Summary

  • Ein individueller IETF-Entwurf schlägt zehn BMP-Statistiken vor: gesendete und empfangene UPDATE-, KEEPALIVE-, NOTIFICATION- und ROUTE-REFRESH-Nachrichten sowie alle BGP-PDUs. Gezählt werden Nachrichten, keine Präfixe.
  • Peer Down darf die kumulativen Werte allein nicht zurücksetzen. Prozessneustart, Löschen des Nachbarn, manuelles Zurücksetzen und Failover des Routingprozessors können hingegen eine neue Zählerperiode beginnen.

Eine unveränderte Routentabelle kann ein hektisches Protokoll verbergen. Ein Präfix wird zurückgezogen und wieder angekündigt; am Ende ist der Bestand gleich, obwohl mehrere UPDATE-Nachrichten verarbeitet wurden. RFC 7854 liefert mit BMP Routenansichten, Zustandswechsel und Statistikberichte. Die bisherigen Statistiktypen beschreiben etwa die Belegung einer RIB oder ausgewählte UPDATE-Ergebnisse. Den gesamten Nachrichtendurchsatz je BGP-Typ zeigen sie nicht.

Laut IETF-Dokumentenregister wurde der Vorschlag am 29. Oktober aktualisiert und ist weiterhin ein individueller Internet-Draft. Er sieht fünf Paare für beide Richtungen vor. UPDATE und die Gesamtsumme erhalten 64-Bit-Zähler, die übrigen Gruppen 32 Bit. So käme die Last einer Sitzung über denselben BMP-Kanal zum Beobachter wie die Routeninformationen. Eine PDU ist dabei weder ein Präfix noch zwingend eine Route-Monitoring-Nachricht: Ein UPDATE kann mehrere NLRI tragen, während der Router andere Ansichten exportiert.

Die entscheidende Anweisung betrifft den Moment nach dem Ausfall. Ein erzeugtes Peer Down darf die vorgeschlagenen Zähler nicht von sich aus löschen. Der NOTIFICATION-Wert bleibt nach dem Wiederaufbau verfügbar, auch wenn die Überwachungsstation den einzelnen Abbruch verpasst hat. Peer Down hält den Grund dieses einen Endes fest; der Zähler hält eine Menge über mehrere Sitzungen fest. Eine Software, die bei jedem Peer Up null annimmt, vernichtet genau die gesuchte Vorgeschichte.

Tatsächliche Zählerbrüche entstehen an anderer Stelle. Ein Prozess wird neu gestartet, der Nachbar gelöscht, der Wert vom Betreiber bereinigt oder der Routingprozessor gewechselt. Eine neue BMP-Initiation muss als Diskontinuität gelten. Peer Down gefolgt von Peer Up ist für sich genommen keine. Auf ein Absinken des Zahlenwerts zu warten reicht nicht: Nach einem Reset kann eine aktive Sitzung bis zur nächsten Messung den alten Stand schon überholt haben. Einen eigenen Zeitstempel für die Diskontinuität definiert der Entwurf nicht. Fehlt ein Statistiktyp im Bericht, ist er nicht gemessen und keinesfalls null.

Das BMP-Register der IANA führt bestehende Typen und freie Bereiche auf. Die zehn neuen heißen im Entwurf noch TBD1 bis TBD10; ihnen wurden keine endgültigen Nummern zugeteilt. Ein Gerätemitschnitt mit normalem Sitzungsabbruch, späterem Neustart, BMP-Berichten und einem unabhängigen Reset-Vermerk würde zeigen, ob sich aus den Werten eine belastbare Zeitreihe bauen lässt.