Zusammenfassung

  • In Frage 14 wählten 20 Prozent von 1.157 erfassten Befragten RDAP als Dienst, den sie selbst oder ihre Organisation nutzen.
  • Mehrfachauswahl war erlaubt; persönliche und organisatorische Nutzung wurden nicht getrennt. Damit fehlen eine bereinigte Organisationszahl, die einführbare Grundgesamtheit und der Integrationsgrad.
  • Erreichbarkeit, Anfragevolumen, Quelladressen, verfügbare Software und die Ablösung einer Whois-Abhängigkeit sind verschiedene Beobachtungen.
  • APNIC sollte die Umfragereihe fortführen und daneben einen kleinen, klar beschrifteten Nachweisstapel für RDAP veröffentlichen.

Der kleine Tabellenwert mit zu vielen Bedeutungen

Die Datentabelle der Umfrage nennt Whois mit 60 Prozent, das Internet Routing Registry mit 58 Prozent, RPKI mit 48 Prozent, Reverse DNS mit 37 Prozent und RDAP mit 20 Prozent. Sechzehn Prozent wählten keinen dieser Dienste.

Aus der letzten Zahl lässt sich schnell ein Satz machen: Jede fünfte Organisation habe RDAP eingeführt. Genau das wurde nicht gefragt. Frage 14 richtete sich an APNIC-Mitglieder beziehungsweise Kontoinhaber und an Mitglieder eines NIR in der Region. Sie sollten alle Dienste markieren, die „Sie oder Ihre Organisation“ nutzen.

Hinter derselben Markierung können eine gelegentliche manuelle Abfrage, ein produktiv eingebundener Client, ein Versuch in einer einzelnen Abteilung oder ein vom NIR bereitgestellter Dienst stehen. Die Veröffentlichung trennt diese Zustände nicht. Der Wert bleibt nützlich, solange er als das bezeichnet wird, was er ist: gemeldete Nutzung in einer bestimmten Befragtengruppe.

Auch die Segmente sind Hinweise und keine Abnahmeprotokolle. APNIC nennt 19 Prozent bei direkten Mitgliedern und 26 Prozent bei NIR-Mitgliedern. Regional reicht der ausgewiesene Wert von 14 Prozent in Ozeanien bis 27 Prozent in Ostasien. Daraus kann eine Untersuchung zu Unterstützung und Kenntnis entstehen, aber noch kein Befund über installierte Systeme.

Eine Quote braucht eine Beobachtungseinheit

Einführung lässt sich pro Person, Mitgliedskonto, Rechtsträger, konfiguriertem Programm, NIR-Dienst, Anfrage oder abgelöstem Arbeitsablauf zählen. Die Umfrage zählt Antworten. Weil eine Person für sich oder ihre Organisation antworten kann, lässt sich daraus keine eindeutige Zahl von Organisationen rekonstruieren.

Die Mehrfachauswahl verhindert zudem eine Deutung als exklusive Marktanteile. Ein Netzbetreiber kann Whois und RDAP parallel verwenden. Strukturierte Registrierungsdaten können über RDAP kommen, während die RPSL-Funktionen des IRR weiterhin gebraucht werden. Eine APNIC-Analyse von 2021 beschrieb genau dieses Nebeneinander: RDAP war bei allen RIRs und mehreren NIRs ausgerollt, zugleich blieben Whois-basierte Datenflüsse und die eigenständige IRR-Funktion bestehen.

Auch Frage 15 liefert keinen Trichter. Die Rangfolge wurde nur von Menschen gebildet, die die untersuchten Dienste nutzten; ihre Basis betrug 890. Diese bedingte Gruppe mit den 1.157 Antworten aus Frage 14 zu verknüpfen, würde einen Übergang erfinden, den die Umfrage nicht beobachtet hat.

Verkehr zählt keine Unternehmen

APNIC veröffentlicht zusätzlich stündliche, aggregierte Whois- und RDAP-Statistiken. Sie enthalten Anfragezahlen, Herkunfts-ASNs, Abfragetypen und unterschiedliche Quell-IP-Adressen. Das beschreibt Last und Zusammensetzung eines Dienstes. Es zählt keine einführenden Organisationen.

Automatisierung macht die Differenz sichtbar. Ein Client kann mehr Anfragen erzeugen als Tausende gelegentliche Nutzer. Eine Organisation kann über viele Netze erscheinen; eine gemeinsame Plattform kann zahlreiche Kunden hinter einer Quelle bündeln. Ohne weitere, nicht veröffentlichte Annahmen lässt sich Verkehr nicht in Organisationen umrechnen.

Ein strukturierter Datensatz von rdap.apnic.net beweist wiederum nur, dass ein bestimmter Pfad zum Beobachtungszeitpunkt funktionierte. RFC 9082 definiert Abfragen, RFC 9083 die JSON-Antworten. Protokollkonformität und Erreichbarkeit sagen nicht, wie tief RDAP in den Abläufen der Mitglieder verankert ist.

Der APNIC Blog nutzte im Februar 2026 für das weltweite Ökosystem weitere Kennzahlen: bereitgestellte Server, Anfragevolumen, Client-Nutzung, Softwareangebot und die Einstellung von Whois bei manchen Domain-Registries. Jede Größe kann in ihrem Geltungsbereich Adoption belegen. Zusammengeschüttet ergeben sie keine APNIC-weite Quote für Internet-Nummernressourcen.

Vier Zeilen statt einer Gesamtnote

Die nächste Umfrage sollte Frage 14 mit sichtbarer Methodik wiederholen. Daneben genügen vier getrennte Zeilen.

Gemeldete Nutzung hält Wortlaut, Auswahlregel, Basis und Segmente fest. Organisatorische Integration unterscheidet freiwillig und datensparsam zwischen manueller Suche, Skript, produktiver Abhängigkeit, Kundendienst und unbekanntem Zustand. Dienstbeobachtung beschreibt APNIC- und NIR-Abdeckung, stabile Verkehrsmaße, Automatisierung und Klassifikationsänderungen. Ablösereife listet migrierte Funktionen, weiterhin aus Whois stammende Daten und nicht von RDAP übernommene IRR-Aufgaben.

Der EC kann die Umfrage für eine Trainingsentscheidung nutzen. Der Betrieb braucht Abdeckung und Client-Verhalten. Ein NIR braucht lokale Integrationsdaten. Das Abschalten einer alten Schnittstelle verlangt Nachweise zu Restabhängigkeiten und Wiederanlauf. Keine der vier Zeilen sollte sich als Hauptwert ausgeben.

Die übrigen 80 Prozent sind kein Nein

Wer RDAP nicht auswählte, hat es damit weder abgelehnt noch Unwissen, fehlenden Zugang oder eine Whois-Präferenz erklärt. Die Frage misst weder Qualität noch Wert, Verkehrsanteil oder Migrationsreife. Der Wert widerspricht auch nicht einem funktionierenden APNIC-Dienst.

Er belegt etwas Kleineres und Belastbareres: In dieser Frage von 2026 markierten 20 Prozent der erfassten Befragten RDAP. Diese Grenze zu bewahren ist Voraussetzung für die nächste sinnvolle Messung.

Primärquellen