Zusammenfassung

  • Revision 18 priorisiert zwei explizite Tags, Mischungen aus explizit und any, einen äußeren Tag, Priority-Tagged, Untagged und zuletzt Default. Überschneidungen innerhalb derselben Stufe sind abzulehnen.
  • Diese Ordnung beschreibt die Sollentscheidung. Angewandte Konfiguration, isolierte Zähler, Mitschnitte vor und nach dem Rewrite sowie FIB-, Service- und Zielbeobachtung sind eigenständige Nachweise.

Auf einem Trunk trifft ein Frame mit S-VLAN 10 und C-VLAN 21 ein. Konfiguriert sind 10/21, 10/any, ein einzelner äußerer Treffer auf 10 und Default. Ohne feste Ordnung könnten vier plausible Kandidaten um dieselben Bytes konkurrieren.

Der NETMOD-Entwurf in Revision 18 löst den Konflikt. Zwei explizite Tags oder Bereiche stehen oben. Danach folgt eine Zwei-Tag-Kombination mit einer expliziten Seite und any auf der anderen. Ein einzelner äußerer Tag kommt an dritter Stelle; Priority-Tagged, Untagged und Default folgen. Gleichrangige Regeln, die denselben Frame treffen können, darf ein Gerät nicht annehmen.

Damit ist die Zuweisung prüfbar. Bewiesen ist jedoch nur, wie ein konformer Klassifikator entscheiden soll.

Zwei Tags begrenzen die Sicht

Das Modell klassifiziert höchstens den äußeren und den zweiten 802.1Q-Tag. Bei zwei Tags gilt S-VLAN außen und C-VLAN innen. match-exact-tags verändert nicht die Rangfolge, sondern verlangt, dass hinter den gematchten Tags kein weiterer 802.1Q-Tag folgt. Ohne diese Option dürfen zusätzliche Tags vorhanden sein; für dieses Modell gehören sie zum undurchsichtigen Payload und nehmen weder an Klassifikation noch Rewrite teil.

Ein Test mit 10/21 sagt deshalb nichts Sicheres über 10/21/300. Beide Fälle müssen mit ein- und ausgeschalteter Exaktheit injiziert und am Eingang erfasst werden.

Default ist ein Ergebnis der Nachbarschaft

Default gewinnt erst, wenn keine spezifischere Peer-Subschnittstelle den Frame beansprucht. Der Beleg muss daher den gesamten Peer-Satz umfassen. Ein Auszug nur aus der Default-Regel entfernt den kausalen Kontext.

Priority-Tagged und Untagged benötigen ebenfalls getrennte Testframes. Priority-Tagged trägt weiterhin einen 802.1Q-Tag; Untagged nicht. Nur der Mitschnitt zeigt, welche Variante tatsächlich ankam.

Korrekte Auswahl kann in einen Drop führen

Nach der Auswahl kann das flexible Modell bis zu zwei äußere Tags entfernen oder hinzufügen. Übersetzung wird durch Pop und Push ausgedrückt; entfernt werden dürfen nur gematchte Tags. Symmetrische und richtungsspezifische Rewrites sind unterschiedliche Konfigurationen.

Der Entwurf zieht selbst die operative Grenze: In seinem L2VPN-Beispiel klassifiziert eine Subschnittstelle und entfernt einen Tag, ist aber an keinen Dienst gebunden. Der klassifizierte Verkehr wird verworfen. Der Klassifikator kann also korrekt sein, während kein nutzbarer Datenpfad besteht.

Vom Managementbeleg zur beobachteten Weiterleitung

Zunächst werden tatsächliches Modul, Revision und Features dokumentiert, dann die vollständige NETCONF- oder RESTCONF-Transaktion. Anschließend ist intended mit operational zu vergleichen. RFC 8342 trennt beabsichtigte von angewandter Konfiguration und beschreibt Fälle, in denen fehlende Ressourcen eine Anwendung verhindern.

Für den Datentest braucht jede Kandidaten-Subschnittstelle einen Zählerbasiswert. Danach wird genau eine Frameklasse gesendet. Der aktuelle Interface-Extensions-Entwurf definiert in-discard-unknown-encaps; RFC 8343 stellt Paket-, Oktett- und Dropzähler bereit. Nur der erwartete Zielzähler sollte steigen; ein negativer Test sollte im Unknown-Encapsulation-Drop enden.

Zähler sind Summen. Sie zeigen nicht die übertragenen Bytes und keinen späteren Verlust. Deshalb belegt ein Eingangsmitschnitt den Tag-Stack und ein weiterer Mitschnitt nach Pop/Push den dort beobachteten Rewrite. Zeit und Flow-Merkmal müssen Hintergrundverkehr ausschließen.

Eine aktive Route nach RFC 8349 ist Kontrollzustand. Für eine L3-Aussage kommen plattformspezifische FIB und Adjazenz, erwarteter Ausgang und Fernbeobachtung hinzu. Bei L2VPN sind lokale und entfernte Service-Attachments zu prüfen.

Erst dann ist eine enge Aussage zulässig: Dieser Flow kam in diesem Zeitfenster mit diesem Stack an, bewegte diesen Klassifikator, verließ den Messpunkt mit diesen Bytes und wurde am Ziel gesehen. Die deterministische Ordnung ist der Versuchsplan, nicht das Ergebnis.

Primärquellen

Der geschlossene Primärquellensatz umfasst beide veröffentlichten Fassungen von Revision 18, Datatracker-Eintrag und -Historie, beide Fassungen des ergänzenden Interface-Extensions-Entwurfs sowie RFC 6241, 7950, 7799, 8040, 8341, 8342, 8343 und 8349: https://www.ietf.org/archive/id/draft-ietf-netmod-sub-intf-vlan-model-18.txt; https://www.ietf.org/archive/id/draft-ietf-netmod-sub-intf-vlan-model-18.html; https://datatracker.ietf.org/doc/draft-ietf-netmod-sub-intf-vlan-model/; https://datatracker.ietf.org/doc/draft-ietf-netmod-sub-intf-vlan-model/history/; https://www.ietf.org/archive/id/draft-ietf-netmod-intf-ext-yang-19.txt; https://www.ietf.org/archive/id/draft-ietf-netmod-intf-ext-yang-19.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc6241.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc7950.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc7799.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8040.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8341.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8342.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8343.html; https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8349.html.