Zusammenfassung

  • 1994 nannte die AUB die Internetverbindung im Libanon technisch stabil, die Kommunikationskosten aber prohibitiv. Das akademische Forschungsnetz war noch ein Pilot und lief über X.25 mit 9,6 kbit/s; das kommerzielle Paketnetz hatte einen internationalen Transitpunkt in Paris.
  • Im Januar 1995 meldete die AUB etwa 200 Nutzer, vier Klasse-C-Netze und fünf Gateway-Rechner, beschränkte aber bandbreitenintensive Dienste. Das Budget deckte höchstens 10 MB im Monat statt der geplanten 20 MB; für ein 64-kbit/s-VSAT-Upgrade fehlte noch eine Vereinbarung mit der PTT. Der Januarbericht hält diese Betriebsgrenzen fest.

Im Februar 1994 stellte Nabil Bukhalid von der AUB zwei oft getrennte Aussagen nebeneinander: Die Internetroute im Libanon sei technisch stabil, Kommunikation jedoch prohibitiv teuer. Die Universität erprobte ein akademisches Forschungsnetz über eine 9,6-kbit/s-X.25-Wählverbindung. Das kommerzielle libanesische Paketnetz hatte Knoten in den meisten größeren Städten und einen internationalen Transitpunkt in Paris. Der Bericht beschreibt einen technischen Pfad und einen Versuch, keinen allgemeinen Internetzugang in Privathaushalten. Die AUB-Nachricht vom Februar 1994 behandelt Stabilität und Kosten gemeinsam.

Im Januar 1995 erklärte Bukhalid, die Verbindung der AUB laufe seit Anfang März 1994 voll und stabil, weiterhin mit 9,6 kbit/s über X.25. AUBNET umfasste vier Klasse-C-Netze hinter einer Firewall und rund 200 Nutzer; monatlich kamen etwa zwanzig hinzu. Fünf Rechner vermittelten den Zugang. Telnet, FTP, E-Mail, Namensabfragen, ping und finger waren erlaubt. Internet-Nachrichten, gopher und Mosaic blieben wegen Bandbreite und Kosten gesperrt. „Verbunden“ bedeutete somit ein kontrolliertes Campus-Angebot, kein uneingeschränktes Surfen.

Das Budget machte die Knappheit messbar. Ab Januar waren 20 MB monatlicher Verkehr vorgesehen, doch die bewilligten Mittel reichten höchstens für 10 MB. Der Bericht schlug vor, X.25 mit 9,6 kbit/s durch eine gemietete 64-kbit/s-VSAT-Verbindung zu ersetzen und weitere Hochschulen und Forschungseinrichtungen anzuschließen. Dafür war eine Vereinbarung mit der libanesischen PTT nötig; auch die Abrechnung verlorener Übertragung blieb offen. Das war ein Vorhaben, keine abgeschlossene Aufrüstung.

Noch im November 1995 arbeitete die AUB laut eigener Meldung an der Verbesserung. Die Infrastruktur der PTT hatte sich entwickelt, während die Universität weiter auf regulatorische Änderungen drängte. Der Anschluss weiterer Einrichtungen über das Lebanese Academic and Research Network stand noch aus. Die AUB nannte rund 350 Internetnutzer und plante Studentenlabore. Das zeigt institutionelles Wachstum, sagt aber nichts über Nutzungsfrequenz oder Zugang außerhalb des Campus. Das November-Update trennt Nutzerwachstum von der noch offenen Erweiterung.

Eine stabile Route kann echten Verkehr tragen und die Nutzung trotzdem rationieren. Kapazität, internationale Gebühren, Firewall-Regeln und Vereinbarungen mit dem Telefonanbieter bestimmten gemeinsam, was möglich war. Heng Lus Note 65 dient hier als redaktionelle Linse für die Unterscheidung zwischen laufendem Betrieb und angekündigtem Vorhaben; sie ist keine historische Quelle zum Libanon. Die zeitgenössischen Berichte tragen eine Geschichte des AUB-Campusnetzes, aber kein einziges unumstrittenes Datum für den landesweit „ersten“ Anschluss.

Quellen