Zusammenfassung
- Die endgültige Monatsrechnung verwendet laut AWS die Rabattfreigaben, die am letzten Monatstag um 23:59:59 UTC eingestellt sind. Vorläufige Rechnungen nutzen den jeweils letzten Stand.
- Eigentümerkonto und Freigabegruppen bestimmen, wer den Vorteil zuerst bekommt und wie weit er wandern darf. Zentrale Ersparnis und klare Kostenverantwortung der einzelnen Geschäftseinheit verfolgen dabei unterschiedliche Ziele.
Eine Abteilung kann für einen günstigeren Cloudpreis eine Zahlungsverpflichtung eingehen und anschließend zusehen, wie der Rabatt auch anderen zugutekommt. Umgekehrt kann sie ihren Vorteil so streng einzäunen, dass das Unternehmen insgesamt weniger spart. Hinter einer AWS-Freigabeeinstellung steckt damit eine Frage, die jeder Budgetverantwortliche kennt: Wer trägt die Bindung, und wer darf die Ersparnis verbuchen?
Für die endgültige Rechnung hat AWS einen präzisen Stichtag: 23:59:59 Uhr UTC am letzten Tag des Monats. Vorläufige Rechnungen verwenden die zuletzt eingestellten Präferenzen. Die endgültige Monatsrechnung verwendet den Stand in dieser letzten Sekunde. Wer kurz vor dem Abschluss eine Freigabegrenze verändert, trifft deshalb eine Entscheidung, die später jemand den betroffenen Kostenstellen erklären muss.
Bei Savings Plans wird damit ein Preisvorteil verteilt. Wer seine Anwendung unverändert weiterbetreibt, kann auf einer anderen Seite dieser wirtschaftlichen Grenze landen, wenn die Freigabeeinstellungen wechseln. Die Server müssen dafür keinen Millimeter umziehen. Es genügt, dass die Rabattkarte anders aussieht.
Drei Karten für denselben Preisvorteil
AWS bietet drei Freigabeformen. Bei der standardmäßigen offenen Freigabe stehen Rabatte allen Konten der Organisation zur Verfügung, deren Freigabe aktiviert ist. Priorisierte Gruppenfreigabe bedient zuerst das Einkaufskonto, dann die definierte Gruppe und anschließend die übrigen freigabeberechtigten Konten der Organisation. Bei eingeschränkter Gruppenfreigabe bleiben die Vorteile ausschließlich innerhalb der Gruppe.
Die Gruppen werden über Cost Categories definiert. Ein Konto darf nur einer Gruppe angehören; Überschneidungen sind ausgeschlossen. Das Verwaltungskonto kann selbst keiner Gruppe angehören. Das Eigentümerkonto eines Savings Plans muss bei der Rabattfreigabe aktiviert sein.
Diese Linien bestimmen, wessen Nutzung profitieren kann. Ein Team kann einen Vorteil nicht ausschöpfen, während außerhalb seiner eingeschränkten Gruppe passende Nachfrage übrig bleibt. Die gemeinsame Firma macht daraus noch keinen gemeinsamen Rabattkorb. AWS weist darauf hin, dass Gruppenfreigabe die gesamte Rabattoptimierung verringern kann, weil die Gruppenzuordnung Vorrang erhält.
Für eine Geschäftseinheit mit eigener Ergebnisverantwortung kann genau diese Trennung wertvoll sein. Für eine zentrale Einkaufsstelle kann sie eine entgangene Einsparung darstellen. Beides sind betriebliche Ziele. Die günstigste Gesamtrechnung ist noch keine fertige Vereinbarung darüber, welche Abteilung wofür einsteht.
Das nützlichste Einkaufskonto kann leer sein
Die Reihenfolge beginnt beim Eigentümer. AWS wendet Savings-Plans-Vorteile zunächst auf dessen berechtigte Nutzung an und teilt sie dann weiter. Innerhalb der jeweiligen Zuteilungsstufe wird Nutzung mit höherem prozentualem Rabatt bevorzugt. Ein bedingungsloses Rennen aller Organisationskonten um den höchsten Rabatt wäre eine andere Regel.
Ein offizieller AWS-Beitrag vom 25. Oktober beschreibt den Effekt anhand eines Kontos mit Lambda-Nutzung. Kauft dieses Konto einen Compute Savings Plan, erhält seine eigene Nutzung zunächst den Vorteil. Dadurch kann eine Gelegenheit entfallen, mit m8g-Linux-EC2-Nutzung in einem anderen Konto einen höheren prozentualen Rabatt zu erzielen. Der Beitrag nennt dafür keinen gemessenen Verlustbetrag; er zeigt die Wirkung des Kontoeigentums.
Für zentralen Einkauf schlägt AWS das Verwaltungskonto oder ein bestimmtes Konto ohne Workloads vor. Hat der Eigentümer keine eigene berechtigte Nutzung, können die Vorteile nach den Freigaberegeln zu anderen Konten fließen. Anwendungen bleiben, wo sie sind. Der Einkauf bekommt einen anderen Sitz.
Ein Konto ohne laufende Anwendung kann so bei der Rabattverteilung mehr leisten als eines mit viel Betrieb. Danach bleibt eine handfeste Aufgabe: die interne Kostenverrechnung. Zentraler Einkauf bündelt die Kaufentscheidung, nimmt der Firma aber nicht die Entscheidung darüber ab, wer die Bindung finanziert und wer den Rabatt erhält.
Warum 100 Dollar und 70 Dollar zusammenpassen
Der AWS-Beitrag enthält ein Erklärungsbeispiel für einen einjährigen Compute Savings Plan ohne Vorauszahlung. Die Empfehlung auf Verwaltungsebene lautet 100 Dollar je Stunde, während sich die Empfehlungen der Mitgliedskonten nur auf 70 Dollar summieren. Das sind illustrative Empfehlungen, keine beobachtete Kundenrechnung.
Die Verwaltungsansicht betrachtet teilbare Nutzung zusammen. Die Einzelansicht optimiert das jeweilige Konto einschließlich bereits angewandter Vorteile. Stundenverläufe und Freigabekreis verändern den Gegenstand der Rechnung. Der Beitrag erläutert auch den umgekehrten Fall: Durch Eigentümervorrang können die Einzelkäufe zusammen eine höhere Bindung ergeben als eine zentrale Empfehlung.
Empfehlungen verwenden historische Nutzung. Laut Berechnungsleitfaden berücksichtigen sie keine vorgemerkten oder terminierten Käufe und beziehen sich auf sofortigen Einkauf. Mit einer neuen Freigabegruppe ändert sich außerdem der Kreis berücksichtigter Konten. Eine Zahl aus der alten Karte beantwortet die Einkaufsfrage in der neuen Karte daher nur unvollständig.
Um den Effekt für eine konkrete Organisation zu beziffern, braucht es Eigentümerkonten, Freigaben, berechtigte stündliche Nutzung und den aktuellen Bestand an Kaufverpflichtungen.
„Für die Firma war es billiger“ beantwortet dem Abteilungsleiter noch nicht, was aus seiner eigenen Kaufentscheidung geworden ist. Er braucht die Verbindung zwischen eingegangener Bindung und zugeteilter Ersparnis. Wer die Grenze zum Monatsende verschiebt, sollte diese Rechnung erklären können. Eine Freigabe im Menü braucht deshalb dieselbe benannte Verantwortung wie eine Freigabe im Budget.
Quellen
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