Summary
- RFC 801 setzte den 1. Januar 1983 als Ende einer Migration, die jede Host-Organisation selbst umsetzen sollte; Dual-Protokoll-Relais überbrückten ausgewählte Dienste.
- Der Rückblick von 1985 bestätigt das Datum, verzeichnet aber danach Probleme mit Mail-Relais, Hostnamenverteilung und der Leistung von Service-Hosts.
Analyse
„Flag Day“ klingt nach einem gleichzeitigen Software-Update. Der NCP/TCP-Wechsel im ARPANET war eher ein gemeinsamer Termin für viele unabhängige Betreiber. RFC 801 forderte im November 1981 jede Host-Organisation auf, IP/TCP und die Hauptdienste – Telnet, Dateiübertragung und Mail – auf den eigenen Systemen einzuführen. Die Arbeit sollte bis Januar 1982 beginnen; der vollständige Ersatz von NCP war für den 1. Januar 1983 vorgesehen.
Der Plan ging davon aus, dass Systeme nicht zugleich wechseln würden. Einige Hosts nutzten TCP, andere weiterhin das Network Control Protocol (NCP). Deshalb sollten Relais-Hosts beide Umgebungen beherrschen und Telnet, FTP oder Mail zwischen ihnen vermitteln. Für eine Datei über die Protokollgrenze musste ein Nutzer das Relais verwenden, die Datei vom NCP-Host holen und über TCP abrufen. Kompatibilität war ein laufender Dienst.
Für Mail gab es schon vorher Übergangsplanung. RFC 773 aus dem Oktober 1980 untersuchte die Weiterleitung zwischen alten und neuen Systemen und ließ Fragen offen: Wie werden Relais bestimmt? Wie werden Hostnamen und Fähigkeiten verteilt? Ein neues Paketformat allein reichte nicht; Namen und Nutzerdienste mussten weiter funktionieren.
RFC 801 erwartete, dass die meisten Hosts im Juli 1982 TCP nutzten, der letzte NCP-only Host im November fertig würde und im Januar 1983 „Full Internet Service“ nach Abschaltung von NCP und Relais beginne. Das waren Plantermine. RFC 942 bestätigt 1985 rückblickend den ARPANET-Schnitt am 1. Januar 1983, nach jahrelangem Parallelbetrieb und zusätzlichen TCP-only Hosts in den letzten sechs Monaten.
Der Rückblick macht den Abschluss weniger glatt. Terminal Access Controller und Service-Hosts mussten vor den Nutzer-Hosts beide Protokolle unterstützen. Relais wurden stark für Mail genutzt, für andere Zwecke aber wenig. Das Network Information Center war für die neuen Protokolle nicht bereit; dadurch hakte die Verteilung der Hostnamens-Tabelle. Unter anhaltender Nutzerlast zeigten Service-Hosts außerdem Leistungsprobleme, die Analyse und Parameterabstimmung verlangten.
Die Umstellung erreichte ein klar abgegrenztes Ziel: NCP verschwand aus dem ARPANET, TCP/IP übernahm. Das belegt nicht, dass alle Unterstützungsfunktionen unter Volllast geprüft waren oder der Übergang für jeden Nutzer reibungslos verlief. RFC 820 vom Januar 1983 erinnert daran, dass noch weitere Protokolle beteiligt waren. Die neue Umgebung bestand aus Protokollen, Anwendungen und Betrieb.
Quellen
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