• Carroll County hat die Genehmigung von Rechenzentren in nicht eingemeindeten Gebieten für 12 Monate ausgesetzt, während es dauerhafte Regeln erarbeitet
  • Fayetteville und Little Rock lassen Projekte weiterhin zu, jedoch unter strengeren Planungs-, Versorgungs- und Betriebsanforderungen

Die Fakten

Die lokalen Regierungen in Arkansas verfolgen unterschiedliche Ansätze bei der Entwicklung von Rechenzentren. Im Juni verabschiedete Carroll County die Notverordnung 2026-17 und führte damit ein zwölfmonatiges Moratorium für Genehmigungen von Industrie- und Digitalinfrastruktur mit erheblichen Auswirkungen in nicht eingemeindeten Gebieten ein. Die Aussetzung gibt dem County Zeit, ein dauerhaftes Genehmigungsverfahren und klarere Regeln für öffentliche Bekanntmachungen zu entwickeln.

Fayetteville hat sich für eine Regulierung statt einer Aussetzung entschieden. Die am 16. Juni verabschiedete Verordnung 7010 macht Rechenzentren im allgemeinen Industriegebiet der Stadt zu einer bedingten Nutzung, sodass Projekte die Genehmigung der Planungskommission benötigen. Antragsteller müssen außerdem Angaben zu Versorgungskapazität, Wasserverbrauch und Strombedarf machen. Little Rock verfolgte einen ähnlichen Ansatz und beschloss am 2. Juni eigene Rechenzentrumsstandards, statt ein Moratorium zu verhängen.

Pulaski County versuchte im Mai, eine einjährige Aussetzung einzuführen, doch die Maßnahme trat nicht in Kraft, nachdem die Bezirksverwaltung das Stimmenverhältnis korrigiert hatte. County-Anwalt Hamilton Kemp hatte zudem infrage gestellt, ob ein Moratorium mit dem Recht des Bundesstaates kollidieren könnte, das lokale Beschränkungen für Rechenzentrumsgenehmigungen begrenzt.

Die Einschätzung

Das Genehmigungsverfahren unterscheidet sich inzwischen je nach Gebietskörperschaft. In Carroll County können erfasste Projekte während des Moratoriums nicht vorankommen. Fayetteville nimmt weiterhin Anträge an, behandelt Rechenzentren aber als bedingte Nutzungen, die von der Planungskommission geprüft werden müssen. Little Rock hat sich ebenfalls dafür entschieden, neue Projekte zu regulieren, statt sie vollständig auszusetzen.

Für Projektentwickler umfasst die Standortwahl in Arkansas inzwischen mehr als die Suche nach Grundstücken und Strom. Sie müssen außerdem prüfen, ob die lokale Behörde Anträge annimmt und welche Angaben sie zu Versorgung und Standortauswirkungen verlangt. Pulaski County sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Das gescheiterte Moratorium zeigte, dass lokale Regierungen möglicherweise nicht die uneingeschränkte Freiheit haben, die Entwicklung von Rechenzentren auszusetzen; die Grenzen ihrer Zuständigkeit bleiben damit ungeklärt.

Für Leserinnen und Leser von BTW ist Arkansas kein einheitliches Genehmigungsumfeld mehr. Ein Projekt kann in einer Gebietskörperschaft vorübergehend blockiert, in einer anderen jedoch unter zusätzlichen Auflagen zugelassen sein. Diese Unterschiede können beeinflussen, wie Entwickler beurteilen, ob ein Standort bereit ist, und wie sie die Arbeiten planen, die vor Baubeginn erforderlich sind.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten sind die dauerhaften Regeln, die Carroll County während seiner zwölfmonatigen Aussetzung erarbeitet, sowie die ersten Rechenzentrumsanträge, die unter dem Rahmen für bedingte Nutzungen in Fayetteville geprüft werden. Auch ein Gerichtsurteil oder ein Gesetz des Bundesstaates, das klärt, wie weit Städte und Counties Rechenzentrumsgenehmigungen einschränken dürfen, würde sich darauf auswirken, ob die lokalen Genehmigungswege in Arkansas unterschiedlich bleiben oder beginnen, sich anzugleichen.