- Das US-Verteidigungsministerium entwickelt einen Plan namens „Offene Preiserkundung für die nationale Sicherheit“ (OPEN), der KI nutzt, um Preise zu schätzen und das Angebot wichtiger Mineralien vorherzusagen.
- Das Ziel des OPEN-Plans ist es, die Markttransparenz zu erhöhen und die Herausforderungen anzugehen, denen die USA bei der Produktion dieser Mineralien gegenüberstehen, während gleichzeitig die nationale Sicherheit verbessert wird.
In einem Bestreben, die Markttransparenz zu fördern, entwickelt das US-Verteidigungsministerium (DoD) ein Programm zur Schätzung von Preisen und Vorhersage von Lieferungen kritischer Mineralien mithilfe künstlicher Intelligenz (KI). Dieser Schritt zielt darauf ab, die Herausforderungen zu bewältigen, denen die US-amerikanische Produktion dieser Mineralien gegenübersteht, die hinter dem Weltmarktführer China zurückgeblieben ist. Das Programm, bekannt als Offene Preiserkundung für die nationale Sicherheit (OPEN), wurde im Oktober auf einer Website des Pentagons angekündigt, erhielt damals jedoch wenig Aufmerksamkeit.
Herausforderungen bei der Produktion kritischer Mineralien in den USA
Eines der Haupthindernisse bei der Produktion kritischer Mineralien in den USA ist der Einfluss von Rohstoffpreisschwankungen auf den Bau neuer US-amerikanischer Minen. Beispielsweise setzte Jervois Global letztes Jahr den Bau eines Kobaltprojekts in Idaho aufgrund niedriger Marktpreise aus, während von Peking unterstützte chinesische Kobaltmineure Pläne zur Produktionssteigerung ankündigten. Diese Diskrepanz in der Vorgehensweise verdeutlicht die Notwendigkeit eines standardisierten Rahmens zur Bestimmung der Kosten bestimmter Metalle.
Die Rolle der KI bei der Preisschätzung
Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), eine Abteilung des DoD, leitet die Bemühungen des Pentagons zur Entwicklung des KI-gestützten Modells. DARPA beabsichtigt, einen „strukturellen Preis“ eines Metalls auf der Grundlage verschiedener Faktoren zu ermitteln, darunter Produktionsstandort, Zeitpunkt, Arbeitskosten, Lieferkosten und andere relevante Faktoren. Das Programm soll die Preistransparenz sowohl für Regierungsbehörden als auch für kommerzielle Einrichtungen verbessern und die wahrgenommenen Risiken im Zusammenhang mit Terminmärkten und Preisagenturen mindern.
Bekämpfung von Marktundurchsichtigkeit und Bedenken der nationalen Sicherheit
Laut DARPA gelten die derzeitigen Preisangaben bei Rohstoffkaufgeschäften als „undurchsichtig und fehlerhaft“, was erhebliche Hindernisse für den US-amerikanischen Handelswettbewerb darstellt. Durch die Bereitstellung genauer und transparenter Preisinformationen soll das OPEN-Programm Unterbrechungen der Lieferkette minimieren und die nationale Sicherheit stärken. Es ist wichtig zu betonen, dass das Programm nicht beabsichtigt, bestehende Terminmärkte wie dieLondon Metal Exchange (LME)zu ersetzen oder einen offiziellen US-amerikanischen Metallpreis festzulegen.
Auftragnehmer und Implementierungsphasen
Zur Entwicklung des KI-Modells planen DARPA und der US Geological Survey, einen oder mehrere private Auftragnehmer zu beauftragen. Unternehmen wie der Finanzinformationsdienst S&P Global und der Verteidigungsauftragnehmer Lockheed Martin sollen sich um eine Teilnahme am Projekt beworben haben. Die Angebote wurden Ende November eingereicht, und eine Entscheidung über die Auswahl der Auftragnehmer wird in Kürze erwartet. Die Umsetzung des Programms erfolgt in drei Phasen über einen Zeitraum von zwei Jahren, mit dem Ziel, die Preis-, Angebots- und Nachfrageprognosen auf den Märkten für kritische Materialien zu revolutionieren.
Mögliche Auswirkungen auf die Industrie
Obwohl die Einführung eines „strukturellen Preises“ der US-Regierung für Metalle bei Bergbauunternehmen, ihren Kunden und Metallbörsen Besorgnis auslösen könnte, kollidieren die Ziele von OPEN nicht mit bestehenden Marktstrukturen. Die meisten Metallverkäufe erfolgen über langfristige Verträge, wobei der physische Markt als Referenz dient. Die LME erklärte beispielsweise, dass ihre Preise auf realen Transaktionen von Marktteilnehmern weltweit basieren, was gewährleistet, dass sie Veränderungen der physischen Marktfundamentaldaten widerspiegeln.
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Die Zukunft der KI in der Metallmarktanalyse
Laut LME wird der Einsatz von KI zur Analyse von Angebot und Nachfrage von Metallen voraussichtlich zunehmen. Ein potenzieller Konflikt zwischen einem „strukturellen Preis“ der US-Regierung und Terminbörsen sowie Preisagenturen liegt jedoch außerhalb des Rahmens der OPEN-Ziele. Der Schwerpunkt des Programms bleibt die Verbesserung der Transparenz und die Minderung von Risiken für die nationale Sicherheit. Sowohl DARPA als auch das US-Finanzministerium lehnten eine Stellungnahme ab, während das Weiße Haus Anfragen an DARPA verwies.
Durch den Einsatz von KI-Technologie zielt das Pentagon-Programm darauf ab, Preise zu schätzen und Lieferungen kritischer Mineralien vorherzusagen und so die Markttransparenz zu verbessern. Das OPEN-Programm soll die Herausforderungen bewältigen, denen die US-amerikanische Produktion dieser Mineralien gegenübersteht, und die nationale Sicherheit stärken. Obwohl Bedenken hinsichtlich möglicher Konflikte mit bestehenden Marktstrukturen bestehen bleiben, ist das Hauptziel des Programms die Bereitstellung genauer und transparenter Preisinformationen.
Die bevorstehende Auswahl privater Auftragnehmer und die anschließenden Implementierungsphasen werden für die Erreichung dieser Ziele entscheidend sein.

