Zusammenfassung

  • Von BlackRock verwaltete Fonds sollen 80% des Gemeinschaftsunternehmens halten, Meta 20%; der Abschluss wird in den nächsten Tagen erwartet und ist noch nicht erfolgt.
  • Die Entwicklungskosten liegen laut Meta bei rund 14 Milliarden Dollar, die Zielgröße bei 1GW und der Beginn der Kapazitätsbereitstellung im Jahr 2028.
  • Meta bringt Grundstücke und unfertige Bauten im Wert von etwa 2,3 Milliarden Dollar ein, BlackRock rund 4,9 Milliarden Dollar in bar.
  • Ein Teil von BlackRocks Investition wird mit 12,5 Milliarden Dollar Fremdkapital finanziert; eine vollständige Mittelherkunfts- und Mittelverwendungsrechnung fehlt.
  • Meta mietet den gesamten Campus und stellt einen bedingten Restwertschutz mit einer anfangs rund 13 Milliarden Dollar hohen, sinkenden Schwelle.

Vier Zahlen in einer Mitteilung müssen nicht vier Kostenblöcke sein. Die rund 14 Milliarden Dollar beschreiben die Entwicklung der Gebäude sowie der dauerhaften Strom-, Kühl- und Verbindungsinfrastruktur.

Die 2,3 Milliarden Dollar sind eine Bewertung bereits vorhandener Grundstücke und laufender Bauarbeiten, die Meta in das neue Unternehmen einbringt. Die 4,9 Milliarden Dollar sind eine Bareinlage von BlackRock. Die 12,5 Milliarden Dollar wiederum sind eine Finanzierungsquelle für einen Teil dieser Investition.

Ohne vollständige Quellen-und-Verwendungen-Tabelle lässt sich daraus weder ein Projektwert von 19,7 Milliarden Dollar noch eine Finanzierungslücke ableiten.

Sacheinlage, Bargeld und Kosten stehen auf verschiedenen Zeilen

Beim Abschluss soll Meta die Grundstücke und Anlagen im Bau einbringen. BlackRock stellt Barmittel bereit. Anschließend erhält Meta eine einmalige Ausschüttung von ungefähr einer Milliarde Dollar, um die Beteiligungen auf 80 zu 20 auszurichten.

Diese Ausschüttung ist kein operativer Ertrag des Campus. Das Rechenzentrum liefert noch keine Kapazität und soll erst 2028 mit der Inbetriebnahme beginnen.

Auch der Begriff Entwicklungskosten verrät nicht, zu welchem Zeitpunkt jeder Dollar ausgegeben wird. Die Mitteilung enthält keinen jährlichen Investitionsplan, keine Zins- oder Tilgungsbedingungen und keine Darstellung von Reserven oder Gebühren.

Die saubere Lesart trennt daher Bilanzwerte, neue Liquidität, Fremdkapitalaufnahme und langfristige Bauausgaben.

Fremdkapital braucht einen Zahlungsstrom

Der Campus hat einen benannten Erstkunden: Meta soll zunächst alleiniger Nutzer sein und die gesamte Anlage mieten. Das senkt das Risiko, dass eine fertige Anlage ohne Nachfrage eröffnet.

Zugleich konzentriert es die Einnahmen auf eine Gegenpartei. Der erste Mietvertrag läuft vier Jahre; vier Verlängerungsoptionen könnten die Nutzung auf insgesamt 20 Jahre ausdehnen.

Optionen sind kein von Beginn an fest zugesagter 20-Jahres-Zahlungsstrom. Miethöhe, Indexierung, Verfügbarkeitsregeln, Verlängerungspreise und Kündigungsfolgen wurden nicht veröffentlicht.

Deshalb reichen weder die Vollvermietung noch die 12,5 Milliarden Dollar Schulden aus, um Schuldendienstdeckung oder Eigenkapitalrendite zu berechnen.

Restwertschutz ist keine zweite Baufinanzierung

Meta gewährt Restwertgarantien mit einem zusammengefassten Schwellenwert von ungefähr 13 Milliarden Dollar, der im Zeitverlauf sinkt.

Unter bestimmten Bedingungen in den ersten 16 Jahren entspricht die maximale Zahlung der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert der erfassten Vermögenswerte und der dann geltenden Schwelle.

Die 13 Milliarden Dollar sind somit kein sicherer Mittelzufluss und kein zusätzlicher Baukostenblock. Erreicht der beizulegende Zeitwert die Schwelle, ergibt sich nach der veröffentlichten Formel keine Differenz.

Wie groß der tatsächliche Schutz ist, hängt von Auslösern, erfassten Vermögenswerten, Bewertungsmethode und Absenkungspfad ab. Der vollständige Garantievertrag liegt öffentlich nicht vor.

Der Mechanismus verschiebt einen Teil des Endwertrisikos zurück zu Meta. Deren wirtschaftliche Rolle reicht daher über den 20%-Anteil hinaus: Meta ist zugleich Mieter, Bau- und Immobilienmanager sowie Garantiegeber.

2028 bezeichnet den Start, nicht das ganze Gigawatt

Der Abschluss des Gemeinschaftsunternehmens wird in den nächsten Tagen erwartet. Danach müssen Bau, Energieversorgung, Kühlung, Vernetzung und Abnahme weiter umgesetzt werden.

Meta spricht davon, ab 2028 Kapazität ans Netz zu bringen. Das bedeutet nicht, dass das gesamte geplante Gigawatt in einem Schritt betriebsbereit sein wird; ein jährlicher MW-Fahrplan fehlt.

Nach Unternehmensangaben arbeiten bereits mehr als 2.300 Menschen vor Ort. In der Spitze sollen es über 4.000 Bauarbeitsplätze sein, nach Fertigstellung 300 Betriebsstellen. Diese Zahlen belegen Aktivität, aber noch keine abgenommene Kapazität und keinen Cashflow für Zins und Tilgung.

Die neue Information ist die offizielle Vertragsarchitektur aus Eigentum, Einlagen, Miete und Garantie. Sie ist von der früheren Vermarktung projektbezogener Anleihen abzugrenzen. Die nächsten belastbaren Punkte sind Abschluss, Mittelzufluss, stufenweise Inbetriebnahme und Mietbeginn.

Quellen