Zusammenfassung

  • Ein individueller Internet-Draft vom 28. Oktober schlägt NEXT_HOP_MTU vor: ein optionales, nicht transitives BGP-Pfadattribut mit vier Oktetten für IPv4- und IPv6-Unicast-Routen. Der Wert verspricht die Annahme eines IP-Pakets an einer bestimmten Netzgrenze, nicht die Mindestgröße des gesamten Pfads.
  • Beim Anhängen zählt die MTU der lokalen Grenzschnittstelle. Ein akzeptierter gültiger Nachbarwert wird nur als Minimum übernommen; lokale Regeln dürfen weiter senken. Eine Ziel-MTU im Weiterleitungsgerät setzt gültige Werte für sämtliche verfügbaren Weiterleitungspfade voraus.

Die Zusage gehört an die Schnittstelle

Ein Grenzrouter empfängt eine Route und kennt die IP-MTU der Schnittstelle, über die Verkehr zum Nachbarn geht. Der Entwurf lässt ihn diesen Wert an die Route hängen. Interne Geräte bekommen damit einen Hinweis für genau diesen Übergang. Ein weiterer Übergang kann enger sein. Deshalb erklärt der Text ausdrücklich, dass das Attribut keine Pfad-MTU ist und die BGP-Entscheidung über den besten Weg allein nicht verändert. Eine Kontrollinformation darf keinen unbekannten Kabelquerschnitt zur Tatsache erklären.

Die Berechnung ist absichtlich asymmetrisch. L bezeichnet die lokale Grenz-MTU, R einen gültigen und gemäß Richtlinie akzeptierten Wert des Nachbarn. Angeheftet wird min(L,R); wird R nicht akzeptiert, gilt zunächst L. Lokale Regeln können senken, nicht erhöhen. Der Router darf die Grenzschnittstelle nicht durch irgendeine interne Schnittstelle ersetzen. Bei einer externen Verbindung über mehrere Hops darf er die Grenze nicht aus einer unbeteiligten Schnittstelle erfinden; ein konfigurierter Wert muss unter der MTU der Schnittstelle zum nächsten Hop bleiben. So bleibt der Sprecher für sein Versprechen identifizierbar.

Anheften und Annehmen müssen für Nachbar und Adressfamilie getrennt schaltbar sein. Standardmäßig ist keines von beiden vorgeschrieben. Ohne Attribut gibt es keine Zusage. Ein interner Route Reflector mit unverändertem Next Hop sollte den Wert unverändert weitergeben. Beim nächsten externen Grenzübertritt muss er mit der dortigen MTU minimiert werden. Eine aggregierte Route darf nur dann einen Wert tragen, wenn alle Bestandteile gültige Werte besitzen. Eine Ziel-MTU darf nur programmiert werden, wenn alle Weiterleitungspfade Werte haben; maßgeblich ist der kleinste. Ein einziger Weg ohne Wert verhindert die große gemeinsame Behauptung.

Ein fehlerhaftes Attribut wird nach dem Muster von RFC 7606 verworfen, ohne die BGP-Sitzung oder die Route abzuräumen. Ändert sich die Grenz-MTU, muss eine Ersatzroute angekündigt werden. Der Attributcode steht noch auf TBD; eine tatsächliche Vergabe zeigt das IANA-Register. Ein überhöhter Wert kann Pakete kosten, ein zu niedriger lässt Kapazität liegen. Vertrauen in den externen Nachbarn ist also eine Betriebseinstellung mit Folgen.

Für die gesamte Strecke bleibt IPv6 Path MTU Discovery zuständig. Der IETF-Status nennt einen individuellen Entwurf, keine gemessene Einführung. Ein Versuch über mehrere Netzgrenzen mit aufgezeichneten Eingangs- und Ausgangswerten könnte zeigen, ob die Zusage an ihrem jeweiligen Ort bleibt.

Quellen: Entwurf; IETF-Status; IANA; RFC 7606; RFC 8201.