Zusammenfassung

  • Array Digital Infrastructure hat am 1. Juni 2026 den Verkauf von AWS-, Cellular- und PCS-Lizenzen an Verizon für 1,0 Mrd. USD in bar abgeschlossen und am selben Tag eine Sonderdividende von 11,00 USD je Aktie beschlossen; für den Rest des Jahres 2026 sind keine weiteren Dividenden vorgesehen.
  • Die im zweiten Quartal 2026 geschlossenen Spektrumverkäufe brachten 1.167,6 Mio. USD an Erlösen bei einer erwarteten Cash-Steuerlast von rund 250,0 Mio. USD, die überwiegend im dritten Quartal 2026 fällig wird.
  • Verblieben sind 4.456 Türme in 19 Bundesstaaten sowie Spektrum mit einem Buchwert von 1.584,7 Mio. USD, überwiegend C-Band; das Mietgeschäft ruht auf mindestens 2.015 zusätzlichen, Array gehörenden Türmen mit mindestens 15 Jahren Laufzeit und rund 1.800 einzeln kündbaren Übergangsstandorten, deren Erlöse bis Januar 2028 auslaufen.

Mit dem 1. Juni 2026 ist der Verkauf vollzogen, der in früheren Darstellungen noch als anhängig galt: Array Digital Infrastructure erhielt von Verizon 1,0 Mrd. USD in bar für AWS-, Cellular- und PCS-Lizenzen (Pflichtmitteilung vom 1. Juni 2026; Unternehmensmitteilung zum Vollzug). Die zugrunde liegende Lizenzkaufvereinbarung datiert vom 17. Oktober 2024. Am selben Tag erklärte der Verwaltungsrat die Sonderdividende von 11,00 USD je Aktie, zahlbar am 25. Juni 2026 an die am 11. Juni 2026 eingetragenen Aktionäre; weitere Dividenden im Jahr 2026 stellte das Unternehmen nicht in Aussicht.

Vier abgeschlossene Verkäufe, zwei offene Tranchen

Der Verizon-Abschluss ist Teil einer breiteren Verkaufsbilanz. Zum 30. Juni 2026 hatte Array vier Transaktionen vollzogen: Verizon für 1.000,0 Mio. USD (1. Juni 2026), AT&T für 3,45-GHz- und 700-MHz-Lizenzen für 1.018,0 Mio. USD (13. Januar 2026), T-Mobile für 700-MHz-Lizenzen für 74,8 Mio. USD (5. Mai 2026) und T-Mobile für 600-MHz-Lizenzen für 86,4 Mio. USD (12. Mai 2026). Hinzu kamen rund 168 Mio. USD an T-Mobile-Verkäufen, überwiegend 700 und 600 MHz, die im Mai 2026 geschlossen wurden.

Nicht alles ist vollzogen. Zwei am 5. Juni 2026 unterzeichnete Tranchen – 10,2 Mio. USD für 700 MHz und 19,6 Mio. USD für 600 MHz – standen zum Berichtszeitpunkt noch unter dem Vorbehalt der Regulierungsgenehmigung und üblicher Vollzugsbedingungen; beide sollen nach Angaben des Unternehmens im Jahr 2026 schließen.

Was das Quartal an Erlös bringt – und was die Steuer nimmt

Die im zweiten Quartal 2026 geschlossenen Spektrumverkäufe brachten 1.167,6 Mio. USD an Erlösen. Dem steht eine erwartete Cash-Ertragsteuer von rund 250,0 Mio. USD gegenüber, die überwiegend im dritten Quartal 2026 im Rahmen der Steuerumlagevereinbarung mit TDS fällig wird. Im Unternehmen verblieb Spektrum mit einem Buchwert von 1.584,7 Mio. USD, das überwiegend aus C-Band-Lizenzen besteht. Die Kaufpreisanpassung zugunsten von T-Mobile aus dem Mobilfunkverkauf stieg von 20,2 Mio. USD zum 31. Dezember 2025 auf 24,9 Mio. USD zum 30. Juni 2026 (Quartalsbericht zum 30. Juni 2026).

Ein Mietbuch mit zwei Geschwindigkeiten

Der Rahmen für das verbleibende Geschäft stammt aus dem Jahr 2025. Der Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an T-Mobile zum 1. August 2025 brachte eine Gesamtgegenleistung von 4.293,8 Mio. USD – 2.628,8 Mio. USD in bar sowie 1.665,0 Mio. USD von T-Mobile übernommene Schulden. Die Master-Lizenzvereinbarung mit T-Mobile umfasst mindestens 2.015 zusätzliche, Array gehörende Türme zu Konditionen von mindestens 15 Jahren; etwa 600 bestehende T-Mobile-Mitnutzungen wurden ab dem 1. August 2025 ebenfalls auf eine 15-jährige Laufzeit verlängert. Daneben stehen rund 1.800 Übergangsstandorte, die T-Mobile einzeln kündbar für bis zu 30 Monate gemietet hat (Geschäftsbericht 2025).

Diese Zweiteilung ist der Kern der Bewertung. Der Ankervertrag liefert eine lange, planbare Erlösbasis mit einem einzigen Gegenüber; die Übergangsstandorte liefern kurzfristig Erlös, aber ohne Laufzeitgarantie, und T-Mobile entscheidet allein, wann sie enden.

Mieterlöse, Mieterdichte und der DISH-Ausfall

Zum 30. Juni 2026 besaß Array 4.456 Türme in 19 Bundesstaaten. Die Mieterlöse aus dem Turmgeschäft wuchsen im zweiten Quartal 2026 um 95 % gegenüber dem Vorjahr. Die ausgewiesene Mieterdichte lag bei 0,98 nach 0,96 zum 31. März 2026, die Zahl der Mitnutzungen bei 4.362 nach 4.290 – nachdem DISH-Mitnutzungen aus der Kennzahl entfernt worden waren. Im zweiten Quartal 2026 betrugen die Gesamterlöse 54,070 Mio. USD nach 28,529 Mio. USD im Vorjahr, das bereinigte EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten 56,202 Mio. USD nach 35,926 Mio. USD (Ergebnismitteilung zum zweiten Quartal 2026).

Ein Mieter ist bereits ausgefallen. Seit dem ersten Quartal 2026 erkennt Array keine Erlöse von DISH mehr, und im Juni 2026 meldeten DISH Wireless und verbundene Gesellschaften Insolvenz an. Die Übergangsmieten von T-Mobile trugen im zweiten Quartal 2026 6,7 Mio. USD und im ersten Halbjahr 14,9 Mio. USD bei; Array erwartet, dass diese Erlöse sinken, wenn T-Mobile die Übergangsverträge über den 30-monatigen Integrationszeitraum bis Januar 2028 beendet (Ergebnismitteilung).

Der Eigentümer tritt zurück – und drängt auf Monetarisierung

Am 1. September 2026 zog TDS sein unverbindliches Angebot zum Erwerb der noch nicht gehaltenen Array-Aktien zurück. TDS hält nach eigenen Angaben rund 82 % der Anteile, erwartet die Wiederaufnahme eigener Aktienrückkäufe – zum 30. Juni 2026 standen dafür noch rund 523,9 Mio. USD an Ermächtigungen zur Verfügung – und erklärte, beide Gesellschaften wollten ihre Bemühungen zur Monetarisierung des verbleibenden Spektrums von Array kurzfristig verstärken (Mitteilung von TDS vom 1. September 2026).

Die zurückgezogene Transaktion setzte andere Maßstäbe: Sie unterstellte eine Vorabdividende von 10,40 USD je Aktie (rund 900 Mio. USD) und ein Umtauschverhältnis von 0,86 TDS-Aktien je Array-Aktie; für ein Spektrumverkaufsprogramm von 1.177 Mio. USD wurden rund 277 Mio. USD an bedingten Gebühren und Steuern veranschlagt (Anlage zur TDS-Beteiligungsmeldung). Der Verwaltungsrat von Array beschloss am 1. Juni 2026 mit 11,00 USD je Aktie eine höhere Ausschüttung als in dieser Rechnung vorgesehen.

Was jetzt zu beobachten ist

Der Fall reduziert sich auf drei Größen: die Tragfähigkeit des Ankervertrags, das Tempo, mit dem die Übergangserlöse wegfallen, und den Preis, den der C-Band-Bestand in einem Markt mit kleinem Käuferkreis erzielt. Wer die Aktie heute bewertet, bewertet keine Mobilfunkgesellschaft mehr, sondern einen Turmvermieter mit Spektrumreserve und einem einzigen dominierenden Aktionär. Unternehmensprofil und Einordnung finden sich im Verzeichniseintrag zu United States Cellular Corporation.