- Der Rückgang der KI-bezogenen Softwareaktien hat begonnen, die Kreditmärkte zu beeinflussen, wobei Kredite im Wert von rund 235 Milliarden Dollar für Software gefährdet sind.
- Ein erheblicher Teil dieser Kredite hat niedrige Bonitätsbewertungen und frühe Fälligkeiten, was die Refinanzierungsbelastung potenziell erhöht.
Was ist passiert?
Morgan Stanley-Analysten haben gewarnt, dass die jüngste Volatilität bei Softwareaktien – ausgelöst durch die Sorge, dass schnelle Fortschritte bei KI-Tools traditionelle Softwareunternehmen stören könnten – Risiken für den US-Kreditmarkt darstellen könnte, wo Softwarekredite etwa 16 % (ungefähr 235 Milliarden Dollar) eines geschätzten Marktes von 1,5 Billionen Dollar ausmachen. Viele dieser Kredite befinden sich in den Händen von privaten, von Sponsoren unterstützten Unternehmen mit begrenzter Finanztransparenz, was die Bewertung der Anfälligkeit für KI-getriebene Störungen erschwert.
Die Maklerfirma wies darauf hin, dass der Großteil der Schulden im Softwaresektor niedrigere Bonitätsbewertungen aufweist, wobei etwa 50 % mit B- oder schlechter bewertet sind und etwa 26 % im CCC-Bereich liegen, was normalerweise ein höheres Ausfallrisiko anzeigt. Darüber hinaus hat Softwareschulden ein relativ frühes Fälligkeitsprofil, wobei ein erheblicher Teil in den nächsten vier Jahren fällig wird, was die Refinanzierungsbedingungen verschärfen könnte, wenn die Anlegerstimmung schwach bleibt.
Trotz dieser Bedenken betonte Morgan Stanley, dass derzeit keine weit verbreitete Systemkrise erwartet wird, und deutete an, dass die Kreditpreise zwar volatil bleiben könnten, ein plötzlicher Anstieg der Ausfälle kurzfristig jedoch unwahrscheinlich sei.
Der Ausverkauf von Softwareaktien ist weit verbreitet: verwandte Instrumente wie der S&P 500 Software & Services Index sind in den letzten Sitzungen stark eingebrochen, was zur Marktnervosität und zu Diskussionen unter Strategen über die langfristigen Auswirkungen beigetragen hat.
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Warum es wichtig ist
Die Diskussion unterstreicht, wie die Stimmung gegenüber technologischen Störungen – in diesem Fall KI – die breiteren Finanzmärkte über die Aktienbewertungen hinaus beeinflussen kann. Softwareunternehmen, die lange als Nutznießer des KI-Wachstums galten, werden nun aufgrund der Befürchtung neu bewertet, dass Fortschritte traditionelle Einnahmequellen kannibalisieren könnten – eine Dynamik, die sowohl Anleger als auch Kreditgeber verunsichert hat.
Die Kreditmärkte sind besonders anfällig, da Kredite an Emittenten mit niedrigeren Bonitätsbewertungen oft auf stabilen Cashflows und vorhersehbaren Geschäftsmodellen beruhen. Sollte die Einführung von KI diese Grundlagen wesentlich schwächen, könnte das Refinanzierungsrisiko für einige Kreditnehmer steigen. Diese Sorge wird dadurch verstärkt, dass viele Softwarekredite von privaten Unternehmen – mit geringerer Transparenz – begeben werden und relativ kurze Fälligkeiten im Vergleich zum gesamten Kreditmarkt haben.
Analysten anderer Firmen, darunter JPMorgan, argumentieren jedoch, dass ein Teil dieses Ausverkaufs übertrieben sein könnte, da die Aktienkursrückgänge eher auf Stimmung als auf fundamentale Schwäche zurückzuführen sind, und deuten auf Chancen bei qualitativ hochwertigeren und KI-resistenten Namen hin.
Während die Märkte weiterhin die Chancen der KI gegen ihre Risiken abwägen, wird das Zusammenspiel von Aktienvolatilität und Kreditengagement ein Schwerpunkt für Anleger und Risikomanager bleiben. Die Überwachung der Refinanzierungsmuster und Ausfalltrends im Segment der Softwarekredite wird entscheidend sein, um zu verstehen, ob die derzeitigen Ängste einen kurzfristigen Stimmungswandel oder eine tiefergehende Neubewertung der Risikoprofile des Sektors darstellen.

