- Das System deckt jetzt etwa 450 Züge und fast 1.000 Geräte mit VoLTE ab, mit „null Ausfallzeit“ seit der Inbetriebnahme.
- Das Upgrade bewahrt wesentliche Bahnkommunikation (Not-/Stopprufe, Dispatching, Nummerierungsnormen) und bereitet gleichzeitig die Zukunft für kommende 4G/5G-basierte Kommunikationsstandards wie FRMCS vor.
Was passiert ist: Der nationale Schweizer Bahnbetreiber SBB hat in Zusammenarbeit mit Ericsson ein historisches Upgrade durchgeführt
Der nationale Schweizer Bahnbetreiber SBB hat in Zusammenarbeit mit Ericsson ein historisches Upgrade durchgeführt: die Interoperabilität des veralteten BahnkommunikationsstandardsGSM-Rmit einer modernen IP-Multimedia-Subsystem-Plattform (IMS), die Voice over LTE (VoLTE) bietet.
Ursprünglich war SBB für die Bahnkommunikation auf GSM-R und für Roaming auf das öffentliche 3G-Netz von Swisscom angewiesen, wenn die GSM-R-Abdeckung nicht ausreichte. Nun stand SBB vor einer harten Frist: Swisscom plant, seine 3G-Dienste bis Ende 2025 vollständig einzustellen.
Um Störungen zu vermeiden, hat sich SBB nicht dafür entschieden, die alte GSM-R-Infrastruktur einfach zu erweitern, sondern eine konvergierteIMS/VoLTE-Lösung aufzubauen, die alle sicherheitskritischen und bahnspezifischen Funktionen (wie Notruf-Stopp, EIRENE-Nummerierungsanpassung, Dispatching-Kommunikation und Gruppenrufe) bewahrt und gleichzeitig die Sprachdienste auf 4G migriert.
Die Bereitstellung begann Mitte 2023, gefolgt von internen Tests, Laborvalidierung und Feldversuchen mit Pilotzügen ab Januar 2025. Im April 2025 war das System landesweit im Einsatz. Im Dezember 2025 nutzen etwa 450 Züge und 1.000 Betriebsgeräte VoLTE mit null Ausfallzeit.
Ericsson beschreibt die Integration als das erste Beispiel in Europa für eine GSM-R/IMS-Interoperabilität in diesem Maßstab und sagt, dass sie die Machbarkeit eines Weges zu zukünftigen Bahnkommunikationssystemen demonstriert.
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Warum das wichtig ist
Das Vorgehen von SBB und Ericsson geht auf mehrere kritische Herausforderungen im Zusammenhang mit der bevorstehenden 3G-Abschaltung ein: Es gewährleistet unterbrechungsfreie sicherheitskritische Sprach- und Datenkommunikation, vermeidet die Abhängigkeit von einem bald stillgelegten Netz und schafft ein Modell, dem andere europäische Bahnbetreiber folgen könnten.
Durch die Bewahrung aller GSM-R-Bahnfunktionen über die IMS/VoLTE-Lösung – Notruf-Stopp, spezifische Nummerierung, Dispatching- und Gruppenrufe – zeigt das Upgrade, dass bahnqualifizierte Kommunikation auf IP-Netze migriert werden kann, ohne Sicherheit oder Zuverlässigkeit zu opfern.
Darüber hinaus legt das Projekt den Grundstein für die zukünftige Einführung des FRMCS-Standards, der auf 5G basieren soll. Ein früher Erfolg bei einer solchen Migration könnte eine breitere Akzeptanz ähnlicher Übergänge an anderen Orten fördern.
Die Initiative wirft jedoch auch Fragen auf. Zum Beispiel:
- Können VoLTE/IMS-Infrastrukturen das gleiche Maß an Widerstandsfähigkeit und Sicherheit aufrechterhalten wie dediziertes GSM-R, insbesondere unter extremen Bedingungen oder bei hoher Last?
- Wird der Migrationsprozess für andere Bahnbetreiber mit größeren oder komplexeren Netzen ebenso reibungslos verlaufen?
- Könnte es unbeabsichtigte Abhängigkeiten von kommerziellen Mobilfunknetzbetreibern geben, die möglicherweise Schwachstellen wieder einführen, die dedizierte Bahnsysteme vermeiden sollten?
Da dies offenbar die erste Integration dieser Art in Europa ist, wird nur die Zeit zeigen, ob VoLTE über IMS de facto zum Standard wird oder eine Übergangslösung auf dem Weg zur vollständigen FRMCS-Einführung bleibt.

