Zusammenfassung

  • Starcloud hat 250 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von 2,3 Mrd. US-Dollar aufgenommen. Damit steigt das seit 2024 eingeworbene Kapital auf insgesamt 450 Mio. US-Dollar.
  • Mit der Finanzierung will das Unternehmen seine Fertigungskapazität und die Entwicklungsarbeit mit Nvidia ausbauen, während es die nächste Generation von Raumfahrzeugen für Rechenleistung im Orbit entwickelt.

Die Fakten

Starcloud hat 250 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von 2,3 Mrd. US-Dollar aufgenommen. Das Unternehmen entwickelt Rechenzentrumsinfrastruktur, die für den Betrieb im Orbit ausgelegt ist. Manhattan West führte die Finanzierungsrunde an. Nvidia und Cisco Investments beteiligten sich als neue Investoren neben bestehenden Kapitalgebern wie Benchmark, EQT und Soma. Bei einer Kapitalaufnahme von 170 Mio. US-Dollar im März war Starcloud mit 1,1 Mrd. US-Dollar bewertet worden. Seit seiner Gründung im Jahr 2024 hat das Unternehmen nun insgesamt 450 Mio. US-Dollar eingeworben.

Nach Angaben des Unternehmens soll das neue Kapital den Ausbau der Fertigung, die Entwicklungsarbeit mit Nvidia und die Beschaffung für neuere Produkte unterstützen. In Woodinville im US-Bundesstaat Washington baut Starcloud eine 100.000 Quadratfuß große Fertigungsanlage für seine Raumfahrzeuge der nächsten Generation vom Typ Starcloud-3. Zudem arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit Nvidia am Space-1 Vera Rubin Module für den Einsatz im Orbit.

Starcloud strebt eine Konstellation aus 88.000 Satelliten mit einer Rechenkapazität von 20 GW im Orbit an. Dabei handelt es sich weiterhin um ein langfristiges Ziel und nicht um bereits gefertigte, gestartete oder in Betrieb befindliche Kapazität.

Die Bewertung

Die Finanzierung verschafft Starcloud mehr Kapital, um von einzelnen Demonstrationen orbitaler Rechenleistung zur Fertigung größerer Raumfahrzeuge in höheren Stückzahlen überzugehen. Die unmittelbare Aufgabe liegt in der Fertigung: Das Unternehmen muss seine Entwürfe und Computerhardware in startbereite Raumfahrzeuge umsetzen, bevor es im Orbit nennenswerte Kapazität aufbauen kann.

Der Start bleibt dennoch ein eigenständiger Engpass. Starcloud kann seine Fabrik erweitern und Raumfahrzeuge fertigstellen, doch diese Systeme werden erst dann zu betriebsfähiger Infrastruktur, wenn Startkapazität verfügbar ist und die Hardware den Orbit erreicht. Das Ziel von 20 GW liegt daher noch mehrere Entwicklungsstufen hinter dieser Finanzierungsrunde.

Für die Leser von BTW ist entscheidend, wie viele Raumfahrzeuge Starcloud bauen, starten und betreiben kann – nicht die Größe der geplanten Konstellation. Die 250 Mio. US-Dollar stärken die Fertigungsseite dieses Prozesses. Fertiggestellte Raumfahrzeuge und erfolgreiche Missionen werden zeigen, ob das zusätzliche Kapital in nutzbare Rechenleistung im Orbit übergeht.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten ist, ob Starcloud seine Fertigungsanlage in Woodinville fertigstellt, Starcloud-3-Raumfahrzeuge produziert sowie Startverträge und Missionstermine bestätigt. Fortschritte bei der Entwicklungsarbeit am Nvidia Space-1 werden zeigen, ob sich die Computerhardware der Flugreife nähert. Der aussagekräftigste Maßstab sind gestartete Raumfahrzeuge und tatsächlich betriebene Rechenkapazität – nicht das langfristige Ziel des Unternehmens von 20 GW.