahlten Kopien. BTPU bleibt wertvoll, wenn der Betrieb seine enge Aussage respektiert.

Quellen