Zusammenfassung
- CPP Investments hält nun rund 51 % an atNorth, Equinix rund 34 % und Partners Group rund 10 %; der verbleibende Anteil liegt bei internen Anteilseignern
- atNorth wird seine acht aktiven nordischen Rechenzentren weiterhin unabhängig betreiben, während das Finanzierungspaket zugleich Kapital für die weitere Expansion bereitstellt
Der Sachverhalt
CPP Investments und Equinix teilten am 2. September mit, dass sie die Übernahme des nordischen Rechenzentrumsentwicklers und -betreibers atNorth für 4 Mrd. US-Dollar abgeschlossen haben. CPP Investments hält nun rund 51 % und hat 1,3 Mrd. US-Dollar zugesagt. Equinix hält rund 34 % bei einer Zusage von 895 Mio. US-Dollar, während Partners Group erneut investiert hat und mit einer Zusage von 260 Mio. US-Dollar rund 10 % hält. Die verbleibenden Anteile liegen bei internen Anteilseignern von atNorth, die einen Teil ihrer Beteiligung in die neue Eigentümerstruktur eingebracht haben.
atNorth betreibt acht Rechenzentren in allen fünf nordischen Ländern und entwickelt weitere Standorte in Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark. Hinzu kommen Erweiterungen bestehender Standorte. Das Unternehmen wird unter seiner bisherigen Marke weiterhin unabhängig tätig sein. Die Transaktion umfasst außerdem ein von europäischen und kanadischen Kreditgebern gezeichnetes Finanzierungspaket über 4,1 Mrd. US-Dollar, das die Übernahme finanzieren und Kapital für die weitere Expansion bereitstellen soll.
Einordnung
atNorth wird nicht in das bestehende Rechenzentrumsportfolio von Equinix eingegliedert. Das Unternehmen erklärt, weiterhin unabhängig tätig zu sein. Unmittelbar ändern sich somit die Eigentums- und Finanzierungsverhältnisse der Plattform, nicht jedoch der Betrieb ihrer acht aktiven Standorte. Das Finanzierungspaket über 4,1 Mrd. US-Dollar enthält Kapital für die Expansion, doch die Unternehmen haben nicht mitgeteilt, wie viel davon in einzelne Projekte fließen wird.
Standorte in der Entwicklung benötigen weiterhin Strom, Genehmigungen, Bauleistungen und Kundenzusagen, bevor daraus betriebsbereite Kapazität wird. Equinix erklärt, seine Infrastrukturkompetenz und weltweiten Kundenbeziehungen würden das Wachstum von atNorth unterstützen. Beim Abschluss wurden jedoch weder Kundenübertragungen noch eine Integration von Zusammenschaltungsdiensten oder neue Projektzusagen bekannt gegeben.
Für die Leserinnen und Leser von BTW bedeutet die Transaktion eine stärkere finanzielle Basis für atNorth, ohne dass am Tag des Abschlusses zusätzliche Kapazität entsteht. Ihre Wirkung wird messbar, sobald benannte Projekte Finanzmittel erhalten, die Bauphase durchlaufen und in Betrieb gehen.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten ist, welche Projekte von atNorth Wachstumskapital erhalten und ob das Unternehmen Baubeginne, gesicherte Stromversorgung, Kundenzusagen und Inbetriebnahmetermine meldet. Eine mögliche Nutzung der Kundenbeziehungen oder Zusammenschaltungsdienste von Equinix sollte bewertet werden, sobald konkrete Vereinbarungen offengelegt werden. Neu in Betrieb genommene Megawatt werden den klarsten Beleg dafür liefern, dass der Eigentümerwechsel zu einer physischen Expansion führt.
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