Zusammenfassung
- RFC 2135 erschien im April 1997 als informatorische Veröffentlichung der bis Juni 1996 geänderten Satzung. Reguläre Organisationen qualifizierten sich durch mindestens 10.000 US-Dollar Jahresbeitrag; bestimmte gemeinnützige oder staatliche Stellen erhielten 50 Prozent Nachlass. Für junge Organisationen gab es befristet eine Kategorie ab 1.000 Dollar.
- Die Wahl stimmberechtigter Trustees wurde den regulären Einzelmitgliedern zugeordnet, für die der Text 35 Dollar nannte. Studierende waren nicht stimmberechtigt; der Präsident gehörte dem Board kraft Amtes ohne Stimme an. Organisationsbeiträge und ein möglicher Beirat waren keine Trustee-Wahlstimmen.
- Gewöhnliche Board-Beschlüsse erforderten nach Beschlussfähigkeit die Mehrheit der Anwesenden. Für bestimmte Strukturentscheidungen galten vier Fünftel der amtierenden Trustees; ein Beschluss ohne Sitzung bedurfte der schriftlichen Zustimmung aller.
Mitgliedschaft war keine einheitliche Stimmwährung
Der Abstand zwischen 10.000 und 35 Dollar sieht zunächst nach einer Hierarchie politischer Macht aus. Die Beträge standen jedoch in verschiedenen Mitgliedschaftsbestimmungen. Ein Unternehmen konnte mit mindestens 10.000 Dollar im jeweiligen Geschäftsjahr reguläres Organisationsmitglied werden; qualifizierte gemeinnützige Einrichtungen und Behörden erhielten einen halben Beitrag. Eine neu gegründete Organisation konnte in ihren ersten drei Jahren für mindestens 1.000 Dollar in die Start-up-Kategorie eintreten, auf die der Nachlass nicht anwendbar war. Für spätere Jahre durfte das Board bestimmte Beiträge anders festsetzen.
Die Wahlregel steht an anderer Stelle der RFC 2135: Nur reguläre Einzelmitglieder waren als Trustees wählbar, und diese Mitglieder wählten die stimmberechtigten Trustees nach Vorkehrungen des Boards. Abgesehen vom Präsidenten, der von Amts wegen ohne Stimme im Board saß, kamen Trustees durch diese Wahl oder durch eine befristete Besetzung frei gewordener Sitze ins Amt. Die Berufung bei Vakanz war kein dauerhaftes Ersatzwahlrecht der zahlenden Organisationen. Ein höherer Beitrag ließ sich aus dem historischen Text nicht in zusätzliche Stimmen umrechnen.
Gründer- und Pionierbezeichnungen markierten besondere Mitgliedschaftsgeschichten. Der Vorsitzende durfte außerdem einen Beirat aus Vertretern der Gründer und regulären Organisationsmitglieder einsetzen. Ein solches Gremium konnte eine Verbindung zum Board schaffen, aber die Satzung sprach ihm nicht die Trustee-Wahl zu. Bei Studierenden ist die gedruckte Beitragsklausel erkennbar lückenhaft; ihre Nichtstimmberechtigung ist ausdrücklich formuliert. Auch die Zahl tatsächlich wählender Einzelmitglieder oder deren Repräsentativität ergibt sich aus keiner dieser Kategorien.
Welche Mehrheit für welchen Eingriff?
Die Geschäfte der Society wurden vom Board geführt; der Präsident legte ihm den Haushalt rechtzeitig vor Beginn des Geschäftsjahres zur Prüfung und Genehmigung vor. Für eine gewöhnliche Sitzung bildete die Mehrheit der amtierenden stimmberechtigten Trustees das Quorum. Bei erreichtem Quorum genügte grundsätzlich die Mehrheit der Anwesenden. Höhere ausdrücklich festgelegte Anforderungen hatten Vorrang.
So verlangten bestimmte Beschlüsse über Größe und Wahl des Boards sowie Nachbesetzungen, die Bildung eines Exekutivausschusses, die Abberufung mancher Amtsträger und Satzungsänderungen vier Fünftel aller amtierenden Trustees. Eine Satzungsänderung musste zudem in der Einladung angekündigt sein. Andere Personalfragen, einschließlich der Abberufung des Präsidenten, hatten eigene Mehrheitsregeln. Wer aus einer einzigen Board-Abstimmung auf das allgemeine Verfahren schließt, verliert den entscheidenden Nenner.
Für einen Beschluss ohne Sitzung war die schriftliche Zustimmung sämtlicher Trustees nötig, nicht bloß die Unterschrift einer beschlussfähigen Gruppe. Board-Handlungen waren unabhängig vom Verfahren in Protokollen festzuhalten und in den Akten der Society aufzubewahren. Die Pflicht zur Protokollierung ist aber kein Beweis, dass ein bestimmtes Protokoll öffentlich oder vollständig ist. Zur Prüfung eines historischen Beschlusses bräuchte man die damals amtierende Mitgliederzahl, Einladung, Anwesenheit oder Zustimmungen, Abstimmung und Niederschrift.
Der RFC-Editor-Eintrag bezeichnet das Dokument als Informational und nicht als Internetstandard. Schon das Abstract verweist für die aktuelle Fassung auf die Society. Die später veröffentlichten ISOC-Statuten haben andere Auswahlwege und Schwellen; sie sind ein Warnschild gegen zeitliche Vermischung, keine Rückwirkung auf 1996. Auch die zeitgenössische RFC 2031 trennte die Zuständigkeit der IETF für Entwicklung und Qualität von Internetstandards von der rechtlichen und organisatorischen Hilfe der ISOC. Die finanzielle Stütze einer Körperschaft beweist keine Weisung über Protokolle.
Der Text zeichnet somit formelle Türen. Ob sie geöffnet wurden, von wem und mit welchem Ergebnis, steht erst in Wahlunterlagen und Beschlussakten.
Quellen
- RFC Editor, RFC 2135, Artikel II, V, VI und VII.
- RFC Editor, RFC 2031, IETF–ISOC-Verhältnis.
- Internet Society, später neu gefasste Satzung, ausschließlich zur zeitlichen Abgrenzung.
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