- Atlas, ein zweibeiniger humanoider Roboter von Boston Dynamics, wurde ursprünglich für Such- und Rettungseinsätze entwickelt und 2013 vorgestellt.
- Der Roboter erfuhr bedeutende Aktualisierungen und Verbesserungen, insbesondere die Entwicklung seiner Hände durch das Sandia National Laboratory und iRobot.
- Im April 2024 präsentierte Boston Dynamics eine neue vollelektrische Version des Atlas mit verbesserten Bewegungsfähigkeiten und einem überarbeiteten Aussehen.
Kürzlich kündigte Boston Dynamics die Einführung eines neuen elektrischen Roboters an und verabschiedete offiziell seinen hydraulischen Roboter Atlas. Diese bedeutende Entscheidung symbolisiert den Übergang dieses führenden Unternehmens von der Hydraulik- zur Elektrotechnik, was positive Auswirkungen auf die derzeitige vorherrschende Entwicklung der elektrischen Gelenktechnologie hat.
Das erste Erscheinen des Atlas-Roboters
Atlas ist ein zweibeiniger humanoider Roboter, der hauptsächlich vom amerikanischen Robotikunternehmen Boston Dynamics mit Finanzierung und Aufsicht der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) entwickelt wurde. Der Roboter wurde ursprünglich für verschiedene Such- und Rettungsaufgaben konzipiert und am 11. Juli 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Sandia National Laboratory entwickelte eine der Hände von Atlas, während die andere von iRobot entwickelt wurde. Im Jahr 2013 verglich Gill Pratt, der Programmleiter bei DARPA, die Prototypversion von Atlas mit einem Kleinkind und erklärte: „Ein 1-jähriges Kind kann kaum laufen, ein 1-jähriges Kind fällt viel hin … genau dort stehen wir jetzt.“
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Atlas ist der Nachfolger des früheren humanoiden Roboters PETMAN von Boston Dynamics und verfügt über eine blaue LED-Beleuchtung. Es ist mit zwei Vision-Systemen ausgestattet – einem Laser-Entfernungsmesser und Stereokameras – die beide von einem externen Computer gesteuert werden. Atlas hat außerdem Hände mit feinmotorischen Fähigkeiten, und seine Gliedmaßen bieten insgesamt 28 Freiheitsgrade. Während die Prototypversion von 2013 auf eine externe Stromversorgung angewiesen war, kann Atlas jetzt schwieriges Gelände navigieren und autonom mit Armen und Beinen klettern.
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Boston Dynamics stellt die elektrische Version des Atlas vor
Am 16. April 2024 gab Boston Dynamics auf seinem YouTube-Kanal die Einstellung des Atlas bekannt. Nach dieser Ankündigung veröffentlichte das Unternehmen am 17. April 2024 ein weiteres YouTube-Video, das eine brandneue Version des Atlas zeigt. Diese neue Iteration ist vollelektrisch und bietet signifikante Verbesserungen, darunter ein komplettes Redesign und einen erhöhten Bewegungsumfang.

Obwohl das kurze 39-Sekunden-Video von Boston Dynamics nur eine begrenzte Dauer hat, hebt es eindrucksvoll die technologischen Durchbrüche ihres „neuen elektrischen Atlas“ hervor. Im Video startet der elektrische Atlas in liegender Position, und mit dem leisen, aber entschlossenen Betrieb seiner Motoren zeigen seine Beine eine außergewöhnliche Flexibilität, indem es die Knie beugt und den Körper in unkonventionellen, menschenähnlichen Haltungen verdreht, um sich ohne Hilfe der Hände aufzurichten.
Diese scheinbar träge liegende Position ist in Wirklichkeit eine Demonstration der Fähigkeit des Roboters, durch clevere Beindrehstrategien schnell die Position zu wechseln.
Ein weiteres Highlight des elektrischen Atlas ist seine einzigartige Fähigkeit zur „agilen Drehung“. Anfangs von der Kamera abgewandt, dreht Atlas schnell seinen Kopf um 180 Grad, was den Oberkörper mitzieht. Dann arbeiten Oberkörper und Kopf erneut zusammen, um sich um 180 Grad zu drehen, und manövrieren den Roboter fließend vor die Kamera und aus dem Bild. Obwohl sein Gang noch etwas steif wirkt, zeigt der elektrische Atlas im Vergleich zu vielen handelsüblichen humanoiden Robotern deutlich natürlichere und flüssigere Bewegungen.
Boston Dynamics gab offiziell bekannt, dass der neue elektrische Atlas im Vergleich zu seinem hydraulischen Vorgänger sowohl in Bezug auf Kraft als auch Bewegungsumfang deutliche Verbesserungen gezeigt hat. Das neue Design beseitigt den hohen Schwerpunkt, die sperrige Struktur und die deutlich sichtbaren Gelenke. Der Roboter hat keine freiliegenden Kabel mehr, und die Integration des mechanischen Skeletts ist so hoch, dass man allein an seinem Aussehen kaum Vorder- und Rückseite unterscheiden kann.
Dies unterstreicht, dass sich die Designphilosophie von Boston Dynamics für humanoide Roboter nicht darauf beschränkt, eine sehr realistische menschliche Form zu erreichen, sondern vielmehr darauf abzielt, einen neuen Typ von humanoidem Roboter zu schaffen, der auf optimierter Funktionalität und technologischer Innovation basiert.
Robotiktechnologie im Wandel
Die hydraulische Version des Atlas-Roboters wurde ursprünglich entwickelt, um die Herausforderungen von Rettungseinsätzen in komplexen Umgebungen zu bewältigen. Im Laufe der Zeit hat Boston Dynamics sein Design und seine Funktionalität kontinuierlich aktualisiert und verbessert, sodass er rennen, springen und verschiedene turnerische Bewegungen ausführen kann. Allerdings wurden die inhärenten Einschränkungen des Hydrauliksystems zunehmend deutlich. Dazu gehören hohe Kosten, lauter Betrieb, eingeschränkte Anpassungsfähigkeit durch vorprogrammierte Aktionen und Wartungsschwierigkeiten aufgrund von Größe und Gewicht.
Diese Faktoren behindern den breiten Einsatz des Atlas-Roboters in verschiedenen Szenarien.
Mit den Fortschritten der KI-Technologie, insbesondere großer Modelle, hat Boston Dynamics seine technologische Entwicklung strategisch angepasst, um sich in Richtung höherer Automatisierungs- und verkörperter Intelligenzniveaus zu bewegen. Die hydraulische Version des Atlas scheint das Ende einer Ära in diesem technologischen Wandel widerzuspiegeln, während ein praktischeres und kostengünstigeres Robotiktechnologiesystem entsteht.
Obwohl das Potenzial vielseitiger humanoider Roboter für den allgemeinen Einsatz in der Industrie viel diskutiert wird, konzentrieren sich die meisten Robotersysteme noch immer auf die Verwaltung grundlegender Aufgabenoperationen, wie das Bewegen von Objekten von Punkt A nach Punkt B. Damit Roboter wirklich vielseitig in verschiedenen komplexen Szenarien eingesetzt werden können, sind breitere und tiefere Durchbrüche in der intelligenten Technologie erforderlich.

