- Apple erwartet für das laufende Quartal ein Umsatzwachstum von 9–11 %, unterhalb der Wall-Street-Schätzung von etwa 12 %, da Komponentenknappheit die Produktion einschränkt
- Die KI-Rechenzentrumsnachfrage beeinflusst die Halbleiterproduktionsprioritäten und verringert die Lieferflexibilität für Gerätehersteller
Die Fakten
Apple-Aktien fielen am Freitag um 7,4 %, nachdem der iPhone-Hersteller eine schwächer als erwartete Umsatzprognose abgab und warnte, dass sich die Komponentenknappheit verschärfen werde. Apple erwartet für das laufende Quartal ein Umsatzwachstum von 9–11 % und liegt damit unter der Wall-Street-Schätzung von etwa 12 %. CEO Tim Cook sagte, dass die Engpässe bei fortschrittlichen Prozessoren erheblich sein und die Lieferung von iPhones, Macs und iPads einschränken würden.
Die Warnung erfolgte nach einem starken dritten Geschäftsquartal. Apple meldete einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr, während der iPhone-Umsatz um 22 % auf 54,3 Milliarden US-Dollar stieg. Allerdings blieb der Umsatz mit Dienstleistungen hinter den Markterwartungen zurück, und höhere Komponentenkosten belasten die Margen. Apple führt die steigenden Speicher- und Storage-Preise auf die Nachfrage durch expandierende KI-Rechenzentren zurück und hat bereits die Preise für einige Macs und iPads erhöht.
Die Bewertung
Apple hat es mit zwei unterschiedlichen Lieferproblemen zu tun. Das erste sind die Kosten: Die starke Servernachfrage verleitet Speicherhersteller dazu, margenstärkere Rechenzentrumsprodukte zu priorisieren, was zu höheren Preisen für Speicher und Storage in Verbrauchergeräten beiträgt. Das zweite ist die Verfügbarkeit: Apple gibt an, dass die begrenzte Kapazität für fortschrittliche Prozessoren die Produktion einschränkt. Die vorliegenden Belege belegen nicht, dass die Rechenzentrumsnachfrage die Prozessorenknappheit verursacht hat, daher sollten die beiden Engpässe nicht als ein Problem betrachtet werden.
Apple kann höhere Speicherkosten teilweise durch Lagerbestände und Produktpreisgestaltung auffangen, doch diese Maßnahmen schaffen keine zusätzlichen Komponenten. Preiserhöhungen können die Margen schützen, während Lagerbestände eine Knappheit nur überbrücken können, bis die vorhandenen Vorräte aufgebraucht sind. Bleibt die Prozessorversorgung eingeschränkt, könnte Apple unabhängig von der Preisgestaltung nicht genügend Geräte produzieren, um die Nachfrage zu decken.
Für BTW-Leser zeigt Apples Warnung, wie Infrastrukturausgaben sowohl durch die Lieferantenökonomie als auch durch physische Kapazität nachgelagerte Elektronik beeinflussen können. Die angemessene kommerzielle Reaktion hängt davon ab, ob ein Engpass die Kosten erhöht oder die Produktion verhindert.
Worauf zu achten ist
Achten Sie auf weitere Preiserhöhungen bei Apple, längere Produktlieferzeiten oder schwächere Bruttomargen im laufenden Quartal. Die Prognosen der Speicherhersteller sollten zeigen, ob Rechenzentrumsprodukte weiterhin Priorität erhalten, während Foundry-Updates darauf hindeuten, ob sich Apples separater Engpass bei fortschrittlichen Prozessoren zu entspannen beginnt.
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