- Apple zu 571 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen App-Entwickler daran gehindert hat, günstigere Angebote außerhalb des App Stores zu bewerben
- Meta zu 228 Millionen Dollar verurteilt, wegen „erzwungener“ Einwilligungspraktiken bei werbefreien Abomodellen auf Facebook und Instagram
Was geschah:EU verhängt Bußgelder gegen Apple und Meta wegen Einschränkung der Nutzerwahl und des Wettbewerbs
Die Europäische Union hat gegen Apple und Meta eine gemeinsame Strafe von 799 Millionen Dollar verhängt, weil sie gegen die digitalen Wettbewerbsregeln verstoßen haben, die die Dominanz großer Technologieplattformen eindämmen sollen. Apple wurde zu einer Strafe von 571 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen App-Entwickler daran gehindert hat, Nutzer auf günstigere Angebote außerhalb seines App Stores hinzuweisen – eine Maßnahme, die laut den Regulierungsbehörden den Wettbewerb erstickt und den Verbrauchern schadet.
Meta wurde zu einer Strafe von 228 Millionen Dollar verurteilt, wegen seines umstrittenen Modells „bezahlen oder zustimmen“, das auf Facebook und Instagram eingeführt wurde. Die Nutzer in Europa mussten entweder zielgerichtete Werbung akzeptieren oder ein monatliches Abonnement bezahlen, um sie zu vermeiden. Die Regulierungsbehörden kamen zu dem Schluss, dass dieser Ansatz den Nutzern keine freie und sinnvolle Wahl ließ und sie tatsächlich dazu zwang, ihre personenbezogenen Daten preiszugeben.
Lesen Sie auch:EU nimmt Google mit möglichen milliardenschweren Bußgeldern wegen Suchmarkt-Dominanz nach dem neuen Digital Markets Act ins Visier
Lesen Sie auch:EU-Kartellbehörden legen fest, wie Apple sich für den Wettbewerb öffnen muss
Warum das wichtig ist
Diese Entscheidungen stellen die bisher energischste Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) dar, der im März 2024 in Kraft getreten ist und darauf abzielt, die monopolistischen Praktiken der dominanten „Gatekeeper“ der digitalen Wirtschaft zu zerschlagen. Das Gesetz zwingt Unternehmen wie Apple und Meta, ihre Betriebsweise auf dem europäischen Markt zu ändern, insbesondere in Bezug auf die Datenverarbeitung und den Nutzerzugang.
Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Henna Virkkunen, erklärte, dass diese Entscheidungen notwendig seien, um Fairness und Transparenz auf den digitalen Märkten wiederherzustellen. „Apple und Meta haben beide den Nutzern ihre Wahlfreiheit vorenthalten“, fügte sie hinzu und betonte, dass die Unternehmen nun ihre Praktiken ändern müssen, andernfalls drohten weitere Sanktionen.
Apple und Meta haben ihre Absicht bestätigt, Berufung einzulegen: Apple wirft der Kommission vor, „die Spielregeln während des Spiels zu ändern“, während Meta warnt, dass die Entscheidung eine „milliardenschwere Gebühr“ für sein Geschäftsmodell bedeuten könnte.

