• Die 200-Millionen-A$-Maroochydore-Anlage befindet sich im Bau und soll Anfang 2027 in Betrieb gehen, mit etwa 1 MW beim Start und geplanten 6 MW
• Australien hat noch nicht festgelegt, ob spätere Phasen bestehender Standorte von den neuen Strom- und Wasseranforderungen betroffen sein werden
Das Geschehen
NEXTDC baut SC2, ein fünfstöckiges Rechenzentrum neben seiner bestehenden SC1-Anlage und der internationalen Kabelanlandestation in Maroochydore, Queensland. Das 200-Millionen-A$-Projekt soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 eröffnet werden. NEXTDC gibt eine geplante IT-Kapazität von 6 MW an und sagt, dass zunächst etwa 1 MW verfügbar sein wird.
Die australische Regierung plant, Standards für neue große Rechenzentrumsprojekte einzuführen. Entwickler müssten zusätzliche Stromversorgung unterstützen, ihren Anteil an den Netzanbindungskosten zahlen, bei Bedarf die Nachfrage reduzieren und den Wasserverbrauch begrenzen. Premierminister Anthony Albanese sagte, die Regeln würden nur für neue Projekte gelten, daher wird erwartet, dass SC2 nicht erfasst wird, da der Bau bereits im Gange ist. Die Regierung hat noch nicht festgelegt, welche Kapazität als großes Rechenzentrum gilt. Bestehende Strom- und Wasserinfrastrukturkosten werden weiterhin anfallen.
Die Bewertung
Es wird erwartet, dass SC2 außerhalb der neuen Standards liegt, da der Bau bereits begonnen hat. Aber zur Eröffnung sind nur etwa 1 MW von den 6 MW für den Standort geplant. Die Regierung hat nicht gesagt, ob spätere Kapazitäten am selben Standort diese Ausnahme behalten.
Sollte der Rahmen nicht klären, wie spätere Erweiterungen behandelt werden, könnte SC2 unter den bestehenden Regelungen eröffnen und den Großteil seiner geplanten Kapazität nach Inkrafttreten der neuen Standards hinzufügen. Für BTW-Leser ist das wichtig, weil es die Planung und Regulierung der Internetinfrastrukturschicht Australiens – Rechenzentrumskapazität, Nähe zum Stromnetz und Konnektivität – beeinflusst. Andere Betreiber mit bereits im Bau befindlichen Standorten könnten dem gleichen Muster folgen.
Was zu beobachten ist
Das National Cabinet soll den Rahmen im August prüfen, eine Gesetzgebung wird Anfang 2027 erwartet. Die Hauptfragen sind, wie groß ein Projekt sein muss, um unter die Regeln zu fallen, ob bereits im Bau befindliche Standorte ausgenommen bleiben und wie spätere Erweiterungen behandelt werden.

