Zusammenfassung
- Limited Liability Company YarTranzitTelecom ist wirtschaftlich nicht als großflächiger Rechenzentrumsbetreiber zu lesen, sondern als regionaler Yaroslavl-Anbieter, dessen Wert aus Standortnähe, kleinen Colocation-Flächen, Netzbetreiberzugang, öffentlicher Beschaffung und Betriebskontinuität entsteht.
- Die veröffentlichten Tarife und Finanzzahlen ergeben ein plausibles, aber enges Modell: RUB 31.944 Millionen Umsatz im Jahr 2024, rund 31.3 Prozent Bruttomarge, etwa 7.2 Prozent Nettomarge und ein Personalbestand von sechs bis sieben Personen lassen wenig Raum für große Fehlbelegung, Strompreisstress oder verlorene Ankerkunden.
- Die größte Evidenzgrenze liegt bei AS16047: ältere Routing- und Whois-Spiegel verbinden AS16047 und die zwei IPv4-Präfixe mit YarTranzitTelecom, neuere 2026-Ansichten zeigen jedoch Scientific-Production Enterprise Business Sviaz Holding LLC; deshalb ist AS16047 im wirtschaftlichen Bild ein Grenz- und Kontrollrisiko, kein sicherer heutiger Umsatznachweis für YarTranzitTelecom.
Die richtige Größenordnung
Limited Liability Company YarTranzitTelecom ist ein Unternehmen, bei dem die Größenordnung die Analyse bestimmt. Die Firma steht nicht für ein nationales Rechenzentrumsnetz, nicht für hyperskalige Cloud-Kapazität und nicht für eine flächendeckende Zugangsplattform. Die öffentlich überprüfbaren Fakten zeigen stattdessen einen regionalen Betreiber in Yaroslavl, am Standort Pobedy Street 16B, mit einer Rechenzentrumsdarstellung, einem carrier-neutralen Anspruch, einem technischen Flächenkern und einem kleinen, aber offenbar fortlaufenden Umsatz. Gerade diese Begrenztheit ist wichtig.
Bei einem Unternehmen dieser Art entscheidet nicht die absolute Marktgröße, sondern ob eine sehr konkrete lokale Nachfrage genug Preisdisziplin, Stromauslastung und Kundenbindung erzeugt, um die Fixkosten eines technischen Standorts zu tragen.
Die Selbstbeschreibung als Rechenzentrumsbetreiber mit 24/7-Betreuung, Dienstschicht oder technischer Unterstützung und einer Tier-3-nahen Zuverlässigkeitsbehauptung von 99.982 Prozent Verfügbarkeit ist für Kundenkommunikation wertvoll, aber analytisch nur ein Ausgangspunkt. Ohne unabhängige Zertifizierung bleibt es eine Anbieterbehauptung.
Wirtschaftlich relevanter sind die überprüfbaren Bestandteile: eine erste technologische Fläche von 150 Quadratmetern, eine aktuell zugeordnete Leistung von 150 kW, ein FG Wilson Dieselgenerator, Glasfasereinführung in das Gebäude, Glasfaserverbindungen zu großen Betreibern und der Verweis auf einen YAR-IX-Zugangsknoten. Das ist die Sprache eines lokalen Colocation- und Netzstandorts, nicht die Sprache eines reinen Webhosters.
Der Schritt, Hosting seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr anzubieten, passt zu dieser Lesart. Hosting ist für kleine Betreiber oft arbeitsintensiv, preislich angreifbar und schwer gegen größere Cloud-, VPS- und Plattformanbieter zu verteidigen. Ein Rückzug kann ein negatives Nachfragezeichen sein, wenn Kunden weggebrochen sind oder die Plattform technisch veraltet war. Er kann aber auch eine vernünftige Bereinigung sein, wenn Management und Personal die knappe Aufmerksamkeit auf Colocation, Strom, Cross-Connects, Reservebetrieb, dedizierte Infrastruktur und technische Dienstleistungen lenken wollen.
Aus der öffentlichen Evidenz lässt sich nicht entscheiden, welche Interpretation überwiegt. Man kann jedoch festhalten, dass die wirtschaftliche Erzählung nach 2025 weniger von Massenhosting und stärker von physischer Infrastruktur abhängt.
Dieser Wechsel macht die Einheit kleiner, aber möglicherweise klarer. Ein Betreiber mit wenigen Mitarbeitern, begrenztem Energieansatz und lokalem Gebäude kann nicht beliebig viele Produktlinien mit gleicher Qualität bedienen. Wenn YarTranzitTelecom die operative Komplexität reduziert, kann das die Bruttomarge stabilisieren. Wenn der Hosting-Ausstieg dagegen eine Folge sinkender Nachfrage ist, muss der verbleibende Colocation- und Serviceumsatz mehr tragen. Die Finanzzahlen für 2024 liegen knapp vor diesem Einschnitt und bilden deshalb eher den Ausgangspunkt der These als deren Beweis.
Sie zeigen ein Unternehmen, das noch Umsatz und Gewinn erwirtschaftete, aber nicht, ob die 2025er Portfolioentscheidung die Ertragskraft verbessert oder schwächt.
Standortvorteil und lokale Nachfrage
Yaroslavl ist in dieser Analyse kein austauschbarer Ortsname. Für einen regionalen Rechenzentrumsanbieter ist die Nähe zu Verwaltungen, Bildungseinrichtungen, lokalen Betreibern, Unternehmensnetzen und kommunalen Dienstleistern ein Teil des Produkts. Ein Kunde, der Hardware physisch erreichen will, kurze Wege zur Installation braucht oder aus organisatorischen Gründen Infrastruktur innerhalb der Region bevorzugt, bewertet einen lokalen Standort anders als ein rein preisgetriebener Cloud-Kunde.
Das gilt besonders, wenn der Anbieter nicht nur Stellfläche, sondern auch Betrieb, Überwachung, Stromversorgung, Kühlung, Datenverbindungen und technische Reaktionsfähigkeit verkauft.
Die historische Rolle des Standorts ist ein zusätzlicher Hinweis. Eine regionale Regierungsverordnung aus dem Jahr 2013 führte CJSC YarTranzitTelecom am selben Standort als Betreiber eines E-Government-Rechenzentrums in einer Liste von Stromverbrauchern, deren Beschränkung wirtschaftliche, ökologische oder soziale Folgen haben könnte. Das ist kein Beweis für aktuelle Verträge der 2015 registrierten LLC, aber es zeigt, dass die Infrastruktur am Standort nicht zufällig entstand. Sie hatte bereits vor der heutigen Gesellschaftsform eine öffentliche und infrastrukturelle Wahrnehmung.
Für kleine Rechenzentrumsökonomie zählt eine solche Historie, weil Vertrauen, Zutritt, Bekanntheit und lokale Behördenbeziehungen oft schwerer zu replizieren sind als ein einzelner Serverraum.
Auch die Beschaffungsdaten sprechen für regionale Einbindung, wenn auch mit Grenzen. Öffentliche Aggregatoren nennen je nach Ansicht 20 oder 23 gewonnene Beschaffungen und Gesamtwerte zwischen rund RUB 26.937 Millionen und RUB 30.626 Millionen. Die Abweichung verbietet eine exakte Contract-Scorecard, aber die Richtung ist klar: YarTranzitTelecom ist nicht nur eine anonyme Website mit Tarifen, sondern taucht in öffentlicher Nachfrage auf.
Besonders auffällig ist die Konzentration: Ein Profil ordnet etwa 88.46 Prozent des sichtbaren Beschaffungswerts der regionalen Beschaffungsabteilung in Yaroslavl zu, weitere 10.37 Prozent einem regionalen Bildungs-, Telekommunikations- und Informationssystemzentrum und 1.15 Prozent Electronic Region. Das ist wirtschaftlich gut und gefährlich zugleich.
Gut ist es, weil ein kleiner Betreiber mit öffentlichen Ankerkunden planbarere Auslastung erreichen kann. Gefährlich ist es, weil Konzentration die Verhandlungsmacht verschiebt. Wenn wenige staatliche oder staatsnahe Kunden einen großen Teil der sichtbaren Nachfrage ausmachen, ist die Umsatzqualität abhängig von Ausschreibungszyklen, Haushalten, administrativen Beziehungen und formalen Zulassungsvoraussetzungen. Eine verlorene oder verspätete Ausschreibung kann dann mehr bedeuten als ein normaler Kundenschwund.
Die Aggregatoren zeigen keine vollständige Erlösaufteilung, also darf man den gesamten Umsatz nicht auf öffentliche Beschaffung zurückführen. Dennoch ist der Beschaffungskanal für die Risikoeinschätzung zentral.
Der regionale Standortvorteil wird damit zur Balancefrage. Lokale Nähe und Vertrauenshistorie helfen gegen anonyme Großanbieter. Sie ersetzen aber keine dauerhafte kommerzielle Diversifizierung. Ein Yaroslavl-Kunde kann Colocation am Ort bevorzugen, solange Preis, Betrieb und Netzanbindung genügen. Derselbe Kunde kann bei reiner Compute-, Storage- oder Standardhosting-Nachfrage auf größere Anbieter ausweichen.
Die wirtschaftliche Verteidigung von YarTranzitTelecom liegt deshalb nicht in Volumen, sondern in Aufgaben, bei denen physische Nähe, individuelle Betreuung, Betriebsfortführung oder regulatorisch-organisatorische Bequemlichkeit den Preisvergleich entschärfen.
Strom, Fläche und die Logik eines kleinen Rechenzentrums
Die veröffentlichte Infrastrukturlage lässt sich in eine einfache Kapazitätslogik übersetzen. Eine erste technologische Fläche von 150 Quadratmetern und 150 kW aktuell zugeordneter Leistung bilden keinen großen Standort. Sie bilden einen Raum, in dem jede kW-Entscheidung wichtig ist. Der Tarif für einen Standard-42U-Schrank oder Rackplatz bis 3 kW liegt bei RUB 68,000 pro Monat, mit Einmalzahlungen je nach Struktur von RUB 40,000 oder RUB 20,000. Größere Flächen beginnen bei RUB 90,000 monatlich.
Zusätzliche garantierte Leistung kostet RUB 10,500 je kW und Monat; zusätzliche unterbrechungsfrei versorgte Leistung kostet RUB 13,500 je kW und Monat. Das zeigt, dass Strom nicht nur Kostenblock ist, sondern eigenständiger Erlöstreiber.
Ein voller Standard-Schrank zu RUB 68,000 pro Monat erzeugt RUB 816,000 Jahresumsatz vor Rabatten, Zusatzleistung, Cross-Connects, Einmalzahlungen und Sonderdiensten. Rechnerisch würden etwa 39 solche Schrankäquivalente den 2024er Umsatz von RUB 31.944 Millionen erreichen. Diese Rechnung ist kein Beleg für 39 belegte Schränke. Sie ist eine Größenordnung, die zeigt, dass der veröffentlichte Umsatz mit einer relativ kleinen Zahl ernsthafter Colocation-Kunden vereinbar ist.
Weil das Unternehmen zusätzlich dedizierte Server, VPS/VDS, Reserve-Rechenzentrumsdienste, Wartung, Netzanschlüsse und möglicherweise projektbezogene Leistungen anbietet, ist die tatsächliche Mischung breiter. Trotzdem bleibt die Kernaussage: Der Umsatz kann in diesem Modell aus Dutzenden, nicht Hunderten, kritischer Stellplatz- und Serviceeinheiten entstehen.
Die Leistung begrenzt diese Fantasie. 150 kW geteilt durch 3 kW pro Standard-Schrank ergeben theoretisch 50 Schränke, noch bevor Kühlverluste, Stromverteilung, Redundanz, Nebenverbraucher, Reservepuffer, unterschiedliche Lastprofile und Sicherheitsspielräume berücksichtigt werden. Die Anbieterkommunikation nennt zugleich eine mögliche vierte Ausbaustufe mit bis zu 100 Telekommunikationsschränken. Diese Zahl darf nicht als aktuelle verkaufbare 3-kW-Kapazität gelesen werden. Sie beschreibt eine mögliche Ausbaulogik, während die aktuelle Leistungsbasis viel enger ist.
Genau hier liegt eine der wichtigsten wirtschaftlichen Fragen: Kann YarTranzitTelecom mehr Ertrag aus vorhandener Energie ziehen, oder braucht Wachstum neue Capex- und Energiezusagen?
Die Inbetriebnahme eines dritten abgedichteten Raums mit 12 42U-Telekommunikationsschränken und zwei Airedale-Präzisionsklimaanlagen mit zusammen 80 kW Kühlleistung ist ein nützlicher Hinweis auf operative Erneuerung. Ein solcher Raum könnte bei 3 kW je Schrank rund 36 kW IT-Last bedeuten, bevor Overhead und tatsächliche Lastprofile betrachtet werden. Die 80 kW Kühlung signalisieren Raumreserve und technische Vorsicht, heben aber die standortweite Energiegrenze nicht auf. Kühlung und Strom müssen zusammenpassen.
Ein Betreiber kann nicht allein durch zusätzliche Schränke wachsen, wenn Leistung, Einspeisung, USV, Generator, Brandschutz, Kabelwege und Kundenlasten nicht mitwachsen.
Für die Marge ist diese Kapazitätsdisziplin entscheidend. Ein kleiner Rechenzentrumsstandort hat hohe Fixkosten relativ zum Umsatz: Strominfrastruktur, Klimatisierung, Wartung, Bereitschaft, Ersatzteile, Sicherheits- und Gebäudelogik müssen auch dann bezahlt werden, wenn einzelne Kunden weniger nutzen. Gleichzeitig kann gute Auslastung stark wirken, weil Zusatzstrom, Cross-Connects und Serviceleistungen oberhalb der Fixkosten überproportional beitragen können. Die veröffentlichte Bruttomarge von rund 31.3 Prozent im Jahr 2024 ist in diesem Kontext weder spektakulär noch schlecht.
Sie deutet darauf hin, dass Kosten der Leistungserbringung erheblich sind, aber ein operativer Deckungsbeitrag bleibt. Die Nettomarge von etwa 7.2 Prozent zeigt jedoch, wie wenig Polster nach weiteren Aufwendungen übrig bleibt.
Tarife als Fenster in die Ertragsmechanik
Die Tarife zeigen ein Unternehmen, das mehrere Erlöshebel um denselben physischen Standort baut. Colocation ist der Kern. Stromaufschläge monetarisieren Lastdichte. Glasfasereinführung wird mit RUB 30,000 einmalig berechnet. Der Zugang zu Netzwerkressourcen anderer Betreiber ist mit einer Einmalzahlung von RUB 1,300 aufgeführt. E1-, Fast-Ethernet-, Gigabit-Ethernet- und Glasfaserverbindungen erscheinen mit monatlichen Zahlungen von RUB 1,400 oder RUB 2,300. Einzelne Units in einem YarTT-Rack reichen monatlich von RUB 1,100 bis RUB 10,400, abhängig von passiver oder stromintensiver Ausrüstung.
Weitere 100-Watt-Schritte kosten RUB 1,350 monatlich. Das ist keine reine Flächenvermietung, sondern ein Katalog aus Raum, Strom, Kabeln, Zugriff und Betreuung.
Diese Struktur hat eine klare wirtschaftliche Logik. Ein Kunde beginnt mit einer physischen Präsenz, braucht dann Stromqualität, möglicherweise mehr Leistung, einen oder mehrere Betreiberzugänge, Cross-Connects, Hands-on-Unterstützung und vielleicht Reserve- oder Wartungsleistungen. Je mehr die Kundenumgebung in den Standort eingebettet ist, desto höher werden Wechselkosten. Der einzelne Tarifposten ist klein; die Kombination kann relevant werden. Für YarTranzitTelecom ist das wichtig, weil die absolute Fläche begrenzt ist.
Ein kleiner Betreiber muss pro Quadratmeter und pro kW mehr als nur Grundmiete verdienen, wenn er Betrieb, Personal und technische Reserve finanzieren will.
Die dedizierten Server und VPS/VDS-Angebote wirken dagegen wie ergänzende oder historische Produktlinien. Dedizierte Server reichen in der veröffentlichten Preisspanne von RUB 2,000 monatlich für ältere, niedrige Konfigurationen bis RUB 23,600 für höhere gelistete Dual-Prozessor-Ausrüstung. VPS/VDS-Pläne liegen zwischen RUB 250 und RUB 1,650 monatlich, mit einer Standardanbindung, die ohne Erhöhung auf 100 Mbps begrenzt beschrieben wird. Diese Produkte können vorhandene Infrastruktur besser auslasten, sprechen aber einen anderen Markt an. Sie sind preislich stärker vergleichbar, technisch leichter zu ersetzen und operativ supportintensiver.
Der erklärte Hosting-Ausstieg ab Anfang 2025 legt nahe, dass das Management zumindest einen Teil der servicebreiten, kleinpreisigen Nachfrage nicht mehr als Kern betrachtet.
Der Reserve-Rechenzentrumsdienst ist wirtschaftlich interessanter. Er wird um Geschäftskontinuität, geografisch verteilte Infrastruktur und mögliche gemeinsame Lösungen mit Moskauer Betreibern oder Rechenzentren positioniert. Für einen Yaroslavl-Standort kann das ein sinnvolles Segment sein: nicht primärer Massencampus, sondern sekundärer Standort für regionale Resilienz, administrative Anforderungen oder kostengünstigere Ausweichkapazität. Ohne Kundenliste, SLA-Historie oder Preise bleibt die monetäre Bedeutung offen. Als Produktthese passt es jedoch besser zur physischen Stärke des Unternehmens als Standardhosting.
Es verkauft Standort und Betriebsvertrauen, nicht bloß Rechenleistung.
Auch die angebotene Wartung von Rechenzentrumssystemen für Strom, Kühlung und Datennetze gehört in diese Logik. Der Anbieter nennt mögliche Einsparungen bis zu 30 Prozent der laufenden Betriebskosten, was als Marketingbehauptung nicht übernommen werden sollte. Trotzdem zeigt der Dienst, dass YarTranzitTelecom sein technisches Know-how auch außerhalb reiner Stellfläche monetarisieren will. Für ein kleines Team kann Beratungs- und Wartungsgeschäft attraktiv sein, wenn es vorhandene Kompetenz nutzt und nicht zu viele individuelle Projekte bindet. Es kann aber auch Managementzeit von der eigenen Anlage abziehen.
Die Wirtschaftlichkeit hängt deshalb davon ab, ob solche Dienste standardisiert und profitabel sind oder als kundenspezifische Nebenarbeit entstehen.
Finanzprofil: ordentlich, aber eng
Die 2024er Zahlen vermitteln ein Bild von Fortbestand, nicht von komfortabler Skalierung. RUB 31.944 Millionen Umsatz, RUB 21.944 Millionen Umsatzkosten, RUB 10.0 Millionen Bruttogewinn und RUB 2.3 Millionen Nettogewinn ergeben rund 31.3 Prozent Bruttomarge und rund 7.2 Prozent Nettomarge. Gegenüber RUB 29.350 Millionen Umsatz im Jahr 2023 entspricht das einem Wachstum von etwa 8.84 Prozent. Für einen kleinen regionalen Betreiber ist das positiv: Es gibt keinen sichtbaren Umsatzkollaps, und das Unternehmen war profitabel. Gleichzeitig ist die absolute Gewinnbasis gering.
Ein einziger größerer technischer Ausfall, eine Energiepreisänderung, ein verlorener öffentlicher Auftrag, zusätzliche Lizenz- oder Compliance-Kosten oder ein ungeplanter Ersatzinvestitionsbedarf kann einen erheblichen Teil des Jahresgewinns berühren.
Die Personalzahlen unterstreichen die operative Enge. Ein Aggregator nennt für 2024 durchschnittlich sechs Beschäftigte und zeigt ähnliche Größenordnungen in Vorjahren; RBC berichtet durchschnittlich sieben. Die Differenz ist klein, aber analytisch relevant, weil bei einem so kleinen Unternehmen jede Person betriebliche Kapazität bedeutet. Umsatz je Mitarbeiter liegt bei sechs Personen bei etwa RUB 5.32 Millionen, bei sieben Personen bei etwa RUB 4.56 Millionen. Diese Spanne ist kein Produktivitätsranking, sondern ein Hinweis auf ein schlankes Betriebsmodell.
24/7-Bereitschaft, technische Wartung, Kundenzugang, Verwaltungsarbeit, Beschaffungsteilnahme und Produktbetrieb müssen mit sehr wenigen Menschen getragen werden.
Ein schlankes Team kann Vorteile haben. Entscheidungswege sind kurz, lokale Kunden kennen Ansprechpartner, und Fixkosten bleiben begrenzt. Es kann aber auch ein Risiko sein. Rechenzentrumsbetrieb ist nicht fehlertolerant gegenüber Wissenskonzentration. Wenn wenige Fachleute die Anlage, Kundeninstallationen, Strompfade, Netzverbindungen und Lieferantenbeziehungen kennen, entsteht personelle Schlüsselabhängigkeit. In einer größeren Organisation können Schichten, Dokumentation und Spezialisierung Ausfälle abfedern.
Bei YarTranzitTelecom muss man annehmen, dass operative Resilienz stärker von den konkreten Personen, ihrem Erfahrungswissen und ihrer Erreichbarkeit abhängt.
Die Marge sollte deshalb nicht isoliert gelesen werden. 31.3 Prozent Bruttomarge können gut aussehen, wenn der Standort stabil ausgelastet ist und Zusatzstrom, Cross-Connects und Dienste wachsen. Sie kann schnell knapp werden, wenn Stromkosten steigen, Geräte erneuert werden müssen oder Kunden günstige Alternativen nutzen. Die Nettomarge von 7.2 Prozent zeigt, dass nach Kosten, Verwaltung, Abschreibungsnähe, Finanzierungseffekten und sonstigen Aufwendungen kein großer Puffer sichtbar ist.
Für Investoren, Gläubiger oder große Unternehmenskunden wäre deshalb nicht nur die Gewinn- und Verlustrechnung relevant, sondern auch der Zustand der Strom- und Kühlanlagen, der Ersatzteilplan, die Vertragslaufzeiten, die Preisanpassungsklauseln und die tatsächliche Vorauszahlungsstruktur.
Die veröffentlichten Zahlen brechen Umsätze nicht nach Colocation, Strom, Cross-Connects, Beschaffung, dedizierten Servern, VPS/VDS, Reservebetrieb oder Wartung auf. Das ist eine wichtige Grenze. Zwei Unternehmen mit derselben Umsatzsumme können völlig unterschiedliche Qualität haben: Das eine lebt von mehrjährigen Colocation-Verträgen mit Stromaufschlägen, das andere von kurzfristigen Projekten und kleinen Serverkunden. Bei YarTranzitTelecom spricht die öffentliche Darstellung für einen Infrastrukturkern, aber sie beweist keine Umsatzmischung.
Jede robuste Bewertung muss deshalb mit Szenarien arbeiten: ein günstiges Szenario mit stabilen Ankerkunden und hoher Standortbindung, ein mittleres Szenario mit moderatem Colocation-Kern und Nebenumsätzen, und ein ungünstiges Szenario mit hoher Beschaffungskonzentration und schwindenden Legacy-Diensten.
Carrier-Neutralität: Stärke und Selbstbegrenzung
Der carrier-neutrale Anspruch ist für YarTranzitTelecom ein zentrales Verkaufsargument. Ein lokaler Kunde will im Rechenzentrum nicht in eine einzige Netzoption eingeschlossen sein. Wenn Glasfaser in das Gebäude geführt wird, wichtige Betreiber erreichbar sind und ein YAR-IX-Zugangsknoten organisiert wird, entsteht ein lokaler Treffpunkt für Konnektivität. Historische YAR-IX-Unterlagen beschreiben die Logik eines lokalen Austauschs: Verkehr soll regional bleiben, Betreiber und Inhalte sollen näher zusammenkommen, und ein neutraler Ort soll Zusammenschaltung erleichtern.
Selbst wenn diese Unterlagen historisch sind und keine aktuellen Verkehrsvolumina beweisen, erklären sie die strategische Idee des Standorts.
Carrier-Neutralität ist jedoch keine automatische Preismacht. Die Liste verfügbarer Betreiber stützt zwar die Attraktivität des Standorts, sie zeigt aber zugleich Ersatzoptionen. Ein Kunde, der bei mehreren Netzbetreibern direkt einkaufen kann, muss YarTranzitTelecom nicht als alleinigen Connectivity-Zwischenhändler nutzen. Der Betreiber verdient dann stärker an Raum, Strom, Cross-Connects, Betreuung und Standortqualität als an monopolartiger Bandbreite. Das kann gesünder sein, weil Kunden die Neutralität schätzen. Es begrenzt aber die Möglichkeit, Konnektivität mit hohen Margen einzupreisen.
Der 2016 gemeldete Yaroslavl-Monitoringpunkt mit Unterstützung von YarTranzitTelecom ist ein weiteres nützliches Signal. Er zeigt, dass der Standort oder Betreiber für externe Netzbeobachtung sichtbar genug war, um in einem Monitoringnetz aufzutauchen. Das ist kein Umsatzbeweis, aber es passt zur Rolle als lokaler Netzknoten. Für Netzökonomie ist solche Sichtbarkeit wichtig. Sie bedeutet, dass die Anlage nicht nur ein privater Serverraum ist, sondern Teil der regionalen Internetmessbarkeit war.
Dennoch bleibt die Frage offen, wie viel kommerzieller Verkehr, Peering oder Transit heute tatsächlich über YarTranzitTelecom-bezogene Infrastruktur läuft.
Genau hier wird die AS16047-Frage entscheidend. Sichtbare Routingressourcen können einem kleinen Betreiber zusätzliche Glaubwürdigkeit geben. Ein eigenes oder klar kontrolliertes AS, RPKI-validierte Präfixe und stabile Upstream-Beziehungen sprechen für technische Reife. Wenn diese Ressourcen aber öffentlich nicht mehr eindeutig derselben juristischen Einheit zugeordnet sind, muss die wirtschaftliche Analyse vorsichtiger werden. Man darf nicht aus einer historischen ASN-Zuordnung automatisch auf heutige Kontrolle, heutige Kundenbeziehungen oder heutigen Umsatz schließen.
AS16047 als Grenzrisiko
AS16047 ist im öffentlichen Material gleichzeitig ein Beleg für historische Netzrelevanz und die wichtigste offene Kontrollfrage. Ältere oder verzögerte Routing- und Whois-Ansichten ordnen AS16047, YAR-TT-AS, die Präfixe 37.60.176.0/21 und 185.220.40.0/22 sowie die Adresse Pobedy 16B Limited Liability Company YarTranzitTelecom zu. Andere aktuelle Spiegel zeigen dagegen nach einer RIPE-bezogenen Änderung im Juni 2026 Scientific-Production Enterprise Business Sviaz Holding LLC, ORG-BSH1-RIPE und Business-Sviaz-Kontaktdaten.
Mehrere Ansichten bestätigen weiterhin dieselbe technische Grundform: zwei IPv4-Präfixe, insgesamt 3,072 IPv4-Adressen, keine IPv6-Präfixe und RPKI-validierte Routen. Die Zuordnung der Kontrolle ist jedoch nicht stabil.
Für die Unternehmensbewertung bedeutet das: AS16047 darf nicht als klarer heutiger Vermögenswert von YarTranzitTelecom behandelt werden. Es darf aber auch nicht ignoriert werden, weil ältere Quellen und rangebezogene Seiten eine Verbindung zeigen. Die faire Deutung ist ein Boundary Risk. Entweder gab es eine Übertragung, organisatorische Neuordnung, Betriebsübernahme oder Spiegelverzögerung; oder die öffentlich sichtbaren Daten bilden unterschiedliche Zeitpunkte und Datenbanken ab.
Ohne aktuellen RIPE-Auszug, Vertrag, Managementbestätigung oder technische Betriebsunterlagen bleibt offen, wer die wirtschaftliche Kontrolle über die Routen, Kunden und Netzbeziehungen hat.
Die zwei Präfixe selbst sind für einen kleinen regionalen Betreiber relevant. 3,072 IPv4-Adressen sind kein riesiger Bestand, aber in einer Welt knapper IPv4-Ressourcen durchaus nützlich. Sie können Hosting, Colocation, Kundenzuweisungen, Infrastrukturadressen, Dienste und Reputation tragen. Hosted-Domain-Signale von 112 oder 116 Domains über 42 IP-Adressen zeigen Aktivität, nicht Erlös. Pingbare Adressen und geolokalisierte Beispieladressen in Yaroslavl belegen Netzsichtbarkeit, nicht Kundenqualität.
Ein samplebasierter IP-Datenbankeintrag oder ein Routingdashboard sagt nicht, wer die Rechnung stellt, wer den Kundenvertrag hält oder welcher Betreiber die Marge erhält.
Der sichtbare Upstream- oder Nachbarschaftskontext nennt heute vor allem AS9049, ER-Telecom. Ältere Route-Policy-Texte verweisen zusätzlich auf AS12389 und AS52118. Auch hier gilt: BGP-Nachbarschaft ist kein Vertrag, und öffentliche Routingtabellen ersetzen keine kommerzielle Dokumentation. Trotzdem ist die Richtung wichtig. Ein lokaler Betreiber hängt wirtschaftlich an der Qualität und Kostenstruktur seiner Upstream-Verbindungen. Wenn YarTranzitTelecom die Netzressourcen nicht mehr kontrolliert, verschiebt sich sein Wert stärker zum physischen Rechenzentrum und zu lokalen Kundenbeziehungen.
Wenn es sie weiterhin wirtschaftlich nutzt, muss die formale Zuordnung erklärt werden.
Die fehlende offensichtliche PeeringDB-Präsenz in einer öffentlichen Suchansicht passt zu einem eher lokalen und kleinen Netzprofil. Das ist nicht negativ an sich. Viele regionale Betreiber brauchen kein starkes öffentliches Peering-Marketing. Für die Due Diligence ist es aber ein weiterer Grund, zwischen Website-Positionierung, historischen YAR-IX-Ideen und aktuellem routingwirtschaftlichem Gewicht zu unterscheiden. YarTranzitTelecom kann ein nützlicher lokaler Standort sein, ohne dass AS16047 heute ein vollständig zurechenbarer Unternehmenswert ist. Diese Trennung ist für eine nüchterne Bewertung entscheidend.
Lizenz- und Registerlage
Die juristische Identität der LLC ist klarer als die Netzressourcenfrage. Öffentliche Registerspiegel identifizieren Limited Liability Company YarTranzitTelecom als russische Gesellschaft mit beschränkter Haftung, registriert am 27. März 2015, mit OGRN 1157606001068, INN 7606098580, KPP 760601001 und rechtlicher Adresse in Yaroslavl, Pobedy Street 16B. Der Haupttätigkeitscode 61.10.1 verweist auf Telefonkommunikationsdienste. Yuri Nikolaevich Elashkin wird als Generaldirektor und 100-Prozent-Eigentümer genannt. Diese Konzentration der Eigentümer- und Führungsrolle ist für kleine Betreiber typisch, aber nicht risikofrei.
Ein eigentümergeführtes Modell kann schnell und konsistent sein. Kundenbeziehungen, technische Entscheidungen und Beschaffungskontakte laufen über bekannte Personen. Gleichzeitig erhöht es Nachfolgerisiko, Schlüsselpersonenrisiko und Governance-Abhängigkeit. Wenn derselbe Akteur Eigentum und operative Leitung bündelt, ist die Qualität der Firma eng mit dieser Person verbunden. Für Banken oder größere Kunden stellt sich dann die Frage, wie Betrieb, Berechtigungen, technische Dokumentation, Lieferantenbeziehungen und Kundenhistorie gesichert sind, falls die Leitung ausfällt oder verkauft.
Öffentliche Registerspiegel beantworten diese Frage nicht.
Die Kommunikationslizenzen L030-00114-77/00050081 und L030-00114-77/00050082 werden in öffentlichen Aggregatoren mit Laufzeit vom 13. August 2015 bis 13. August 2026 aufgeführt. Weil der Evidenzstichtag der 8. August 2026 ist, ist das ein unmittelbarer Prüfungspunkt. Man kann daraus nicht ableiten, dass die Lizenzen nach dem 13. August 2026 ausgelaufen sind oder verlängert wurden. Man kann nur sagen, dass jede aktuelle Bewertung den Erneuerungsstatus prüfen muss. Für ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell Kommunikations- und Rechenzentrumsdienste berührt, ist Lizenzkontinuität keine Formalie.
Sie beeinflusst Vergabefähigkeit, Kundenvertrauen und regulatorische Betriebssicherheit.
Ein gemeldeter administrativer Streit aus dem Jahr 2017, A82-8731/2017, mit der regionalen Roskomnadzor-Stelle in Yaroslavl als Klägerin und YarTT als Beklagter, ist ohne weitere Details ebenfalls nicht überzubewerten. Er zeigt, dass es regulatorische Berührung gab, aber nicht automatisch ein strukturelles Problem. In der Telekommunikation sind Verwaltungsfälle nicht ungewöhnlich. Für eine Risikoprüfung gehört der Fall dennoch auf die Liste, vor allem zusammen mit Lizenzlaufzeiten, öffentlicher Beschaffung und Infrastrukturrolle. Ein kleiner Betreiber kann sich weniger Rechts- und Compliance-Ablenkung leisten als ein großer Konzern.
Wettbewerb: nicht gegen alle, sondern gegen bestimmte Alternativen
YarTranzitTelecom konkurriert nicht einheitlich gegen denselben Gegnertyp. Bei Standard-VPS und einfachen dedizierten Servern steht es gegen größere Anbieter, Preisvergleich, Cloud-Substitution und alte Hardwarezyklen. Bei Colocation in Yaroslavl konkurriert es gegen Eigenbetrieb, andere regionale Standorte, größere Rechenzentren in Moskau oder anderen Städten und Carrier- oder Systemintegratorlösungen. Bei Reserve-Rechenzentrum und technischer Wartung konkurriert es gegen interne IT-Abteilungen, Systemintegratoren und überregionale Dienstleister. Die Verteidigbarkeit unterscheidet sich je Produkt.
Am besten ist die Position dort, wo lokale Nähe und physische Präsenz zählen. Ein regionales Unternehmen, eine Behörde oder eine Bildungseinrichtung kann Gründe haben, nicht jede Infrastruktur in eine entfernte Cloud oder ein anderes Ballungszentrum zu verlagern. Diese Gründe können Latenz, Kontrolle, Personalzugang, organisatorische Gewohnheit, Budgetstruktur, Beschaffungsregeln oder einfach Vertrauen sein. YarTranzitTelecom muss in diesem Segment nicht der billigste Anbieter Russlands sein. Es muss zuverlässig, erreichbar und ausreichend vernetzt sein.
Die Tarife können dann als Preis für Betriebssicherheit und lokalen Zugang gelesen werden.
Schwächer ist die Position dort, wo der Dienst vollständig digital und austauschbar ist. VPS für RUB 250 bis RUB 1,650 monatlich ist kaum ein Burggraben. Dedizierte Altserver zu niedrigen Preisen können vorhandene Hardware monetarisieren, aber sie schaffen keine dauerhafte Differenzierung. Wenn Kunden nur Compute suchen, ist der Standortvorteil gering. Der Hosting-Ausstieg spricht dafür, dass das Unternehmen diese Realität erkennt oder ihr ausgesetzt war. Die Frage ist, ob die verbleibenden Produkte genug Volumen und Marge aufnehmen können, um wegfallende Hostingkleinteiligkeit zu ersetzen.
Carrier-Neutralität kann im Wettbewerb beide Seiten spielen. Sie zieht Kunden an, die Auswahl wollen. Gleichzeitig öffnet sie den Raum für Netzbetreiber, die direkt mit Kunden arbeiten. Ein Rechenzentrum verdient dann an Zugang und physischer Infrastruktur, aber nicht zwingend an jeder Datenverkehrsmarge. Für YarTranzitTelecom ist das wahrscheinlich die richtige Position: ein neutraler lokaler Knoten statt ein geschlossener Telekommunikationsmonopolist. Ökonomisch bedeutet es aber, dass Auslastung und Servicequalität wichtiger sind als reine Transitmarge.
Was der 2024er Umsatz tatsächlich sagt
RUB 31.944 Millionen Jahresumsatz sind für sich genommen weder groß noch trivial. In westlicher Rechenzentrumslogik wäre das winzig. In der lokalen Yaroslavl-Konstellation kann es ein belastbarer kleiner Betrieb sein. Die richtige Frage lautet nicht, ob YarTranzitTelecom groß ist, sondern ob die vorhandene Umsatzbasis genug wiederkehrende Qualität hat. Wenn ein erheblicher Teil aus Schrankmiete, Strom, Cross-Connects und mehrjährigen Kundenbeziehungen stammt, ist die Firma stabiler, als der absolute Betrag vermuten lässt.
Wenn ein erheblicher Teil aus projektbezogenen öffentlichen Aufträgen, Altservern oder kurzfristigen Diensten stammt, ist sie empfindlicher.
Die rechnerischen Schrankäquivalente helfen bei dieser Einschätzung. 39 Standard-Schränke zum veröffentlichten Monatsstandard könnten den Umsatz grob erreichen. Das ist plausibel innerhalb der Leistungs- und Flächenordnung, aber es lässt viele Fragen offen. Wie viele Schränke sind tatsächlich belegt? Welche Kunden zahlen Zusatzleistung? Gibt es Rabatte? Wie hoch ist der Anteil kleiner Unit-Platzierungen? Sind größere Flächen ab RUB 90,000 monatlich relevant? Welche Umsätze stammen aus öffentlicher Beschaffung, Wartung oder Leitungsdiensten? Ohne diese Mischung bleibt die Zahl ein Maßstab, kein Beweis.
Die Kostenstruktur ist ebenso wichtig. RUB 21.944 Millionen Umsatzkosten bei RUB 31.944 Millionen Umsatz bedeuten, dass der direkte Betrieb teuer ist. Das passt zu Strom, Kühlung, Technik, Netzkosten, Personalnähe und Wartung. Wenn Energiepreise, Ersatzinvestitionen oder Betreiberkosten steigen, kann die Bruttomarge sinken, sofern Verträge keine Preisanpassung erlauben. Wenn zusätzliche Auslastung auf vorhandener Infrastruktur möglich ist, kann die Marge steigen, weil fixe Elemente besser verteilt werden. Das ist der typische Hebel kleiner Rechenzentren: knappes Volumen, aber potenziell starke operative Hebelwirkung bei guter Auslastung.
Der Nettogewinn von RUB 2.3 Millionen ist die härteste Mahnung. Ein Betrieb dieser Art kann bilanziell profitabel sein und dennoch wenig freien Spielraum haben. Ein Generator, eine Klimaanlage, eine USV-Komponente, ein Brandschutzsystem oder eine Kabelinfrastruktur kann schnell relevante Summen binden. Die öffentliche Evidenz nennt einen FG Wilson Dieselgenerator und Airedale-Kühlung, aber nicht Alter, Wartungsverträge, Redundanzpfade oder Ersatzteilreserven. Für Kunden mag die 24/7-Betreuung im Alltag wichtiger sein; für die Finanzanalyse sind die unsichtbaren Erneuerungskosten entscheidend.
Szenarien für die nächsten Jahre
Im positiven Szenario wird YarTranzitTelecom ein disziplinierter regionaler Infrastrukturbetreiber. Hosting wurde bereinigt, Colocation und Stromumsätze tragen stärker, öffentliche Kunden bleiben, lokale Unternehmen suchen physische Nähe, und Reserve-Rechenzentrumsdienste gewinnen als Kontinuitätsprodukt. Die kleine Personalbasis bleibt ausreichend, weil Prozesse vertraut sind und der Standort nicht über seine Kapazität hinaus vermarktet wird. Zusatzstrom, Cross-Connects und Wartungsleistungen verbessern den Umsatz pro Kunde. In diesem Szenario ist die Firma keine Wachstumsstory im großen Stil, aber ein nützlicher lokaler Cashflow-Betrieb.
Im mittleren Szenario bleibt die Firma stabil, aber begrenzt. Die Umsätze wachsen langsam, Beschaffung und Bestandskunden sichern Grundauslastung, doch neue Produkte bringen wenig Skalierung. Der Standort bleibt relevant, aber die 150-kW-Basis und kleine Fläche begrenzen größere Neukunden. Die AS16047-Frage löst sich nicht zugunsten eines klaren YarTranzitTelecom-Netzvermögens, sodass die Bewertung stärker auf Gebäude, Betrieb und Kundenbeziehungen fällt. Die Nettomarge bleibt dünn, aber positiv. Das Unternehmen bleibt dann für lokale Kunden wichtig, ohne außerhalb der Region größere strategische Bedeutung zu entfalten.
Im negativen Szenario zeigen sich mehrere Engpässe gleichzeitig. Ein öffentlicher Ankerkunde reduziert oder verliert sich in einer Ausschreibung, Energiekosten oder Ersatzinvestitionen steigen, Hosting- und Kleinserverumsätze schrumpfen schneller als Colocation wächst, und die Lizenz- oder Netzressourcenlage erfordert zusätzliche Arbeit. Wenn AS16047 wirtschaftlich nicht mehr bei YarTranzitTelecom liegt oder für Kunden nicht mehr als Teil des Angebots zählt, verliert die Firma einen Teil ihrer historischen Netzgeschichte. Dann bleibt ein kleiner Standort mit Kostenblock und begrenzter Preismacht.
Bei einer Nettomarge von 7.2 Prozent wäre der Puffer gegen diese Kombination klein.
Das wahrscheinlichste Bild liegt zwischen positiv und mittel. Die Firma hat über Jahre existiert, ist registriert, aktiv, mit Umsatz, Gewinn, Tarifen, Standort, öffentlicher Einbindung und sichtbarer Infrastruktur. Das ist mehr als ein leeres Firmenprofil. Gleichzeitig fehlt die Evidenz für starke Skalierung, breite Kundenbasis, unabhängige Tier-Zertifizierung, aktuelle ASN-Kontrolle, aktuelle Lizenzverlängerung nach dem Stichtag oder große Expansionsfinanzierung. YarTranzitTelecom ist deshalb am besten als lokaler, kleiner, prüfpflichtiger Infrastrukturknoten zu verstehen.
Due-Diligence-Fragen
Die erste Prüfung betrifft aktuelle Betriebskapazität. Wie viele Schränke sind installiert, wie viele sind belegt, wie viel der 150 kW ist vertraglich gebunden, und wie viel Reserve bleibt unter realen Redundanzanforderungen? Die veröffentlichte Möglichkeit von bis zu 100 Schränken in einer vierten Stufe ist nur dann wirtschaftlich relevant, wenn Strom, Kühlung, Brandschutz, Bodenlast, Kabelwege und Kundennachfrage zusammenpassen. Ohne diese Angaben kann man Wachstum nicht aus der Marketingzahl ableiten.
Die zweite Prüfung betrifft Umsatzqualität. Welche Verträge sind wiederkehrend, welche laufen über öffentliche Beschaffung, welche sind projektbezogen, welche stammen aus Altprodukten, und welche Kunden zahlen für Zusatzstrom oder Cross-Connects? Die Differenz zwischen 20 und 23 Beschaffungsgewinnen ist weniger wichtig als die Konzentration. Wenn ein großer Teil des Umsatzes an wenige öffentliche Stellen gebunden ist, braucht die Firma Ausschreibungsdisziplin und Beziehungsstabilität. Wenn der private Colocation-Anteil höher ist, wäre das Risikoprofil breiter.
Die dritte Prüfung betrifft AS16047 und IP-Ressourcen. Wer hält heute die formale und wirtschaftliche Kontrolle, wer betreibt die Routen, wer nutzt die Präfixe für Kunden, und welche Verträge verbinden YarTranzitTelecom gegebenenfalls mit Business Sviaz Holding? Sind die RPKI-validierten Routen operativ Teil des YarTranzitTelecom-Angebots oder nur historisch verbunden? Diese Fragen entscheiden, ob die Netzressourcen als Vorteil, als neutraler Hintergrund oder als abgewanderter Vermögenswert zu lesen sind.
Die vierte Prüfung betrifft Lizenzkontinuität und Compliance. Die aufgeführten Kommunikationslizenzen enden nach den öffentlichen Spiegeln am 13. August 2026, wenige Tage nach dem Evidenzstichtag. Für jede Bewertung nach diesem Datum muss der Erneuerungsstatus geklärt werden. Ebenso sollten der administrative Fall aus 2017, etwaige Auflagen, Beschaffungsvoraussetzungen und regulatorische Meldepflichten geprüft werden. Ein lokaler Anbieter kann kommerziell solide sein und dennoch durch formale Lücken in Ausschreibungen oder Kundenaudits blockiert werden.
Die fünfte Prüfung betrifft technische Resilienz. Die Behauptung von Tier-3-ähnlicher Zuverlässigkeit, Dieselgenerator, Präzisionskühlung und 24/7-Unterstützung ist nützlich, aber Kunden sollten Wartungsprotokolle, Ausfallhistorie, Redundanzdiagramme, Lasttests, Treibstofflogik, Ersatzteile, Klimapfade und Eskalationsprozesse sehen. Für einen kleinen Betreiber ist Vertrauen persönlich und dokumentarisch zugleich. Ohne Dokumentation bleibt selbst eine gute Anlage schwer skalierbar, weil größere Kunden Prüfspuren benötigen.
Eine sechste Prüfung betrifft Preisbindung und Inflationsweitergabe. Die veröffentlichten Tarife geben eine Momentaufnahme, nicht die tatsächlichen Vertragsmechanismen. Für ein kleines Rechenzentrum ist entscheidend, ob Strom-, Kühlungs-, Wartungs- und Betreiberkosten an Kunden weitergegeben werden können oder ob ältere Verträge feste Preise enthalten. Ein scheinbar stabiler Schrankumsatz kann wirtschaftlich schlechter werden, wenn die Energiekosten schneller steigen als die monatliche Pauschale.
Umgekehrt kann derselbe Standort deutlich robuster sein, wenn Zusatzleistung, USV-gestützte Leistung und technische Nebenleistungen regelmäßig angepasst werden. Gerade weil die Nettomarge 2024 nur rund 7.2 Prozent betrug, ist die Fähigkeit zur Preisanpassung kein Detail, sondern ein Kern der Kredit- und Kundenrisikoprüfung. Ebenso wichtig sind Kündigungsfristen und Vorauszahlungen. Ein Kunde, der Geräte physisch eingebaut, Glasfaser geschaltet und Betriebsprozesse auf den Standort abgestimmt hat, wechselt langsamer als ein VPS-Kunde.
Diese Wechselkosten können die regionale Nische schützen, müssen aber vertraglich und technisch nachvollziehbar sein.
Schlussbewertung
Limited Liability Company YarTranzitTelecom ist wirtschaftlich ein Fall von lokaler Nützlichkeit unter engen Grenzen. Die Firma besitzt oder betreibt sichtbar einen Yaroslavl-Rechenzentrumsstandort mit beschriebener Fläche, Strom, Kühlung, Generator, Betreiberzugang und technischen Diensten. Sie hat 2024 Umsatz, Bruttogewinn und Nettogewinn ausgewiesen, wächst gegenüber 2023 moderat und erscheint in öffentlicher Beschaffung. Ihre Tarife sind detailliert genug, um eine reale Colocation- und Stromertragslogik zu erkennen. Das sind starke Hinweise gegen die Lesart eines bloßen Papierunternehmens.
Gleichzeitig ist die Größe klein, der Puffer dünn und die Evidenz nicht vollständig. Die Firma muss mit sechs bis sieben Mitarbeitern eine technische Anlage und Kundenbeziehungen tragen. Die Nettomarge lässt wenig Fehlerraum. Öffentliche Beschaffungsdaten zeigen Konzentration. Die Hostingbeendigung ab 2025 ist strategisch zweideutig. Der Tier-3-nahe Verfügbarkeitsanspruch bleibt anbieterseitig. Die Kommunikationslizenzen sind zum Evidenzstichtag nahe an ihrem ausgewiesenen Ende. Und AS16047, historisch ein wichtiger Teil der Netzgeschichte, ist in neueren Spiegeln einer anderen Organisation zugeordnet.
Damit liegt der ökonomische Kern nicht in einer großen Wachstumsbehauptung, sondern in der Frage, ob YarTranzitTelecom seine lokale Vertrauensposition verteidigen kann. Wenn Kunden den Standort für Nähe, Betriebskontinuität, regionale Beschaffung, Betreiberzugang und verlässliche technische Betreuung brauchen, kann ein kleiner Anbieter trotz begrenzter Fläche überleben und ordentlich verdienen. Wenn Kunden nur standardisierte Rechenleistung, günstige virtuelle Server oder austauschbaren Transit suchen, ist der Schutz schwach. Die Anlage muss also als lokaler Infrastrukturknoten verstanden werden, nicht als skalierbarer Plattformkonzern.
Die beste Bewertung ist deshalb vorsichtig konstruktiv. YarTranzitTelecom hat genügend öffentliche Substanz, um als regional bedeutsamer Mikro-Rechenzentrums- und Telekommunikationsdienstleister ernst genommen zu werden. Es hat aber nicht genügend öffentliche Evidenz, um starke Aussagen über aktuelle Netzressourcenkontrolle, unabhängige Zertifizierung, Kundenbreite, Auslastung oder Expansionsfähigkeit zu treffen. Für Leser, die die Firma einordnen wollen, ist genau diese Trennung entscheidend: Der Standort und das lokale Geschäftsmodell sind real; die großen strategischen Zuschreibungen müssen erst bewiesen werden.
Quellen
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