Zusammenfassung
- Ofcom will Openreach, der regulierten Wholesale-Einheit von BT Group, den Rückzug des Incremental New to Openreach Customer Offer auferlegen.
- Der Rabatt beträgt bis zu 9,50 Pfund im Monat für höchstens 30 Monate auf FTTP-Neukunden oberhalb des normalen ISP-Zuwachses.
- Ofcom befürchtet vorläufig, dass alternative Netze beim Mitziehen ihre Kosten nicht decken können.
- Andere geografische, höherwertige und geschäftliche Angebote sind nicht Teil des Interventionsvorschlags.
- Stellungnahmen sind bis 27. August um 17 Uhr möglich; die Entscheidung wird bis Ende September erwartet.
Ein Unternehmen kann den Durchschnittspreis unverändert lassen und trotzdem den Wettbewerb um die nächste Einheit stark verschärfen.
Openreach setzt seinen vorgesehenen Rabatt hinter eine Schwelle. Erst wenn ein ISP mehr FTTP-Neukunden als üblich zuführt, kann er bis zu 9,50 Pfund monatlich für maximal 30 Monate erhalten.
Der Bestand wird damit nicht allgemein verbilligt. Der zusätzliche Kunde wird gezielt günstiger. Gerade dieser Kunde entscheidet bei einem jungen Alternativnetz darüber, ob bereits gebaute Infrastruktur mehr Umsatz trägt.
Der Grenzpreis kann maximal 285 Pfund verändern
Die beiden Obergrenzen ergeben 285 Pfund über 30 Monate. Das ist eine Rechengröße, kein garantierter Betrag. Rabatt, Laufzeit und Anspruch können niedriger sein.
Für den ISP kann die Offerte den Wholesale-Aufwand der nächsten gewonnenen Linie deutlich senken. Die vorhandenen Openreach-Linien müssen dafür nicht neu bepreist werden.
Ein Altnet kann mit einem eigenen Rabatt reagieren. Wenn es jedoch schon niedrige Preise für seine gesamte kleinere Basis verlangt, kann eine weitere Senkung die Amortisation von Tiefbau, Faser und Betrieb gefährden.
Ofcom knüpft seine vorläufige Sorge an ein „angemessen effizientes“ Netz. Es geht nicht darum, jeden Wettbewerber vor einem besseren Preis zu schützen, sondern um die Frage, ob effiziente Infrastruktur ihre Kosten noch zurückverdienen kann.
Nicht angeschlossene Haushalte sind der Wachstumsmarkt
Rund die Hälfte der Haushalte mit möglichem Full-Fibre-Zugang hat laut Ofcom noch keinen Anschluss gebucht. Die Netze konkurrieren daher nicht nur um Wechselkunden, sondern um die erstmalige Umwandlung von Reichweite in Nutzung.
Für Haushalte kann ein intensiver Preiswettbewerb kurzfristig günstig sein. Ofcom betrachtet zusätzlich die Zeit nach der Akquisition: Wenn alternative Netze zu wenig Auslastung erreichen, könnten Auswahl und Preisdruck später sinken.
Die Konsultation muss diese Kette prüfen. Kostenmodelle, Nachfrageverhalten, Preisreaktionen und Konsumentenvorteile sind entscheidend.
Eine selektive Offerte ist nicht schon deshalb wettbewerbswidrig, weil sie wirksam ist. Die endgültige Begründung muss zeigen, warum Wirkung und Marktstellung zusammen eine regulatorische Grenze überschreiten.
Kleinere und anders verteilte Rabatte bleiben vorerst frei
Das geografische Incremental-Angebot sieht einmalig 50 Pfund für bestimmte neue Kunden in Gebieten mit Virgin Media vor. In Teilen dieser Gebiete sind auch Altnets stark vertreten.
Das Frontbook ARPU Share Offer begrenzt die durchschnittliche Zahlung eines ISP für neue schnellere Anschlüsse auf 19,32 Pfund monatlich. Hinzu kommen Angebote für hochkapazitive Geschäftskundenverbindungen.
Ofcom schlägt bei diesen Offerten keine Intervention vor. Die effektiven Nachlässe seien deutlich kleiner und dürften ein angemessen effizientes Netz nicht am Wettbewerb hindern.
Die Trennlinie verläuft folglich nicht zwischen Rabatt und Nicht-Rabatt. Sie verläuft zwischen unterschiedlichen Größen, Zielgruppen und Auswirkungen.
Selektiv bleibt auch der regulatorische Status
Ofcom sagt, ein Verbot wäre sein erster Eingriff gegen ein kommerzielles Openreach-Angebot. Noch ist es ein Vorschlag.
Die Konsultation endet am 27. August um 17 Uhr. Eine endgültige Entscheidung soll bis Ende September folgen.
Dann kann Ofcom den Rückzug anordnen, Änderungen berücksichtigen oder von einer Intervention absehen. Der aktuelle Text hat diesen Schritt nicht vorweggenommen.
Openreach hat den umkämpften Zuwachs bepreist. Ofcom hat genau diesen Mechanismus isoliert. Ob daraus ein bindender Präzedenzfall wird, entscheidet erst die Begründung nach der Konsultation.

