- Amazon gibt an, Homer City als einen von mehreren Standorten in Pennsylvania zu prüfen, die im Rahmen seines Investitionsplans von 20 Milliarden US-Dollar evaluiert werden
- Das Gaskraftwerksprojekt von Homer City befindet sich im Bau, mit bis zu 4,4 GW geplanter Leistung für mehrere Rechenzentrumskunden und das lokale Stromnetz
Die Fakten
Amazon Web Services führt Gespräche mit Homer City Redevelopment über ein mögliches Rechenzentrumsprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Homer City Generating Station in Indiana County, Pennsylvania. Amazon erklärt, mehrere Standorte im Rahmen der Verpflichtung zu prüfen, mindestens 20 Milliarden US-Dollar in den Bundesstaat zu investieren, und bestätigt keine definitive Vereinbarung für Homer City. Das Unternehmen hat weder eine Rechenzentrumskapazität noch einen Standortplan, eine Investitionssumme oder einen Bauzeitplan für Homer City bekannt gegeben.
Homer City Generation errichtet separat ein Gaskraftwerksprojekt auf dem über 3.200 Acres großen Gelände. Aktuelle Projektunterlagen beschreiben eine Erzeugungsleistung von bis zu 4,4 GW, die mehrere große Rechenzentrumskunden sowie das lokale Netz versorgen soll. Der Projektentwickler gibt an, dass Fundamentarbeiten und der Hochbau im Gange sind und die erste GE-Vernova-Turbine voraussichtlich 2026 eintreffen wird. Diese Meilensteine beziehen sich auf das Kraftwerksprojekt von Homer City, nicht auf einen bestätigten AWS-Campus.
Die Bewertung
AWS bewertet Homer City, obwohl der Bau des Kraftwerksprojekts vor Ort bereits begonnen hat. Die Energieentwicklung kann daher voranschreiten, während AWS entscheidet, ob der Standort für die eigenen Rechenzentrumspläne geeignet ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass Amazon bereits Stromkapazitäten an diesem Standort gesichert hat.
Homer City gibt an, dass die geplante Erzeugung mehrere Rechenzentrumskunden sowie das Netz versorgen soll. Jede AWS-Entwicklung würde dennoch einen definierten Standort, eine Ausbauphase sowie ein Lastprofil benötigen, zusammen mit einer Vereinbarung, die festlegt, wie viel Strom zugeteilt und wie er geliefert wird. Bis dahin bezieht sich die Zahl von 4,4 GW auf das Kraftwerksprojekt von Homer City, nicht auf AWS-Kapazität.
Für BTW-Leser gilt: Die 4,4 GW beziehen sich auf das Kraftwerksprojekt von Homer City, nicht auf AWS. Amazon evaluiert den Standort weiterhin, und es gibt keine Grundlage, einen Teil dieser Erzeugung als gesicherte AWS-Kapazität zu behandeln, solange die Parteien keine definierte Rechenzentrumsphase und Energievereinbarung offenlegen.
Worauf zu achten ist
Eine definitive Vereinbarung wäre der eindeutigste nächste Schritt, insbesondere wenn sie den AWS-Standort, die Last der ersten Phase und die Stromversorgungsvereinbarung benennt. Planungsunterlagen könnten dann den Fußabdruck des Rechenzentrums und die Bauabfolge zeigen, während ein Stromliefervertrag klären würde, wie der Standort versorgt wird und wie viel der Homer-City-Erzeugung an AWS gebunden ist.


