• Microsoft, Amazon und Google haben kombinierte Kohlenstoffemissionen von 119 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent gemeldet, ein Anstieg von 18 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Dieser Anstieg ist auf den Ausbau der KI- und Cloud-Infrastruktur zurückzuführen, einschließlich des Baus von Rechenzentren und der Lieferketten.

Fakten

Microsoft, Amazon und Google haben für das im März 2026 endende Geschäftsjahr kombinierte Treibhausgasemissionen in Höhe von 119 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber 101 Millionen Tonnen im Vorjahr und etwa einem Drittel der jährlichen Kohlenstoffemissionen Frankreichs.

Die drei Unternehmen führen diesen Anstieg auf den Ausbau der KI- und Cloud-Infrastruktur zurück. Die Emissionen von Microsoft stiegen um 25 % auf 20 Millionen Tonnen, während Google einen Anstieg von 18 % und Amazon von 16 % verzeichnete. Die Hauptbeitragenden sind Bau, Geräteherstellung, Lieferketten und erhöhter Strombedarf. Die drei Unternehmen erklärten, weiterhin an ihren langfristigen Netto-Null-Emissionszielen festzuhalten.

Analyse

Die Zahlen zeigen, dass ein zunehmender Anteil der Emissionen bereits vor der Inbetriebnahme des Rechenzentrums erzeugt wird. Bau, Geräteherstellung und Lieferketten tragen mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur einen wachsenden Teil des CO₂-Fußabdrucks bei. Eine alleinige Reduzierung der Betriebsemissionen wird den Kohlenstoffausstoß aus Beschaffung, Fertigung und Bau nicht adressieren. Zukünftige Emissionssenkungen hängen auch von Entscheidungen ab, die vor der Inbetriebnahme der Anlagen getroffen werden.

Für die Leser von BTW beschränkt sich die Herausforderung nicht mehr nur auf den Betrieb der Rechenzentren. Es geht auch darum, wie sie gebaut werden. Ein wachsender Anteil der Emissionen entsteht bereits vor der Installation des ersten Servers.

Beobachtungspunkte

Beobachten Sie, ob Microsoft, Amazon und Google beginnen, geringere Emissionen aus Bau und Lieferketten zu melden, während sie ihre KI-Infrastruktur weiter ausbauen. Eine verstärkte Nutzung kohlenstoffarmer Baumaterialien, eine spezifische Gerätebeschaffung und angepasste Baumethoden werden darauf hindeuten, ob das Infrastrukturwachstum emissionsärmer wird.