Zusammenfassung

  • RFC 3497 erweiterte die RTP-Sequenz auf 32 Bit, weil die üblichen 16 Bit bei 1,485 Gbit/s unkomprimiertem HDTV schon nach 336 Millisekunden umliefen; die Erweiterung hielt ungefähr sechs Stunden.
  • Die längere Folge machte Verlust und Reihenfolge messbar, änderte aber die feste Senderate nicht. Auf Best Effort musste der Empfänger gehen, sobald ein vergleichbarer TCP-Strom die RTP-Rate nicht hätte erreichen können.

Der Maßstab war nicht, ob auf dem Bildschirm noch ein Bild erschien. Der Maßstab war ein hypothetischer TCP-Strom auf demselben Pfad unter denselben Bedingungen. Konnte er im Mittel nicht mindestens den Durchsatz des RTP-Stroms erreichen, war die 1,485-Gbit/s-Übertragung nicht mehr als verträglich anzusehen.

Diese Prüfung war ungewöhnlich, weil der geprüfte Strom sie nicht durch Anpassung bestehen konnte. SMPTE 292M hatte eine konstante Rate. Der Empfänger konnte nur bleiben oder gehen.

SMPTE 292M war eine serielle Studioschnittstelle für unkomprimiertes hochauflösendes Fernsehen zwischen Kameras, Encodern und Aufzeichnungsgeräten. Zehn-Bit-Wörter liefen mit 1,485 Gbit/s oder 1,485/1.001 Gbit/s. RFC 3497 übertrug dieses feste Signal auf RTP, um weitreichende IP-Verbindungen nutzen zu können. Ein dediziertes Studiokabel wurde damit jedoch nicht automatisch zu einer reservierten Weitverkehrsleitung.

Eine Videozeile durfte sich über mehrere RTP-Pakete erstrecken. Die Kennungen für den Beginn aktiven Videos und das Ende samt Zeilennummer und Prüfsumme durften nicht getrennt werden, weil der Decoder daran die Zeilengrenzen erkannte. Auf den normalen RTP-Kopf folgte ein vier Oktett langer Nutzlastkopf. Das Marker-Bit bezeichnete das Frame-Ende, eine elf Bit breite Zeilennummer half nach Verlust des EAV-Pakets bei der Orientierung.

Auch Pixelgruppen bildeten Grenzen. Für 4:2:2 waren fünf Oktette üblich, für 4:2:0 und 4:4:4 fünfzehn. Ein pgroup von eins erlaubte Trennung an jeder Oktettgrenze, wenn die Quellrepräsentation unbekannt war; SAV und EAV blieben dennoch unteilbar. Medientyp, Taktfrequenz und pgroup beschrieben die Abbildung in SDP. Sie beschrieben keine verfügbare Linkkapazität.

Bei dieser Rate verlor das Standardfeld seinen Beobachtungswert. Unter der Annahme von mindestens tausend Oktetten pro Paket wiederholte sich die 16-Bit-Sequenz nach 336 Millisekunden. Ein verspätetes Paket konnte wie ein neues aussehen. Weitere sechzehn Bit im Nutzlastkopf machten daraus 32 Bit und verschoben den Umlauf auf etwa sechs Stunden.

Andere Felder kreisten schneller. Der 148,5-MHz-Zeitstempel lief nach 21 Sekunden um. Der RTCP-Oktettzähler des Senders tat es nach 23 Sekunden, der kumulative Paketverlust nach 93. Anwendungen, die Summen seit Sitzungsbeginn brauchten, mussten die Umläufe selbst zählen. Ein endliches Feld war ein Beleg für ein Intervall, kein ewiges Register.

Mehr Beobachtbarkeit bedeutete weiterhin keine Regelung. RFC 3497 nannte den Strom ausdrücklich hoch, konstant und nicht überlastungsgeregelt. Schon die Nutzlast ohne RTP-Aufschlag reichte aus, um die meisten damaligen Internetpfade zu überfordern und Denial of Service auszulösen. Die Nutzung sollte daher eng auf passend angebundene Endpunkte, private Netze oder tatsächlich garantierte Ressourcen und QoS beschränkt bleiben.

Das Wort QoS genügte nicht. Empfänger sollten Paketverlust beobachten, um zu prüfen, ob der angeforderte Dienst wirklich geliefert wurde. Widersprach die Messung der Zusage, mussten sie Best Effort annehmen. Eine Dienstbezeichnung war kein Befehl an Warteschlangen und Leitungen.

Unter Best Effort wurde die Messung zur Abschaltbedingung. Bei zu hohem Verlust musste der Empfänger die Sitzung verlassen. Weil der Sender nicht schrittweise zurückregeln konnte, war der Austritt die einzige Weise, die TCP-Vergleichsbedingung wieder zu erfüllen. Der präzise Zähler lieferte die Grundlage für den Leistungsschalter, war aber selbst keiner.

RTP transportierte und nummerierte; RTCP berichtete; SDP beschrieb; IANA koordinierte Parameter. Keine dieser Funktionen stellte Bandbreite her. RFC 2914 erläuterte den Schutz des gemeinsamen Netzes durch Überlastungsreaktion. RFC 3550 erneuerte RTP, RFC 4175 verallgemeinerte unkomprimiertes Video, RFC 8083 systematisierte Multimedia-Leistungsschalter und RFC 8888 erweiterte das Feedback. Sie schärfen die Umgebung, ohne den historischen Feststrom elastisch zu machen.

Die Belegkette reicht von einer korrekten Sitzungsbeschreibung über Paketformat, Zeilengrenze, Sequenz, Zeittakt und umlaufbereinigte RTCP-Zahlen bis zu gemessener QoS, TCP-verträglicher Koexistenz, brauchbarem Bild und anhaltender Sicherheit. Eine Paketaufzeichnung kann die ersten Glieder beweisen, während die letzten bereits versagen.

RFC 3497 blieb damit eine minimale Koordinationsspezifikation. Freiwillige Implementierungen konnten sich auf ein Format einigen, ohne dass der Standard Verfügungsgewalt über fremde Kapazität beanspruchte. Wo Bezeichnung und Ausführung auseinanderfielen, hatte die Messung Vorrang.

Sources