- Ein Anbieter, zwei Namensprüfungen: ICANN trennt die Gebühren
Analysys Mason übernimmt die Panels für geografische und reservierte Namen. Für Antragsteller bleibt entscheidend, welche Leistung die Grundgebühr deckt und welche Prüfung zusätzlich berechnet wird.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-09-03
- ICANN vermerkt eine Rücknahme, nennt den handelnden Akteur aber nicht
Eine entfernte Stellungnahme muss nicht erneut veröffentlicht werden, damit ihr Verfahrensweg nachvollziehbar bleibt. ICANN bewahrt derzeit Name, Datum und den Zustand „Submission Retracted“. Doch weil sowohl der Einreicher als auch ICANN selbst Inhalte aus der öffentlichen Ansicht nehmen können, sagt dieser Zustand allein nicht, wessen Befugnis ausgeübt wurde.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-09-02
- Im ICANN-Streit wird dieselbe DNS-Missbrauchszahl zur Unter- und Obergrenze
Interisle fand 8.496.811 im Jahr 2025 angelegte gTLD-Namen in den ausgewählten Blocklisten und bezeichnete die beobachteten zehn Prozent als Untergrenze. ICANN entgegnete, gemeldete Domains bildeten allenfalls eine Obergrenze für bestätigten Missbrauch. Beides kann stimmen, weil die Aussagen nicht dieselbe Grundgesamtheit betreffen. Zum Governance-Problem wird der Unterschied, sobald die Zahl ihren Messgegenstand verliert und als Abkürzung für Politik, Reputation oder Sperrung dient.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-09-01
- ICANN erweiterte den Project Fund, bevor die Zulassungsregel feststand
Ein außergewöhnlicher Fonds braucht eine sichtbare Schwelle. Beim früheren SFICR lieferte der Ursprung aus einer vom Board gebilligten Community-Empfehlung den ersten Teil der Legitimation. Am 3. Mai 2026 öffnete das ICANN Board den Fonds für jedes qualifizierte Projekt, benannte ihn in Project Fund um und beauftragte die Geschäftsleitung, die Qualifikationsregeln zu entwickeln. Am 28. Mai stand ein prognostizierter operativer Überschuss von 18 bis 21 Millionen US-Dollar im Raum. Noch war nichts zugewiesen. Aber die Frage, welche veröffentlichte Regel ein Projekt aus dem Jahresbudget in den Ausnahmetopf führt, hatte eine finanzielle Größenordnung bekommen.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-27
- Die Vertragsverletzungsanzeige setzte ihre eigene Folge aus: Employ Media, ICANN und der .JOBS-Vergleich
Die entscheidende Formulierung stand nicht in der Vertragsverletzungsanzeige. Sie stand seit 2005 im Registry Agreement. Wenn der Betreiber die Angemessenheit einer Kündigung zum Gegenstand eines Schiedsverfahrens machte und gleichzeitig eine Aussetzung beantragte, hatte dieser Antrag selbst aufschiebende Wirkung. Employ Media musste also nicht erst beweisen, dass ICANN falschlag, um den Betrieb von `.JOBS` vorläufig zu sichern. Im Mai 2011 löste das Unternehmen diese Klausel aus. Im Dezember 2012 beendeten die Parteien den Streit durch einen Vergleich ohne Schuldanerkenntnis. Ein Schiedsspruch in der Sache wurde nicht gefunden.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-26
- Eine Proxy-Klausel ohne privaten Vollstrecker: Balsam v Tucows
Daniel Balsam hatte ein siebenstelliges Urteil und eine Klausel, die scheinbar zur verborgenen Identität führte. Was ihm fehlte, war die Rechtsstellung, um den Registrar-Akkreditierungsvertrag selbst durchzusetzen.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-25
- Manwins .XXX-Vorwürfe überlebten und verschwanden dann
Im Mai 2013 endeten zwei Verfahren binnen 48 Stunden. Ein Vergleich schloss die ICANN-Überprüfung, danach wurden sämtliche Bundesansprüche endgültig fallengelassen. Übrig blieben ein langlebiger Registry-Vertrag und Vorwürfe, die eine frühe Prozessstufe überstanden hatten, aber kein Urteil über ihre Wahrheit.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-25
- Das Bewerbertor, das Name.Space nicht skalieren konnte
Name.Space konnte Hunderte Endungen in einer alternativen Root betreiben. Die normale Reichweite hing jedoch weiter von der Aufnahme in jene Root ab, die Resolver standardmäßig nutzten. Die Akte zeigt, wie aus einer Portfolio-Bewerbung eine Gebühr pro Zeichenfolge wurde—ohne dass die Gerichte dieses Design als wirtschaftlich fair bestätigten.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-25
- ICANN gegen EPAG: Eine einstweilige Verfügung ohne nachgewiesene Notwendigkeit
Aus einem weltweit einheitlichen Vertrag wurde in Bonn eine konkrete Beweisfrage: Warum sollte hinter drei Kontaktbezeichnungen zwingend dreimal personenbezogene Information stehen?
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-24
- §1610(g)(3) schützte Dritte, nicht die Selbstbeschreibung ICANNs
Die Gläubiger besaßen vollstreckbare Terrorismusurteile. Doch die Nutzer, Registrare und Netzbetreiber innerhalb von `.ir`, `.sy` und `.kp` hafteten dafür nicht. An dieser Kostengrenze scheiterte der Versuch, eine laufende Länderkennung wie einen übergabefähigen Vermögensgegenstand zu behandeln.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-24
- Die Werkstatt hinter Root-Empfehlungen: Wer kontrolliert den RSSAC-Caucus-Prozess?
Auf einem RSSAC-Dokument steht der Name des beschließenden Ausschusses. Der größte Teil der fachlichen Arbeit entsteht jedoch in einem breiteren Expertenkreis. Das geltende Verfahren trennt beides: Der RSSAC Caucus kann Fragen aufwerfen, Belege ordnen und Entwürfe schreiben; die Vertreter der Root-Server-Betreiber behalten Ernennung, Arbeitsauftrag, Änderungen, Abstimmung und Veröffentlichung.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-24
- Die vom Board ernannten Sicherheitsexperten: Wo die Macht des SSAC endet
Ein Satz in den SSAC-Verfahrensregeln setzt den Maßstab: Die Hauptpflicht der Mitglieder besteht nicht darin, Interessenkonflikte zu beseitigen oder Betroffene von der Beratung auszuschließen. Sie besteht in Offenlegung und Transparenz. Wer dieses Modell prüfen will, muss deshalb nicht nach einer konfliktfreien Expertenrunde suchen, sondern nach der Spur, die ein konkretes Interesse in Auswahl, Beratung und Entscheidung hinterlässt.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-24
- Die letzte Meile der RIR-Governance: Übergabe ohne Einsicht
Am 28. Juli 2026 wechselte ein fertig ausgearbeiteter Governance-Entwurf den institutionellen Besitzer: Der ASO Address Council übergab als NRO Number Council seine empfohlene Version 3 des neuen RIR Governance Document an das Executive Council der Number Resource Organization. Nur der Text, der übergeben wurde, war für die betroffenen Außenstehenden noch nicht einsehbar. Genau darin liegt nun die entscheidende Governance-Frage: Nicht nur, was am Ende beschlossen wird, sondern wer zwischen abgeschlossener Konsultation und formeller Annahme noch Änderungen verlangen, akzeptieren, zurückweisen oder formulieren kann — und welche öffentliche Spur diese Eingriffe hinterlassen.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-22
- ICANNs Test alternativer Namen endet bei der technischen Machbarkeit
ICANN lässt ein Modell kommentieren, das eine gTLD mit derselben Zeichenfolge in alternativen Namenssystemen verbindet. Der erste Bericht hält den Betrieb für technisch beherrschbar, wenn überall derselbe Inhaber und eine logisch einheitliche Wahrheitsquelle gelten. Das ist eine anspruchsvolle technische Antwort. Eine Genehmigung, ein Vertrag oder eine Entscheidung über verdrängte Namensrechte ist es noch nicht.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-21
- ICANN zählt Anträge, aber noch keine endgültigen Strings
Mehr als 1.600 Hauptanträge gingen in der neuen gTLD-Runde 2026 ein; über 1.100 davon enthalten einen Ersatz-String. Die Zahlen vermessen den Eingang zum Verfahren. Welche Namen tatsächlich bewertet werden, steht erst nach Zahlung, Offenlegung und einer letzten Wahl fest.
PrimärartikelVeröffentlicht 2026-08-22