Zusammenfassung

  • Intelisys-Lieferanten stellten Endkunden im Geschäftsjahr 2026 rund 2,88 Mrd. US-Dollar in Rechnung; dieser Betrag ist kein Umsatz von ScanSource.
  • Der konzernweite wiederkehrende Umsatz betrug 161,209 Mio. US-Dollar, etwa 5,0 Prozent der ausgewiesenen 3,226 Mrd. US-Dollar Umsatz, lieferte aber 33,7 Prozent des Rohertrags.
  • Hardware und bestimmte Softwareleistungen, die ScanSource vor Übergabe beherrscht, werden brutto erfasst; bei vermittelten Drittleistungen erscheint nur der Nettobetrag nach Lieferantenkosten als Umsatz.
  • 33,7 Prozent des Rohertrags von 437,355 Mio. US-Dollar ergeben näherungsweise 147,389 Mio. US-Dollar. Die daraus berechneten 91,4 Prozent sind weder eine veröffentlichte wiederkehrende Marge noch eine wirtschaftliche Provisionsquote.

Der größte Betrag steht nicht in ScanSources Umsatzzeile

Die rund 2,88 Mrd. US-Dollar bezeichnet ScanSource als Intelisys-Net-Billings. Es sind Beträge, die Lieferanten Endkunden berechnen; nach Unternehmensangaben stellen sie den jährlichen wiederkehrenden Umsatz im vermittelten Netzwerk dar. Sie messen das Volumen der zugrunde liegenden Dienste, nicht einen Anspruch von ScanSource auf die gesamte Kundenrechnung.

Deshalb darf die Zahl nicht zu ScanSource-Umsatz, Auftragseingang, Barmittel, Vertragswert oder GMV umbenannt werden. Der Lieferant erbringt die Leistung. Intelisys organisiert den Vertriebsweg, und ScanSource erfasst die vertraglich zustehende Vergütung.

Die 161,209 Mio. US-Dollar sind eine andere Größe: wiederkehrender Umsatz, den ScanSource konzernweit erfasst hat. Dazu zählen vor allem Agenturprovisionen, Managed Connectivity, SaaS, Abonnements und Hardwarevermietung. 96,694 Mio. US-Dollar entfielen auf Intelisys & Advisory, 64,515 Mio. auf Specialty Technology Solutions. Der Umfang reicht somit über Intelisys hinaus und folgt keinem einheitlichen Provisionssatz.

Die 33,7 Prozent beschreiben wiederum die Herkunft des Rohertrags von insgesamt 437,355 Mio. US-Dollar. Sie sind kein Umsatzanteil. Wiederkehrende Umsätze machten lediglich ungefähr 5,0 Prozent der ausgewiesenen 3,226 Mrd. US-Dollar aus. Der starke Unterschied zeigt zuerst, wie die Nettoerfassung den Umsatznenner verkleinert.

Eine vermeintliche Kette von Lieferantenabrechnung über ScanSource-Umsatz bis Rohertrag scheitert an den Abgrenzungen: Die erste Zahl betrifft Intelisys, die zweite zwei Segmente und verschiedene Leistungsarten, die dritte ist ein gerundeter Konzernanteil.

Kontrolle entscheidet über Brutto oder Netto

ScanSource handelt bei Hardware und bestimmten Softwareleistungen als Prinzipal, wenn das Unternehmen das Produkt oder die Leistung vor Übergabe an den Kunden beherrscht. Dann erscheinen der vollständige Verkaufspreis als Umsatz und die Beschaffungskosten als Umsatzkosten.

Bei Produktgarantien, lieferantengehosteter Software und anderen Drittleistungen organisiert ScanSource häufig nur die Erfüllung durch den Hersteller. Ohne vorherige Beherrschung ist das Unternehmen Agent und erfasst den Umsatz abzüglich der Lieferantenkosten. Intelisys arbeitet nach diesem Agenturmodell.

Ein hypothetisches Beispiel zeigt den Nenner. Berechnet ein Lieferant dem Endkunden 100 US-Dollar und erhält der Vermittler 4 US-Dollar, können beim Agenten nur 4 US-Dollar Umsatz erscheinen. Verkauft ScanSource ein für 90 US-Dollar erworbenes Gerät für 100 US-Dollar als Prinzipal, stehen 100 US-Dollar Umsatz und 90 US-Dollar Kosten in der Rechnung. Das Beispiel nennt keine tatsächliche ScanSource-Quote; es isoliert die Wirkung der Kontrolle.

Nettoerfassung ist kein Qualitätssiegel. Sie kann Inventar und Kapitalbedarf verringern, hängt aber von Lieferanten und Beratern ab. Bruttoerfassung bindet Kapital, kann jedoch Preis, Konfiguration und Lieferung stärker unter ScanSources Kontrolle bringen. Für die Wirtschaftlichkeit zählen Rohertragsdollar, Betriebskosten, Cashflow, Bindung und Risiko.

„Wiederkehrend“ bezeichnet keinen einheitlichen Vertrag

Der wiederkehrende Umsatz wuchs 2026 um 10,6 Prozent und damit schneller als Produkte und nicht wiederkehrende Dienstleistungen mit 5,9 Prozent. Das zeigt eine Verschiebung hin zu laufenden Beziehungen, aber kein homogenes SaaS-Modell.

Eine Agenturprovision wird bereits nach Entfernung der Lieferantenleistung erfasst. Managed Connectivity kann Betrieb und Support verlangen. Bei SaaS hängt die Darstellung davon ab, wer die Leistung beherrscht. Hardwaremiete bringt Vermögenswerte und Restwertrisiko mit. Wiederkehrend beschreibt den Takt, nicht automatisch Arbeit, Kapital oder Vertragsrolle.

Die Segmente machen das sichtbar. Specialty Technology Solutions wies 3,124932 Mrd. US-Dollar Umsatz und 337,644 Mio. US-Dollar Rohertrag aus, eine Marge von 10,8 Prozent. Intelisys & Advisory kam auf 101,130 Mio. Umsatz und 99,711 Mio. Rohertrag, also 98,6 Prozent.

Diese 98,6 Prozent sind keine Einbehaltquote auf die Endkundenrechnung. Im Nenner stehen viele bereits netto erfasste Agenturerlöse. ScanSource erklärt selbst, die Segmentmarge spiegele den hohen Beitrag netto erfasster wiederkehrender Umsätze. Der direkte Vergleich mit 10,8 Prozent setzt eine Nettoprovision und einen vollständigen Hardwarepreis fälschlich gleich.

Warum 91,4 Prozent keine Steuerungsgröße sind

33,7 Prozent von 437,355 Mio. US-Dollar ergeben rund 147,389 Mio. US-Dollar wiederkehrenden Rohertrag. Durch 161,209 Mio. US-Dollar Umsatz geteilt, entstehen 91,4 Prozent. Die Rechnung ist nachvollziehbar, doch das Unternehmen veröffentlicht diese Marge nicht.

Der Anteil von 33,7 Prozent ist gerundet. Der wiederkehrende Korb enthält Brutto- und Nettovereinbarungen. Eine separate Umsatzkostentabelle für diesen Korb fehlt. Zudem liegen Kosten für Partnergewinnung, Plattform, Beratung und Verwaltung teilweise unterhalb des Rohertrags.

Für 2025 ergeben 32,8 Prozent von 408,646 Mio. US-Dollar etwa 134,036 Mio. US-Dollar. Bezogen auf 145,700 Mio. wiederkehrenden Umsatz wären das rund 92,0 Prozent. 2026 steigen Umsatz und Rohertragsanteil, während die konstruierte Quote sinkt. Rundung, Mix und Umfang reichen als Erklärung. Die 91,4 Prozent sind eine Warnung vor dem Nenner, kein KPI.

Auch 3,51 Prozent aus Segmentumsatz geteilt durch 2,88 Mrd. US-Dollar oder 3,36 Prozent mit dem wiederkehrenden Segmentanteil sind keine veröffentlichte Provision. Advisory-Leistungen, Akquisitionen, Erfassungszeitpunkte und Abrechnungsumfang stimmen nicht überein.

Lieferantenprogramme bewegen den Rohertrag ebenfalls

Der gesamte Rohertrag stieg um 28,709 Mio. US-Dollar beziehungsweise 7,0 Prozent; die Marge legte um 20 Basispunkte auf 13,6 Prozent zu. Der wiederkehrende Mix war nur ein Treiber.

Specialty Technology Solutions steigerte den Rohertrag um 26,242 Mio. US-Dollar. Höhere Mengen trugen nach Umsatzkosten 19,2 Mio. bei. Günstige Erfassung von Lieferantenprogrammen brachte nach Gegenrechnung eines ungünstigen Verkaufsmix und höherer Fracht weitere 7,0 Mio. US-Dollar. Die Programme umfassen Mengenrabatte, Bestandswertänderungen und Einkaufsnachlässe; ihre Erfassung senkt die Umsatzkosten.

Intelisys & Advisory gewann 2,467 Mio. US-Dollar. Volumen und Resourcive lieferten etwa 3,0 Mio., ein höherer Anteil professioneller Dienstleistungen kostete ungefähr 0,5 Mio. Die ausgewiesene Marge sank um 54 Basispunkte. Eine wiederkehrende Leistung kann mehr Arbeit benötigen und damit die Ökonomie im Netto-Segment verändern.

In den ersten neun Monaten trugen Lieferantenprogramme und Mix 8,7 Mio. US-Dollar zu Specialty Technology Solutions bei, das Volumen 4,7 Mio. Intelisys & Advisory gewann 1,3 Mio. durch Volumen und verlor 0,7 Mio. durch den Servicemix.

Das vierte Quartal widerlegt die Ein-Faktor-Erzählung

Die Quartalsumsätze stiegen dank Hardware um 17,3 Prozent auf 953,109 Mio. US-Dollar. Wiederkehrende Umsätze wuchsen solide um 13,5 Prozent auf 41,469 Mio., aber langsamer als der Gesamtwert. Der Rohertrag nahm um 14,0 Prozent auf 119,849 Mio. zu, während die Marge um 35 Basispunkte auf 12,6 Prozent sank. Der wiederkehrende Anteil lag bei 31,5 Prozent, nahezu unverändert gegenüber 31,6 Prozent und unter dem Jahreswert.

Das Quartal spricht nicht gegen wiederkehrende Geschäfte. Es zeigt, dass Produktvolumen den Nenner schneller erweitern, Fracht und Programme die Kosten verschieben und Dienstleistungen den Arbeitsmix verändern können. Rohertragsdollar steigen, obwohl die Prozentsätze fallen.

Unterhalb des Rohertrags bleibt der Kanal teuer

Das bereinigte EBITDA stieg um 4,8 Prozent auf 151,548 Mio. US-Dollar; die Marge verlor sechs Basispunkte auf 4,70 Prozent. Die Nettoerfassung entfernt die Lieferantenleistung aus dem Umsatz, nicht die Kosten für Beratergewinnung, Unterstützung, Plattform und Provisionsverwaltung.

Das Working Capital gehört überwiegend zum Prinzipalgeschäft. Forderungen stiegen auf 769,750 Mio. US-Dollar, Vorräte auf 522,350 Mio. und Verbindlichkeiten aus Lieferungen auf 753,275 Mio. Die von ScanSource definierte Nettoinvestition wuchs um 18,1 Mio. auf 538,8 Mio. US-Dollar. Diese Werte dürfen nicht mit Intelisys-Lieferantenabrechnungen verrechnet werden, um Agentur-Cashflow zu erfinden.

Operativer Cashflow von 123,131 Mio. US-Dollar und 88,374 Mio. Kassenbestand führen beide Modelle nach Bestands-, Zahlungs-, Steuer- und Akquisitionseffekten zusammen. Kommt MicroAge hinzu, ändert sich der Umfang erneut. Die Prognose für 2027—6 bis 10 Prozent Umsatzwachstum, 158 bis 165 Mio. US-Dollar bereinigtes EBITDA und mindestens 85 Mio. Free Cashflow—schließt die Transaktion und ihre Kaufpreisbilanzierung aus.

Quellen