• Orange würde fünf Rechenzentren an vier französischen Standorten in ein vorgeschlagenes 50/50-Unternehmen einbringen
  • Die Plattform strebt 400 MW an, aber die Transaktion unterliegt noch der Konsultation und behördlichen Genehmigung

Der Sachverhalt

Orange und der Infrastrukturinvestor Morrison haben eine Exklusivitätsvereinbarung zur Gründung eines gemeinsamen Rechenzentrumsunternehmens in Frankreich geschlossen. Das geplante 50/50-Joint-Venture würde fünf Orange-Rechenzentren an vier Standorten in Chevilly-Larue, Aubervilliers, Chartres und Val-de-Reuil erhalten. Das Joint Venture strebt eine Kapazität von 400 MW an, fast zehnmal so groß wie das derzeitige Portfolio von Orange. Sein Investitionsprogramm in Höhe von 3 Milliarden Euro würde durch die vorhandenen Vermögenswerte, Eigenkapital von Morrison und Fremdkapital finanziert werden.

Orange würde die Rechenzentren, das operative Know-how und den Zugang zu Kunden einbringen. Morrison würde Erfahrung in Infrastrukturinvestitionen und Kapital einbringen. Es wird erwartet, dass Orange Business der exklusive Vertreiber des Joint Ventures für Colocation und Hosting-Dienste wird, während Orange weiterhin den für seine eigenen Systeme genutzten Raum kontrollieren würde. Die Parteien erwarten, die Transaktion bis Ende 2026 zu unterzeichnen und im ersten Quartal 2027 abzuschließen, vorbehaltlich der Konsultation der Arbeitnehmer und der behördlichen Genehmigung.

Die Einschätzung

Das geplante Joint Venture würde die fünf französischen Rechenzentren von Orange in ein separates Unternehmen überführen, das Eigen- und Fremdkapital für die Expansion aufnehmen könnte. Orange würde das Programm nicht mehr allein finanzieren, bliebe aber für den Betrieb der Einrichtungen und den Verkauf von Kapazitäten über Orange Business verantwortlich.

Diese Struktur gibt dem Joint Venture Zugang zu Morrisons Kapital, ohne Orange von der Arbeit zu entbinden, die zur Auslastung und zum Betrieb der Standorte erforderlich ist. Orange müsste weiterhin Kunden gewinnen, die Einrichtungen verwalten und entscheiden, wie viel Platz für die eigenen Systeme reserviert bleibt. Die Ankündigung legt noch nicht fest, welcher Standort zuerst erweitert wird, wie das 400-MW-Ziel in Phasen aufgeteilt wird oder wie hoch die Verschuldung des Unternehmens sein wird.

Für BTW-Leser könnte die Transaktion den Pool an Kapital für das Rechenzentrumsprogramm von Orange erweitern, aber der erste Standortplan wird bestimmen, ob diese Finanzierungsstruktur ein realisierbares Projekt unterstützt. Er sollte die Anfangskapazität, den Bauablauf und die Finanzierung für die erste Phase festlegen.

Was zu beachten ist

Achten Sie darauf, dass Orange und Morrison die Transaktion unterzeichnen und die behördliche Genehmigung erhalten. Der erste Entwicklungsplan sollte festlegen, welche Standorte erweitert werden, wie das 400-MW-Ziel gestaffelt wird und wann die erste Kapazität in Betrieb genommen werden kann. Details zu Morrisons Eigenkapitalbeitrag und der Verschuldung des Joint Ventures würden ebenfalls klären, wie das 3-Milliarden-Euro-Programm finanziert wird.