Zusammenfassung
- Comcast fügte im Inland 448.000 Mobilfunkleitungen hinzu; der Mobilfunk-Serviceumsatz stieg um 14,2% auf 1,007 Milliarden Dollar.
- Der private Breitbandbestand sank um 167.000 auf 28,486 Millionen Kunden.
- Der inländische Breitbandumsatz fiel um 5,5% auf 6,280 Milliarden Dollar.
- Das bereinigte EBITDA des privaten Connectivity-&-Platforms-Geschäfts sank um 8,0% auf 6,448 Milliarden Dollar; die Marge fiel von 39,3% auf 37,7%.
- Die Investitionen von Connectivity & Platforms stiegen um 19,9% auf 2,3 Milliarden Dollar.
Konvergenz soll mehrere Dienste in einer Kundenbeziehung bündeln. Für Comcast kann Mobilfunk den Wert der Kabelbeziehung erhöhen, Wechsel erschweren und zusätzlichen Serviceumsatz schaffen. Die 448.000 neuen Mobilfunkleitungen und der Umsatzanstieg auf 1,007 Milliarden Dollar zeigen, dass diese zweite Produktschicht wächst.
Die Mengen sind dennoch nicht direkt vergleichbar. Mobilfunk zählt Leitungen, Breitband zählt Kunden. Ein Haushalt kann mehrere Mobilfunkleitungen besitzen. Deshalb ergibt die Differenz zwischen 448.000 hinzugewonnenen Leitungen und 167.000 verlorenen Breitbandkunden keine sinnvolle Netto-Kundenzahl.
Entscheidend ist, ob Mobilfunk den wirtschaftlichen Wert der Beziehung schneller erhöht, als das Festnetzgeschäft nachgibt.
Der Kern liefert weniger Marge
Der Breitbandverlust verringerte sich gegenüber 201.000 im Vorjahresquartal. Der Bestand schrumpfte trotzdem auf 28,486 Millionen, und der inländische Breitbandumsatz ging um 5,5% auf 6,280 Milliarden Dollar zurück.
Im privaten Connectivity-&-Platforms-Geschäft fiel der Umsatz um 3,6% auf 17,084 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA sank um 8,0% auf 6,448 Milliarden, die Marge von 39,3% auf 37,7%.
Gleichzeitig erhöhte Comcast die konzernweiten Investitionen um 8,3% auf 2,902 Milliarden Dollar. Bei Connectivity & Platforms betrug der Anstieg 19,9% auf 2,3 Milliarden. Eine leistungsfähigere Infrastruktur kann Kunden und dem Mobilfunkbündel nutzen. Sie belastet den Cashflow aber, bevor eine Stabilisierung des Breitbandbestands nachgewiesen ist.
Der operative Cashflow betrug 8,092 Milliarden Dollar. Der von Comcast definierte freie Cashflow stieg um 2,3% auf 4,604 Milliarden, nachdem Investitionen sowie Zahlungen für aktivierte Software und andere immaterielle Werte abgezogen wurden.
Peacock ergänzt das Bündel, hat aber eine andere Kostenbasis
Peacock gewann im Quartal zwei Millionen zahlende Abonnenten hinzu und kam auf 48 Millionen. Der Umsatz stieg von 1,2 auf 1,9 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 290 Millionen Dollar, von minus 101 Millionen auf plus 189 Millionen.
Das ist kein GAAP-Nettogewinn. Inhalte, Sportrechte und Plattformkosten unterscheiden sich von der Kapitalökonomie eines Zugangsnetzes. Ein positives Quartal beweist noch keine dauerhaft selbsttragende Streaming-Rendite.
Der Konzernumsatz lag bei 29,940 Milliarden Dollar und damit 1,2% unter dem berichteten Vorjahreswert. Auf der von Comcast bereitgestellten Pro-forma-Basis, die Änderungen am Konzernumfang berücksichtigt, stieg er um 4,7%. Das bereinigte EBITDA sank berichtet um 13,4% und pro forma um 5,3%.
Auch der Nettogewinn von 3,526 Milliarden Dollar gegenüber 11,123 Milliarden braucht Kontext: Im Vorjahreswert steckte ein Hulu-bezogener Gewinn von 9,4 Milliarden vor Steuern beziehungsweise 7,1 Milliarden netto.
Die Konvergenzstrategie funktioniert erst dann wirtschaftlich, wenn Mobilfunk und Streaming nicht nur Anschlüsse und Abonnenten gewinnen, sondern die fallende Kabelmarge nach Investitionen ersetzen. Die nächsten Belege sind deshalb Breitbandumsatz, Kundenbindung, Investitionen und der Cash-Beitrag der neuen Dienste – nicht die Summe unterschiedlicher Nutzerzähler.

