Zusammenfassung

  • AT&T steigerte den Quartalsumsatz um 2,3 Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar.
  • Der freie Cashflow lag bei 4,7 Milliarden Dollar nach 4,4 Milliarden im Vorjahresquartal.
  • Die Investitionsausgaben betrugen 5,7 Milliarden Dollar; die weiter gefassten Kapitalinvestitionen lagen bei 6,1 Milliarden.
  • Glasfaser gewann 367.000, stationärer Funk 279.000 und Postpaid-Mobilfunk 432.000 Anschlüsse.
  • Der Ausblick blieb bestehen; geplante Aktienrückkäufe sollen 2026 auf etwa 10 Milliarden Dollar beschleunigt werden.

Freier Cashflow klingt wie der Betrag, der nach dem Netzbau übrig bleibt. Bei AT&T ist er eine vom Unternehmen definierte Nicht-GAAP-Kennzahl, die zusammen mit der veröffentlichten Überleitung gelesen werden muss. Sie beschreibt finanziellen Spielraum, ist aber weder der Kassenbestand noch automatisch die Summe, die ohne Folgen an Aktionäre gehen kann.

Auch das bereinigte EBITDA von 12,3 Milliarden Dollar weist AT&T als Nicht-GAAP-Kennzahl aus. Kapitalinvestitionen von 6,1 Milliarden Dollar und Nettoschulden von 126,4 Milliarden begrenzen den Spielraum, den diese beiden bereinigten Messgrößen allein vermuten lassen könnten.

Im zweiten Quartal lagen dem freien Cashflow von 4,7 Milliarden Dollar Investitionsausgaben von 5,7 Milliarden und Kapitalinvestitionen von 6,1 Milliarden gegenüber. Die Zahlen widersprechen einander nicht, weil sie unterschiedliche Bestandteile abgrenzen. Gerade deshalb sollte keine davon allein als Maß für die Finanzierbarkeit des Programms dienen.

Der Ausbau erzeugt erst Reichweite, dann Umsatz

AT&T fügte 367.000 Glasfaseranschlüsse und 279.000 stationäre Funkanschlüsse netto hinzu. Gemeinsam ergaben sie 646.000 neue Internetverbindungen für Privat- und Geschäftskunden. Weitere 432.000 Postpaid-Telefonanschlüsse hoben das Aggregat der „fortgeschrittenen Konnektivität“ über eine Million.

Die Glasfaser erreicht inzwischen 38,6 Millionen Wohn- und Geschäftsstandorte. Das sind vermarktbare Adressen, keine zahlenden Kunden. AT&T will bis Ende 2026 mehr als 40 Millionen und bis Ende 2030 mehr als 60 Millionen Standorte erreichen. Erst die Anschlussquote entscheidet, wie viel Umsatz aus dem gebauten Netz entsteht.

Stationärer Funk verkürzt die Zeit bis zum Angebot und kann Standorte bedienen, an denen der letzte physische Anschluss teuer wäre. Er teilt jedoch Spektrum und Zellkapazität mit dem Mobilfunk. Glasfaser bindet vorher mehr Baukapital, bietet dafür einen dedizierten, langlebigen Übertragungsweg.

Mehrfachkunden können die Cashflow-Qualität erhöhen

42,5 Prozent der Haushalte mit AT&Ts fortgeschrittenen Internetdiensten nutzen nach Unternehmensangaben auch den Mobilfunk des Konzerns. Solche Haushalte können niedrigere Vertriebskosten und eine längere Bindung erzeugen. Die Postpaid-Telefonabwanderung von 0,86 Prozent deutet auf eine stabile Kundenbasis, belegt aber nicht die Profitabilität jeder Kombination.

Der Umsatz mit fortgeschrittenen Konnektivitätsdiensten stieg um 5,1 Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis erreichte 7,3 Milliarden Dollar, 20,3 Prozent mehr als im Vorjahr, und das EBITDA 12 Milliarden, ein Plus von 8 Prozent.

Im Konzernumsatz von 31,6 Milliarden Dollar steckt zugleich der Effekt des im Februar abgeschlossenen Erwerbs des Lumen-Glasfasergeschäfts für den Massenmarkt. Das Umsatzplus von 2,3 Prozent ist deshalb nicht vollständig organisch.

Kupferkosten müssen tatsächlich verschwinden

Der Umsatz der Altgeschäfte sank um 25,9 Prozent; ihr EBITDA fiel um 436 Millionen auf 523 Millionen Dollar. Das ist nicht nur ein Rückgangsproblem. AT&T muss alte Erlöse durch neue ersetzen und zugleich die Kosten des Kupfernetzes aus dem System nehmen.

Genehmigungsverfahren können Abschaltungen verzögern. Dann muss der Konzern länger zwei Netzgenerationen betreiben, obwohl eine davon rasch Umsatz verliert. Ein Glasfaserkunde verbessert die Rechnung erst vollständig, wenn der alte Kostenblock nicht parallel bestehen bleibt.

Zehn Milliarden Dollar sind ein Jahresplan

AT&T hält an mindestens 18 Milliarden Dollar freiem Cashflow für 2026 sowie jährlich 23 bis 24 Milliarden Dollar Kapitalinvestitionen bis 2028 fest. Neu ist das Tempo der Kapitalrückgabe: Für 2026 sind nun rund 10 Milliarden Dollar Aktienrückkäufe vorgesehen.

Dieser Betrag wurde nicht im zweiten Quartal ausgegeben. Im Quartal flossen 4,1 Milliarden Dollar an Aktionäre, darunter etwa 2,2 Milliarden für den Rückkauf von Stammaktien. Zudem standen 144 Milliarden Dollar Gesamtschulden und 126,4 Milliarden Nettoschulden in der Bilanz.

Ob die Rückkäufe tragfähig sind, entscheidet nicht die Kennzahl 4,7 Milliarden allein. Entscheidend sind die Anschlussquote im Glasfasernetz, die Kapazität des stationären Funks, der tatsächliche Abbau der Kupferkosten und der Verlauf der Nettoschulden. Erst zusammen zeigen sie, wie viel Cashflow nach dem Aufbau eines dauerhaften Netzes wirklich frei bleibt.

Quellen