Zusammenfassung

  • stc schloss am 31. Dezember 2024 den Verkauf einer kontrollierenden Mehrheit von 51 % an der Turmgesellschaft TAWAL an den Public Investment Fund (PIF) ab, nach Unterzeichnung der Vereinbarung im April 2024.
  • Der abgeschlossene Verkauf erbrachte einen einmaligen Gewinn von SAR 12,89 Mrd.; stc behält rund 43,06 % am kombinierten Unternehmen und bilanziert diese Beteiligung nach IAS 28 mit der Equity-Methode.
  • Im Gegensatz zu den Türmen behielt stc seine Rechenzentren vollständig: center3 bleibt zu 100 % im Besitz, mit abgeschlossenen Investitionen von SAR 11,25 Mrd. und weiteren zugesagten SAR 37,5 Mrd. Richtung 1 GW Kapazität bis 2030.
  • Die Dividendenpolitik für Q4 2024 bis Q3 2027 sieht mindestens SAR 0,55 je Aktie und Quartal vor; 2025 flossen SAR 21 Mrd. an Aktionäre, einschließlich einer Sonderdividende von SAR 2 je Aktie im Juni 2025.
  • Der im Dezember 2025 vereinbarte Joint Venture mit PIFs Humain (Humain 51 %, stc 49 %) für KI-Rechenzentren bis 1 GW, beginnend mit 250 MW, ist in den einbehaltenen Quellen vermeldet, aber rechtlich nicht verbindlich bestätigt.

Der Verkauf von TAWAL ist die wichtigste strukturelle Entscheidung, die stc in seinem Infrastrukturportfolio getroffen hat, und ihre Wirkung lässt sich präzise datieren: Am 31. Dezember 2024 ging die kontrollierende Mehrheit von 51 % an der Turmgesellschaft an den Public Investment Fund über, wie aus den Unternehmensunterlagen und der Börsenmitteilung hervorgeht (https://www.saudiexchange.sa/wps/portal/saudiexchange/newsandreports/issuer-news/issuer-announcements/issuer-announcements-details?anCat=1&anId=79495&locale=en). Die Vereinbarung war bereits im April 2024 unterzeichnet worden, aber erst der Abschluss Ende 2024 veränderte die Bilanz real: TAWAL und die Digital Infrastructure Company wurden dekonsolidiert.

Der wirtschaftliche Kern zeigt sich in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2024. Der Nettogewinn aus dem eingestellten Geschäftsbereich betrug SAR 13,97 Mrd. gegenüber SAR 0,76 Mrd. im Vorjahr, getrieben von einem einmaligen Gewinn von SAR 12,89 Mrd. aus dem Verkauf von TAWAL und DIC (https://www.stc.com.sa/content/dam/stc/stc-annual-report-2024/assets/img/pdfs/subsidiaries-and-investments.pdf). Riyad Capital bezifferte den Nettogewinn für 2024 auf SAR 24,7 Mrd., ein Anstieg von 86 %, während das normalisierte Ergebnis nur um 13 % wuchs (https://www.stc.com/content/dam/groupsites/en/pdf/earnings-presentation2024en.pdf (Riyad Capital, 4Q2024 first look note). Diese Spanne zwischen gemeldetem und normalisiertem Wachstum ist genau der Punkt: Der Verkauf hat das Ergebnis des Jahres 2024 geprägt, nicht die operative Rentabilität.

An der Struktur der verbleibenden Beteiligung ändert der Verkauf das Kontrollbild grundlegend. Am kombinierten Unternehmen hält PIF laut dem Geschäftsbericht von stc 54,38 %, während stc rund 43,06 % behält und diese nach IAS 28 mit der Equity-Methode bewertet (https://www.stc.com.sa/content/dam/stc/stc-annual-report-2024/assets/img/pdfs/subsidiaries-and-investments.pdf). Argaam berichtete hingegen einen PIF-Anteil von 53,99 % (https://www.argaam.com/en/article/articledetail/id/1779454); dieser Widerspruch zwischen den Quellen bleibt offen und wird hier attributioniert, nicht aufgelöst. Nach Angaben von EnterpriseAM ging die Eigentümerschaft an eine neue Einheit über (https://enterpriseam.com/ksa/2025/02/12/pif-finalizes-acquisition-of-tawal-stc-transfers-ownership-to-new-entity/).

Der Kontrast zum Rechenzentrumssegment ist der analytisch aufschlussreichste Teil der Geschichte. Während die Türme verkauft wurden, behielt stc center3 vollständig: Abgeschlossene Investitionen von SAR 11,25 Mrd. und zugesagte weitere SAR 37,5 Mrd. sollen die Kapazität bis 2030 auf 1 GW bringen; center3 selbst sprach von 3 Mrd. USD abgeschlossen, weiteren 10 Mrd. USD und 300 MW bis 2027 (https://center3.com/media-center/news/center3-drives-menas-digital-transformation-with-ambitious-1-gigawatt-data-center-expansion). Im Dezember 2025 einigte sich stc über center3 mit PIFs Humain auf ein Joint Venture für KI-Rechenzentren bis zu 1 GW, beginnend mit 250 MW, bei dem Humain 51 % und stc 49 % halten soll (https://www.arabnews.com/business/saudi-stc-pifs-humain-to-launch-a-jv-to-develop-ai-data-centers-2626699). Die verbindliche Rechtskraft dieser Vereinbarung ist in den einbehaltenen Quellen nicht bestätigt.

Die Cashflow-Seite des Deals zeigt sich in der Dividendenpolitik. Für die Quartale Q4 2024 bis Q3 2027 garantiert stc mindestens SAR 0,55 je Aktie und Quartal (https://www.stc.com/content/dam/groupsites/en/pdf/earnings-presentation2024en.pdf). Im Jahr 2025 flossen insgesamt SAR 21 Mrd. an die Aktionäre, einschließlich einer Sonderdividende von SAR 2 je Aktie im Juni 2025 (https://www.stc.com/content/dam/groupsites/en/pdf/stc2025-annual-report-en.pdf). Diese Politik ist der sichtbarste Kanal, über den der einmalige Verkaufsgewinn in Ausschüttungen umgewandelt wird.

Separat davon reduzierte PIF im November 2024 seinen Anteil an stc selbst, nicht an TAWAL: 100 Millionen Aktien, 2 % des Kapitals, zu SAR 38,6 je Aktie, also SAR 3,86 Mrd., wobei PIF rund 62 % behielt (https://www.pif.gov.sa/en/news-and-insights/press-releases/2024/pif-announces-sale-of-100-million-shares-in-stc/). Diese Platzierung ist ein eigenes Signal über die Markttiefe für stc-Aktien und steht logisch getrennt von der TAWAL-Transaktion.

Zwei Konflikte bleiben in den Quellen ungeklärt. Neben dem PIF-Anteil am Turmunternehmen (53,99 % laut Argaam gegenüber 54,38 % laut stc-Bericht) weichen die Kapitalzuführungszahlen zwischen den Berichten ab (SAR 128,37 Mio. gegenüber SAR 533 Mio.), und TAWALs eigenständiges EBITDA, seine Belegungsquote und Leasingbedingungen werden in den einbehaltenen Quellen nicht offengelegt. Ohne diese Zahlen bleibt die Frage offen, wie attraktiv die verbleibende Equity-Beteiligung ohne Kontrollrechte tatsächlich ist.

Was 2024 also wirklich verändert hat: stc besitzt seine Türme nicht mehr kontrollierend, aber hält Beteiligungserträge und hat Liquidität in Dividenden umgeleitet; seine Rechenzentren bleiben ganz im Eigenbesitz, mit einem Ausbauplan, dessen KI-Komponente über das Humain-Joint-Venture noch vertraglich unverbindlich bestätigt ist. Der nächste beobachtbare Meilenstein wäre die verbindliche Besiegelung des Humain-JV oder konkrete Kapitalabflüsse in das Rechenzentrumsprogramm.