Zusammenfassung

  • Google Cloud hat am 8. September den Wechsel zwischen Reservierungen für ein einzelnes Projekt und gemeinsam genutzten Compute-Engine-Reservierungen allgemein verfügbar gemacht.
  • Der Wechsel verteilt Zugangsrechte zu vorhandener Kapazität, schafft aber keine zusätzliche. Ungenutzte Ressourcen bleiben kostenpflichtig; für gezielt zugreifende Verbraucherinstanzen gelten Rücknahmebedingungen.

Eine Reserve kann andere Nutzer bekommen

Kapazität, die ein Team für eine spätere Aufgabe vorhält, kann einem anderen heute nützen. Google Cloud erleichtert es, diesen Nutzerkreis zu verändern. Die Compute-Engine-Versionshinweise vom 8. September melden die allgemeine Verfügbarkeit des Typwechsels: Geeignete Reservierungen für ein einzelnes Projekt lassen sich in gemeinsam genutzte umwandeln und umgekehrt.

Gemeinsam genutzte Reservierungen gab es bereits. Neu ist die Änderung zwischen den beiden Typen, nicht ein Marktplatz für den Weiterverkauf. Laut Änderungsdokumentation ist die Freigabe für bis zu 100 Projekte derselben Organisation möglich. Änderungen erfolgen aus dem Projekt, in dem die gemeinsame Reservierung erstellt wurde. Das nutzende Team übernimmt damit nicht die Eigentümerrolle.

Für eine zentrale Cloud-Einheit liegt der mögliche wirtschaftliche Vorteil darin, passende interne Nachfrage mit bereits reservierten Ressourcen zusammenzubringen. Eine längere Freigabeliste vergrößert jedoch weder die Kapazität noch ersetzt sie Berechtigungs- und Kontingentprüfungen.

Nutzung verschiebt die Rechnung

Die Reservierungsübersicht beschreibt den Kostenanreiz: Ressourcen werden berechnet, solange die Reservierung besteht, unabhängig von ihrer Nutzung. Eine virtuelle Maschine, die diese Ressourcen verwendet, löst keine doppelte Berechnung derselben reservierten Ressourcen aus.

Für die gemeinsame Nutzung selbst gibt es keinen zusätzlichen Aufschlag. Standardmäßig wird das Eigentümerprojekt belastet; nutzt ein Verbraucherprojekt Ressourcen daraus, wird dieses Projekt für den betreffenden Verbrauch abgerechnet. Anwendbare Rabatte für zugesicherte Nutzung und andere Preisvereinbarungen können den Tarif beeinflussen. Die Zugangsänderung ist deshalb weder ein neuer Rabatt noch ein Versprechen identischer Kosten in jedem Projekt.

Man stelle sich ein Team mit einer Reserve für eine spätere Aufgabe und ein zweites mit passendem Bedarf heute vor. Das ist ein Gedankenbeispiel, kein von Google gemeldeter Kundenerfolg. Teilen kann brachliegende Ressourcen nutzbar machen. Brauchen später beide Teams gleichzeitig Kapazität, bleibt die Gesamtmenge aber endlich. Der technische Parameter entscheidet keine geschäftlichen Prioritäten.

Rückkehr zum Einzelprojekt hat Voraussetzungen

Soll eine gemeinsame Reservierung, auf die Verbraucherinstanzen ausdrücklich ausgerichtet sind, zum Einzelprojekt zurückkehren, verlangt die Dokumentation das Stoppen, Aussetzen oder Löschen der konsumierenden Instanzen in den freigegebenen Verbraucherprojekten. Für Instanzen des Eigentümerprojekts gilt diese Anforderung nicht.

Hinzu kommt eine Wiederanlaufbedingung. Gestoppte oder ausgesetzte Verbraucherinstanzen, die auf die gemeinsame Reservierung zielen, können erst wieder starten beziehungsweise fortgesetzt werden, wenn eine Ersatzreservierung im selben Eigentümerprojekt und derselben Zone mit ursprünglichem Namen und passenden Eigenschaften existiert. Das ist eine dokumentierte Abhängigkeit, kein gemeldeter Ausfall und keine Empfehlung, Arbeitslasten zu löschen. Sie darf nicht pauschal auf alle automatisch aus Reservierungen versorgten Instanzen übertragen werden.

An Nutzungszusagen gebundene Reservierungen verweist der Leitfaden auf einen getrennten Ersetzungsprozess; automatisch erzeugte Reservierungen für künftigen Bedarf unterliegen eigenen Grenzen. Die Freigabe macht nicht jeden Reservierungstyp oder jede kommerzielle Vereinbarung beliebig änderbar. Zugang leichter anzupassen bedeutet nicht, abhängige Arbeit folgenlos abwickeln zu können.