Zusammenfassung

  • Fujitsu und Yaqumo testen Fujitsus Quantensoftware auf Yaqumos Neutralatom-Hardware, nachdem sie im August von theoretischen Arbeiten zu Tests an einer realen Maschine übergegangen sind
  • Das Projekt prüft, ob eine einzige Softwareumgebung verschiedene Quantensysteme unterstützen und zugleich die Unterschiede zwischen den Maschinen berücksichtigen kann

Die Fakten

Fujitsu und das japanische Start-up Yaqumo testen Fujitsus Quantencomputing-Software auf einem Quantencomputer mit neutralen Atomen und erweitern damit Werkzeuge, die hauptsächlich für andere Arten von Quantenhardware entwickelt wurden.

Die Unternehmen nahmen im April die theoretischen Arbeiten auf und begannen im August mit Tests an einer realen Maschine. Ihre Zusammenarbeit verbindet die STAR-Architektur und die Open Quantum Toolchain von Fujitsu mit Yaqumos System, das Ytterbium-Atome als Qubits nutzt.

Ein Teil der Arbeit besteht darin, die Software so anzupassen, dass sie Befehle für Yaqumos Maschine übersetzen, Rechenaufträge einplanen sowie deren Betriebszustand und Kalibrierung überwachen kann. Fujitsu will Nutzern letztlich ermöglichen, über eine gemeinsame Schnittstelle mit unterschiedlichen Arten von Quantencomputern zu arbeiten.

Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung. Fujitsu hat keinen allgemein verfügbaren Cloud-Dienst für Neutralatom-Systeme angekündigt. Yaqumos Ziel bleibt es, bis zum Geschäftsjahr 2027 ein System mit mehreren Hundert Qubits und der Fähigkeit zur Fehlerkorrektur zu bauen.

Die Einordnung

Bei dem Test geht es darum, unterschiedliche Quantencomputer über dieselbe Softwareumgebung leichter nutzbar zu machen. Forschende könnten Rechenaufträge grundsätzlich auf ähnliche Weise einreichen und verwalten, ohne sich für jeden Maschinentyp in ein völlig anderes Betriebssystem einarbeiten zu müssen.

Die Maschinen selbst würden dennoch unterschiedlich funktionieren. Fujitsus Software muss Anweisungen für Yaqumos Hardware übersetzen und Details wie Maschinenstatus und Kalibrierung nachverfolgen. Eine gemeinsame Schnittstelle kann den Zugang vereinfachen, aber sie kann nicht bewirken, dass sich eine Art von Quantencomputer genauso verhält wie eine andere.

Für die Leserinnen und Leser von BTW lautet die entscheidende Frage, ob Fujitsu den Zugang vereinheitlichen kann, ohne Unterschiede zu verbergen, die die Ergebnisse beeinflussen. Ein erfolgreicher Test würde es Forschenden erleichtern, verschiedene Quantensysteme auszuprobieren und dabei weiterhin zu erkennen, welche Maschine den Rechenauftrag ausgeführt hat und in welchem Betriebszustand sie war.

Worauf zu achten ist

Achten Sie auf eine Demonstration realer Arbeitslasten, die über Fujitsus Software auf Yaqumos Hardware ausgeführt werden. Angaben zu unterstützten Befehlen, zur Auftragsplanung und zum Cloud-Zugang werden zeigen, welche Teile der Nutzererfahrung sich tatsächlich über verschiedene Quantencomputing-Systeme hinweg vereinheitlichen lassen.