Zusammenfassung

  • PEACESAT berichtete im August 1995 und März 1996, Amerikanisch-Samoa habe keine dauerhafte Verbindung; begrenzte Konnektivität, vor allem für E-Mail, gab es demnach dennoch.
  • Am 1. Oktober 1997 erreichte ein Traceroute aus Großbritannien einen Samoatelco-Server über eine Route mit MCI-Routern, deren Namen auf Sacramento verwiesen. Das ist eine punktuelle Messung von einem einzigen Ausgangsort.

Was eine Route belegt

Das Archiv bewahrt eine kurze, aussagekräftige Folge. Am 21. August 1995 schrieb Scott Nishimura, stellvertretender Computerspezialist bei PEACESAT, Amerikanisch-Samoa habe „keine dauerhafte Verbindung“ und nur begrenzte Konnektivität, die vor allem für E-Mail genutzt werde. Guam stellte er dem Gebiet gegenüber: Die Insel habe eine eigene Verbindung. Im März 1996 gab eine weitere PEACESAT-Nachricht die Einschätzung des Projektentwicklers Thomas Okamura wieder: Zu diesem Zeitpunkt gebe es weiterhin keine dauerhafte Verbindung. Das sind datierte Statusmeldungen, keine Erhebung für das ganze Gebiet. Auch der Ausdruck „dauerhafte Verbindung“ wird darin technisch nicht definiert. Nachricht von 1995; Statusmeldung von 1996.

Am 1. Oktober 1997 sieht die Aktenlage anders aus. Olivier MJ Crepin-Leblond veröffentlichte aus Großbritannien ein Traceroute zu appsrv.samoatelco.com, das in der Nachricht in 208.136.102.34 aufgelöst wurde. Nach 14 angezeigten Hops antwortete das Ziel. Die Route führte über Teleglobe und MCI; MCI-Routernamen nannten West Orange, Bloomington und Sacramento. Ein Probe am zwölften Hop blieb ohne Antwort, spätere Hops und das Ziel antworteten jedoch. Dass ein Zwischenrouter nicht reagierte, hinderte dieses Testpaket also nicht daran, den Server zu erreichen. Es beweist weder einen stabilen Pfad noch den Zustand jedes Routers. Traceroute vom 1. Oktober 1997.

Die Nachricht nennt noch einen anderen Hinweis: Eine Samoatelco-Webseite für das Office of Communications von Amerikanisch-Samoa verlinkte auf lokale Tarife für den Internetzugang per Einwahl. Der erreichbare Server und die Tarifseite zeigen, dass ein dienstbezogener Auftritt von außen sichtbar war. Das Archiv enthält aber keine Zahlen zu Kunden, Verfügbarkeit, Preisen, Kapazität oder geografischer Abdeckung. Eine Antwort des Servers bedeutet nicht, dass die Bevölkerung insgesamt online war.

Die Beobachtung von 1997 muss den früheren Nachrichten nicht widersprechen. „Keine dauerhafte Verbindung“ kann eine direkte oder ständig aktive Leitung gemeint haben; dieselben Quellen räumen begrenzte E-Mail-Konnektivität ein. Das Traceroute zeigt, dass später ein bestimmter Server von einem Punkt in Großbritannien aus erreichbar war. Wann genau sich der Dienst änderte, wie frühere E-Mails transportiert wurden und wer den späteren Server nutzen konnte, lässt sich daraus nicht ableiten.

Die belastbare Geschichte beschreibt daher eine Veränderung der verfügbaren Belege: zunächst begrenzte, vorwiegend E-Mail-basierte Konnektivität, dann 1997 eine dokumentierte internationale Route zu einem Samoatelco-Server. Das ist weniger weitreichend als die Behauptung einer „ersten Verbindung“ – und besser belegt. NSRC-Archiv zu Amerikanisch-Samoa.

Quellen