• Vertiv fügt seinem Portfolio die generativen KI- und Automatisierungstools von Waylay NV hinzu.
  • Die Akquisition reagiert auf den wachsenden Druck auf Stromversorgung, Kühlung und Verfügbarkeit von Rechenzentren, während KI die digitalen Arbeitslasten verändert.

Was passiert ist: Vertiv erwirbt das belgische KI-Softwareunternehmen Waylay NV

Vertiv,der in Ohio ansässige Infrastrukturanbieter, hatWaylay NVübernommen, ein belgisches Softwareunternehmen, das für seine Hyperautomatisierungs- und generative KI-Plattform bekannt ist. Waylay wurde 2014 in Gent gegründet und hat eine Low-Code-Umgebung geschaffen, die Maschinen, Anwendungen und die Cloud verbindet, um Arbeitsabläufe zu automatisieren und Live-Datenströme zu analysieren. Die Software liest Signale von angeschlossenen Geräten, erkennt Muster und löst dann Aktionen aus, um die Systemleistung zu optimieren oder Ausfälle zu vermeiden.

Das Unternehmen hat sich bei Telekommunikationsbetreibern, Industrieunternehmen und Dienstleistern in Europa und darüber hinaus bewährt. Die Tools sind darauf ausgelegt, große Mengen an Echtzeitdaten zu verarbeiten, was für komplexe Systeme, die stabil und effizient sein müssen, von entscheidender Bedeutung ist. Vertiv erklärte, dass das Waylay-Team in Belgien bleiben und seinen Software-Stack innerhalb des globalen Konzerns weiterentwickeln werde.

Diese Übernahme ist Teil einer Reihe von Expansionsmaßnahmen von Vertiv. Anfang 2025 kaufte das Unternehmen Great Lakes Data Racks & Cabinets für rund 200 Millionen US-Dollar und stärkte damit sein Rack- und Schrankgeschäft. Vertiv ist bereits ein wichtiger Anbieter von USV-Systemen, Wärmemanagement, Racks und digitalen Managementplattformen in über 40 Ländern mit 31.000 Mitarbeitern weltweit.

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Warum das wichtig ist

Die Einführung von KI hat die Arbeitsweise von Rechenzentren verändert. Das Training großer Modelle verbraucht viel Strom und Kühlung, und die Betreiber sehen sich mit steigenden Energiekosten und Nachhaltigkeitszielen konfrontiert. In den USA und Europa warnen Versorgungsunternehmen und Regulierungsbehörden bereits, dass die KI-Nachfrage den Energiebedarf von Rechenzentren innerhalb eines Jahrzehnts verdreifachen könnte. Das setzt Anbieter wie Vertiv unter Druck, intelligentere Systeme zu entwickeln, die sich an schwankende Lasten anpassen können.

Die Plattform von Waylay fügt eine Intelligenzschicht hinzu, die über der Hardware liegt. Durch vorausschauende Wartung, Echtzeitüberwachung und Automatisierung können Betreiber mehr Wert aus ihren bestehenden Systemen ziehen. Eine Kühleinheit kann bei Bedarf intensiver arbeiten und bei Leerlauf langsamer laufen. Eine USV kann warnen, bevor sie ausfällt. Arbeitsabläufe können spontan angepasst werden, ohne dass menschliche Ingenieure vor Ort sein müssen.

Für Vertiv bedeutet die Hinzufügung dieser KI-Software eine stärkere Position gegenüber Konkurrenten wie Schneider Electric, Eaton und Huawei. Auch diese Unternehmen steigen in das intelligente Rechenzentrumsmanagement ein, aber der Low-Code-Ansatz und die generative KI von Waylay könnten Vertiv einen deutlichen Automatisierungsvorteil verschaffen.

Die Übernahme unterstreicht auch die wachsende Rolle Belgiens als Technologiehub in Europa. Gent, wo Waylay gegründet wurde, ist bekannt für seine Spin-offs und Start-ups in den Bereichen Software, Biotechnologie und Ingenieurwesen. Die Entscheidung von Vertiv, das Team vor Ort zu behalten, deutet darauf hin, dass es dieses Ökosystem schätzt und darauf aufbauen will.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass dieser Schritt weniger auf kurzfristige Einnahmen als auf langfristige Positionierung abzielt. Während KI die digitalen Arbeitslasten verändert, können sich Infrastrukturunternehmen nicht darauf beschränken, mehr Hardware zu verkaufen. Sie müssen Intelligenz, Automatisierung und Dienstleistungen hinzufügen. Der jüngste Schritt von Vertiv ist ein Zeichen für diesen Wandel, der Schwerindustrie und fortschrittliche Software vereint.