Zusammenfassung
- Die ACMA hat am 30. Juli 2026 Zivilstrafverfahren gegen Optus Mobile Pty Limited eingereicht, mit Rügeanträgen (declarations) und Antrag auf Geldstrafen wegen 1.005 mutmaßlicher Verstöße.
- Die mutmaßlichen Verstöße betreffen zwei getrennte Pflichten nach den Paragraphen 15 und 19 der Telecommunications (Emergency Call Service) Determination 2019: Zugang zum Notruf und Übertragung bis zum zuständigen Endpunkt.
- Die Höchststrafe beträgt 250.000 australische Dollar je Verstoß; der Gesamtbetrag ist offen und liegt beim Gericht.
- Optus Mobile ist eine hundertprozentige Tochter von Singtel Optus Pty Limited; Optus erklärt, die Klageschrift zu prüfen und die Strafhöhe nicht beziffern zu können.
- Alle Vorwürfe sind zum Zeitpunkt der Klage keine Feststellungen; die Sache befindet sich im Schriftsatzstadium ohne bekannte Einlassung, Terminplan oder Aktenzeichen.
Der Kern der Klage betrifft den 18. September 2025, als nach den Späteren unabhängigen Prüfungen rund drei Viertel der Notrufversuche in einem Zeitraum von fast vierzehn Stunden scheiterten. Die betroffene Region umfasste nach Presseberichten South Australia, Western Australia, den Northern Territory und Teile von New South Wales; als Auslöser der Störung wird ein Firewall-Upgrade genannt. Die von Kerry Schott geleitete unabhängige Untersuchung, im Dezember 2025 veröffentlicht, verzeichnete mehrere Fehler von Optus und dem Auftragnehmer Nokia, eine Diagnosezeit von rund dreizehn Stunden und einen Kundendienst, der frühe Warnungen von fünf Anrufern nicht eskalierte. Die Berichterstattung verband den Ausfall mit zwei Todesfällen; das ist eine Feststellung der Untersuchung, kein Gerichtsurteil.
Die ACMA begründet die Klage mit zwei Verpflichtungen aus der Telecommunications (Consumer Protection and Service Standards) Act 1999, konkretisiert durch die Determination von 2019: den physischen Zugang zum Notruf 000 und 112 (Paragraph 15) und die Übertragung der Notrufe bis zum einschlägigen Endpunkt (Paragraph 19). Sie beansprucht Declarations über 1.005 Kontraventionen und die Verurteilung zu Geldstrafen an den Commonwealth (Telecompaper). Die Behörde verweist auf mehr als zwölf Millionen australische Dollar an Bußgeldern nach dem Ausfall vom November 2023, bei dem ebenfalls Notruffehler auftraten.
Singtel bestätigte am selben Börsentag in einer separaten Erklärung Verhandlungen über den Verkauf eines Teils seiner Optus-Anteile, wie Light Reading berichtete. Bundeskommunikationsministerin Anika Wells begrüßte die Klage als Reaktion auf „schwere angebliche Versäumnisse" (Erklärung vom 30. Juli 2026), ließ aber wegen des laufenden Verfahrens keine weiteren Äußerungen zu.
Wichtig zur Einordnung: Alle 1.005 Vorwürfe sind Behauptungen der Aufsicht. Es gibt keine öffentliche Verteidigungsschrift, keine Zugeständnisse, keine Verhandlungstermine und keine Aktenzeichen in den auffindbaren Quellen. Ob das Gericht den Vorwürfen folgt, ist offen.
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