- Zuerst sind RIR-Regeln und Registrierungskette zu prüfen: Ein nicht übertragbarer, nicht teilbarer oder für den Empfänger unzulässiger Block hat zum Bewertungszeitpunkt keinen ausführbaren Marktwert.
- Eine allgemeine Prämie für große Blöcke gibt es nicht. Ein RIPE NCC-Bericht beobachtete in Interviews 2024 etwa 30 € je Adresse für /24 bis /20 und schwächere /16; das ist kein aktueller Ausführungspreis.
- Vergleichen Sie den Nettoverkaufserlös nach Steuern mit dem risikobereinigten Barwert von Vermietung oder Eigennutzung; Makler, Escrow, Recht, RIR, Bereinigung, Verzögerung, Missbrauch und Routing gehören ins Modell.
Übertragbarkeit kommt vor dem Stückpreis
IPv4-Knappheit ist real, doch der Meilenstein von 2011 wird oft falsch verkürzt. ICANN meldete am 3. Februar 2011 die letzten Zuteilungen aus dem zentralen freien IANA-Pool an die fünf regionalen Internet-Registries; nicht alle RIR-Bestände waren am selben Tag aufgebraucht. Ein Verkäufer überträgt Registrierungs- und Nutzungsrechte nach RIR-Vertrag und -Richtlinie, kein vom Register losgelöstes Eigentum. Der RIPE NCC-Bericht vom Juni 2025 stellt diese Grenze ausdrücklich klar.
Vor der Preisfrage sind Quellinhaber, Registrierungskette, zuständiges RIR, Vertragsstatus, Belastungen und Streitfälle zu klären. Prüfen Sie Teilbarkeit, Haltefristen und Empfängerberechtigung. Das aktuelle ARIN-Handbuch und die Vorabgenehmigung verlangen einen prognostizierten Bedarf. RIPE NCC prüft Registrierung, Unterlagen und Beschränkungen; APNIC verlangt Bedarfsnachweis und beschränkt Adressen aus dem freien 103/8-Pool fünf Jahre. Regeln hängen von Quelle, Ziel und Datum ab.
Vergleichswerte aufbauen und Nettoerlös rechnen
Eine belastbare Vergleichstabelle nennt Datum, RIR-Paar, Größe und Zusammenhängigkeit, Rechts- und Registerstatus und trennt Angebotspreis, Gebot, Maklerdurchschnitt und Abschluss. Ein /20 ist je Adresse nicht immer teurer als ein /24; ein /16 erhält keine automatische Prämie. Die vom RIPE NCC dokumentierten Interviews 2024 beobachteten rund 30 € je Adresse für /24 bis /20 und schwächere Erwartungen für /16. Das widerlegt eine allgemeine Größenregel, ist aber weder auditierter Weltindex noch heute ausführbares Angebot.
Beim Verkauf wird der ausführbare Preis mit den übertragbaren Adressen multipliziert. Davon gehen Makler, Escrow, Rechtsberatung, RIR und Mitgliedschaft, Steuern, Finanzierung, Reputationsbereinigung sowie erwartete Verzögerungs- und Ausfallkosten ab. Zeigen Sie niedrigen, mittleren und hohen Fall samt Bewertungsdatum. Vor der Vermarktung bleibt eine Betriebsreserve: spätere Rückkäufe können Umnummerierung, Kundenmigration, Allowlist-Änderungen und Dienstrisiken auslösen. Ein „maximaler ROI“ lässt sich daher nicht versprechen.
Vermieten, verkaufen oder behalten: Risiken mitbewerten
Vermietung bedeutet nicht einfach, „Eigentum zu behalten“. Diskontieren Sie Nettomiete nach Auslastung, Leerstand, Ausfall, Support, Missbrauchsbearbeitung, Routingbetrieb, Rechtshaftung und Beendigungskosten. Berücksichtigen Sie Gegenparteikonzentration und regulatorische Unsicherheit und setzen Sie einen vorsichtigen Restwert an. Vergleichen Sie das mit dem Nettoverkauf und dem Wert des Behaltens für Wachstum, Übernahmen, Notfallvorsorge oder Kundenverträge. IPv6 und CGNAT gehören in die Langfristszenarien.
Technische Prüfung verändert Preis und Abschlussrisiko: Registerhistorie und Streitfälle, frühere BGP-Ankündigungen und Hijacks, Spam- und Malware-Reputation über den Spamhaus IP and Domain Reputation Checker, RPKI, IRR, Reverse DNS, Geolokation, Vollmachten und Missbrauchskontrollen des Käufers. Die ARIN-Praxisempfehlung nennt koordinierte Änderungen von ROAs, IRR-Objekten und Reverse DNS. Escrow sollte Geld an vereinbarten Register- und Routingmeilensteinen freigeben, nicht allein bei Unterschrift.

