Zusammenfassung

  • RFC 1286 veröffentlichte im Dezember 1991 Management-Objekte für an IEEE 802.1d orientierte Bridges und verlangte bewusst eine kleine, nützliche, nicht redundante Menge ohne starke Instrumentierung kritischer Abschnitte.
  • dot1dBasePortIfIndex verbindet einen Bridge-Port mit einem Interface; mehrere Ports können dieses Interface teilen, und Portnummer sowie ifIndex müssen nicht korrespondieren. Die Zähler beziehen sich nur auf überbrückte Protokolle. Ein FDB-Port bedeutet Quellbeobachtung oder, bei null, vorhandene Information ohne gelernten Port.

Der MIB war eine Auswahl von Beobachtungsflächen, kein Weltmodell

RFC 1286 ergänzt das SNMP-Modell um Objekte für transparente und Source-Route-Bridges nach dem IEEE-802.1d-Entwurf. Es berücksichtigt auch Netze, deren angebundene subnetworks nicht einfach LANs sind. Seine bemerkenswerte Entscheidung liegt jedoch nicht in größtmöglicher Datensammlung. Die Autoren fordern zunächst einen kleinen wesentlichen Satz. Ein Objekt soll für Fehler- oder Konfigurationsmanagement hilfreich sein, sein Nutzen soll plausibel sein, die Gesamtzahl soll begrenzt bleiben. Redundantes, Ableitbares und Nutzloses soll fehlen; kritische Teile sollen nicht schwer instrumentiert werden.

Damit wird jede Zeile als definierte Managementsicht lesbar. Sie liefert eine gemeinsame Sprache für ausgewählte Bedingungen, nicht die gesamte Beschaffenheit eines Geräts, die vollständige Kabelführung oder alle Handlungen auf einer Schnittstelle. Ein genauer Zahlenwert ist nur innerhalb seiner definierten Frage genau. Er wird nicht dadurch zur umfassenden Tatsache, dass er sich leicht kopieren und weiterrechnen lässt.

Zuordnung war keine Gleichsetzung

Die Abgrenzung lässt sich an dot1dBasePortIfIndex besonders klar sehen. Das MIB-II-interfaces-Gruppenkonzept behandelt ein Interface als an ein subnetwork angeschlossen; RFC 1286 weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Wort nicht mit einem IP-Subnetz gleichzusetzen ist. Eine Bridge hat Ports, jeder Port ist einem Interface zugeordnet, und das Objekt gibt dessen ifIndex zurück.

Die Norm verweigert dennoch jede Eins-zu-eins-Lesart. Mehrere Ports können demselben Interface zugeordnet sein. Als Beispiel nennt sie mehrere X.25 Virtual Circuits auf einem Interface. Jeder Port hat eine eindeutige Portnummer, doch diese Portnummer hat keine vorgeschriebene Beziehung zur Interfacenummer. Dass in einem einfachen Gerät beide den Wert 2 tragen, ist weder eine physische Aussage noch eine semantische Garantie.

Wer eine Port-/Interface-Zuordnung sieht, darf folglich nicht ohne Weiteres einen Stecker, eine exklusive Funktion oder eine vollständige Inventarliste ableiten. Die Norm ermöglicht, zwei Managementebenen miteinander in Beziehung zu setzen. Gerade weil sie die Ebenen nicht verschmilzt, bleibt nachvollziehbar, welcher Teil einer Folgerung aus welchem Objekt stammt.

Ein Bridge-Zähler konnte neben Verkehr auf derselben Schnittstelle richtig sein

RFC 1286 benennt ausdrücklich die Entität, die auf ihren Interfaces mehr tut als Bridging. Sie kann IP-Datagramme routen und andere Protokolle überbrücken. Für den Bridge MIB zählt nur das zweite Arbeitsfeld. Die MIB einschließlich ihrer Counter gilt ausschließlich für Daten, die für gebrückte Protokolle gesendet oder empfangen werden; sie muss nicht alle über das Interface gesendeten oder empfangenen Daten repräsentieren.

Das ist keine Schwäche des Counters, sondern seine Definition. Ein Counter an einem Bridge-Port kann die Datenmenge der Bridge-Funktion belegen. Ohne zusätzliche Messung belegt er weder Leitungsgesamtvolumen noch Interfaceauslastung, Anwendungstraffic oder das Fehlen anderer Daten. Der Unterschied liegt im Nenner: „für überbrückte Protokolle“ ist eine andere Grundgesamtheit als „alles auf dem Interface“.

Die Forwarding-Datenbank verwaltete Zustände, keine vollständige Ortsbehauptung

Bei einer transparenten Bridge bezeichnet dot1dTpFdbAddress eine Unicast-MAC-Adresse, für die Forwarding- oder Filtering-Information vorliegt. dot1dTpFdbPort ist entweder null oder der Port, an dem ein Frame mit dieser Adresse als Quelle gesehen wurde. Null bedeutet nicht, dass keinerlei Information existiert. Die Bridge kann etwa statische Forwarding- oder Filtering-Information besitzen, ohne eine Portnummer gelernt zu haben.

Die Statuswerte other, invalid, learned, self und mgmt machen die Zeitlichkeit und Herkunft der Information sichtbar. Ein ungültiger Eintrag kann einmal gelernt worden und gealtert sein, ohne schon aus der Tabelle entfernt zu sein. Ein gelernter Eintrag nutzt den gelernten Port; ein self-Eintrag betrifft eine eigene Bridge-Adresse; ein mgmt-Eintrag ist mit einer statischen Adresse verknüpft.

So ein Eintrag ist aussagekräftig, aber eng: Er dokumentiert eine durch die Bridge definierte Beobachtung oder Verwaltungsentscheidung. Er beweist nicht, wer eine MAC-Adresse kontrolliert, ob ein Gerät noch angeschlossen ist, wo es sich physisch befindet, ob ein Frame sein Ziel erreichte oder ob eine Handlung autorisiert war. Die noch sichtbare gealterte Zeile ist geradezu ein Gegenbeweis gegen die Annahme, Tabellenpräsenz sei Gegenwart.

Ein eindeutiger Bridge-Bezug war kein Titel auf die Bridge

dot1dBaseBridgeAddress ist die MAC-Adresse, die verwendet wird, wenn die Bridge eindeutig referenziert werden muss. RFC 1286 empfiehlt, ohne es vorzuschreiben, die numerisch kleinste MAC-Adresse eines Bridge-Ports. Zusammen mit der Spanning-Tree-Priorität bildet sie den BridgeIdentifier des Protokolls.

Diese Kennung hilft dem Protokoll beim Unterscheiden. Sie bescheinigt weder Besitz noch administrative Berechtigung, weder das aktuelle Vorhandensein eines Geräts noch eine konvergierte Topologie oder eine erfolgreiche Weiterleitung. Eindeutigkeit innerhalb eines Koordinationsmechanismus ist etwas anderes als Wahrheit über die Umgebung dieses Mechanismus.

Quellen und Beweisgrenzen

Dieser Beitrag verwendet RFC 1286 — Definitions of Managed Objects for Bridges. Die Quelle belegt den Bridge-MIB-Umfang von 1991, Port-/Interface-Zuordnung, den Geltungsbereich der Zähler, die eindeutige Bridge-Adresse und die Zustände der Forwarding Database. Sie belegt keine aktuelle Bridge, kein Interface, keinen Port, keine MAC-Adresse, keinen Host, Eigentümer, vollständigen Verkehr, keine Topologie, Autorisierung, Zustellung oder Bereitstellung.