Zusammenfassung

  • Bharti Airtel erzielte im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 einen konsolidierten Umsatz von 210.973 crore Rupien, 22,0 % mehr als im Vorjahr, und ein EBITDA von 121.268 crore Rupien bei 57,5 % Marge.
  • Der operative freie Cashflow – EBITDAaL minus Investitionen – erreichte 604.242 Millionen Rupien und damit nach Unternehmensangaben einen Höchstwert; die Nettoverschuldung ohne Leasingverbindlichkeiten sank um 34 % auf 910.485 Millionen Rupien.
  • Der indische Mobilfunkumsatz wuchs im vierten Quartal nur um rund 0,1 % gegenüber dem Vorquartal, während der ARPU auf 257 Rupien stieg.
  • Offen bleiben die Berufung der Telekommunikationsbehörde im Streit um rückwirkende Spektrumsforderungen und die Frage, welche Bezugsgröße die im Call genannten Cashflow-Zahlen des Managements haben.

Woher das Geld kam

Bharti Airtel hat im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 konsolidiert 210.973 crore Rupien umgesetzt (crore = 10 Millionen Rupien), 22,0 % mehr als im Vorjahr, und ein EBITDA von 121.268 crore Rupien bei einer Marge von 57,5 % erzielt – 300 Basispunkte über dem Vorjahr. Auf Indien entfielen 155.066 crore Rupien Umsatz (+17,5 %) und 93.197 crore Rupien EBITDA bei 60,1 % Marge. Der Vorstand empfahl eine Schlussdividende von 24 Rupien je voll eingezahlter Aktie und 6 Rupien je teilweise eingezahlter Aktie, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre (Presseerklärung zum Q4 FY26).

Der operative freie Cashflow – EBITDAaL minus Investitionen – belief sich auf 604.242 Millionen Rupien und damit auf einen vom Unternehmen als Höchstwert bezeichneten Wert. Die Nettoverschuldung ohne Leasingverbindlichkeiten sank zum Bilanzstichtag auf 910.485 Millionen Rupien nach 1.385.086 Millionen Rupien ein Jahr zuvor (−34 %); einschließlich Leasing ging sie von 2.038.384 Millionen auf 1.647.888 Millionen Rupien zurück. Die annualisierte Kennzahl Nettoverschuldung zu EBITDA verbesserte sich ohne Leasing auf 0,79x nach 1,42x und einschließlich Leasing auf 1,29x nach 1,86x (IR-Paket zum Q4 FY26).

Der Mobilfunkkern wächst kaum noch

Im indischen Mobilfunk stieg der ARPU im vierten Quartal auf 257 Rupien nach 245 Rupien im Vorjahresquartal. Der Mobilfunkumsatz in Indien wuchs zugleich nur um etwa 0,1 % gegenüber dem Vorquartal und blieb damit unter der von Marktbeobachtern erwarteten Spanne von 0,7 % bis 1 % (CNBC-TV18 zur Q4-FY26-Berichterstattung). Die Zahl der Smartphone-Datennutzer erreichte 296,8 Millionen, 20,0 Millionen mehr als ein Jahr zuvor, das Datenvolumen wuchs um 32,8 % auf 26.688 Petabyte; die konsolidierten Investitionen lagen bei 47.522 crore Rupien, die indischen bei 39.654 crore Rupien einschließlich passiver Infrastruktur (Quartalshighlights zum Q4 FY26).

Für die Bewertung zählt damit vor allem, ob der Umsatz je Nutzer ohne weitere Tarifmaßnahmen steigt – oder ob die Entschuldung aus einem Kern finanziert wird, der selbst kaum wächst.

Was gemeldet und was gesagt wurde

In der Telefonkonferenz zum Quartal nannte das Management den operativen freien Cashflow „a solid Rs 41,500 crore plus“ und sagte, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDAaL „now stands at 1.1“. Beide Angaben nutzen Bezugsgrößen, die das Unternehmen nicht definierte und die mit den berichteten 604.242 Millionen Rupien und den ausgewiesenen Quoten nicht unmittelbar vergleichbar sind. Im selben Gespräch bezifferte das Management die indischen Investitionen ohne passive Infrastruktur mit rund 31.000 crore Rupien und beschrieb die Kapitalallokation in der Reihenfolge Kerngeschäft, Entschuldung, angrenzende Felder wie Rechenzentren, Finanzdienstleistungen und Cloud; der Vorstand genehmigte zudem einen Aktientausch zum Erwerb von weiteren 16,3 % an Airtel Africa (Transkript der Telefonkonferenz zum Q4 FY26).

Die veröffentlichten Dokumente sind dabei nicht vollständig konsistent. Die Zusammenfassung des Geschäftsberichts FY26 nennt Umsatzerlöse von 1.214.927 Millionen Rupien und eine Nettoverschuldung von 1.307.916 Millionen Rupien und führt an unterschiedlichen Stellen 1,3x und 0,6x zum Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDAaL; die Basis dieser Angaben ließ sich nicht klären, und keine von ihnen wird hier als einheitliche Reihe dargestellt (Geschäftsbericht FY26). Auch die FY25-Vergleichszahlen im Q4-FY26-Paket weichen von der FY25-Mitteilung des Unternehmens ab, was in den Quellen auf einen unterschiedlichen Konsolidierungskreis zurückgeführt wird; eine belastbare Überleitung war nicht feststellbar.

Spektrum und bedingte Posten

Im März 2025 zahlte Bharti Airtel 5.985 crore Rupien auf Verbindlichkeiten aus den Spektrumsauktionen von 2024 vorab und tilgte damit kumuliert 66.665 crore Rupien; nach Unternehmensangaben wurden dadurch 116.405 crore Rupien künftiger Raten etwa sieben Jahre vor der durchschnittlichen Restlaufzeit fällig gestellt. Die verbleibenden Spektrumsverbindlichkeiten ohne AGR-Forderungen lagen danach bei rund 52.000 crore Rupien zu einem durchschnittlichen Zinssatz von rund 7,22 %, zahlbar in jährlichen Raten bis FY2042 (Airtel-Presseerklärung vom März 2025).

Die testierte Kapitalflussrechnung für FY26 zeigt zugleich, dass Zahlungen an das Telekommunikationsministerium Vorauszahlungen, Raten und Zinsen aus den Auktionen von 2012, 2015, 2016, 2021, 2022 und 2024 umfassen. Der Spektrumsabfluss ist damit über mehrere Auktionsjahrgänge verzahnt und lässt sich nicht auf ein einzelnes Jahr verkürzen (Testierte Ergebnisse FY26).

Ein Beschluss des Bombay High Court vom 8. Juni 2026, der rückwirkende Forderungen aus dem einmaligen Spektrumsentgelt (one-time spectrum charge) aufhob, gilt weiter, nachdem der Supreme Court eine Aussetzung ablehnte und die Berufung des Ministeriums zur Entscheidung annahm; der Streit ist damit nicht abschließend geklärt. Nach der Berichterstattung beziffert die Regierung das Bankgarantie-Element auf rund 3.300 crore Rupien, Airtel schätzte seine Entlastung in einer Börsenmitteilung auf rund 8.414 crore Rupien, und der Geschäftsbericht FY26 verzeichnet kumulierte Zinsen von rund 12.137 crore Rupien bis März 2026 – drei unterschiedliche Bezugsgrößen, die nicht vergleichbar sind (Voice&Data zum Supreme-Court-Beschluss).

Die Vorjahresbasis

Für FY25 hatte der Konzern 172.985 crore Rupien Umsatz und 94.249 crore Rupien EBITDA bei 54,5 % Marge ausgewiesen, bei konsolidierten Investitionen von 38.912 crore Rupien und indischen Investitionen von 33.242 crore Rupien; die Schlussdividende lag bei 16 Rupien je voll eingezahlter Aktie (Presseerklärung zum Q4 FY25). Als externe Einordnung dieser Vergleichsbasis dient die Analystenstudie von JM Financial zu Bharti für das vierte Quartal von FY25 (JM Financial, Bharti 4QFY25).

Was zu beobachten ist

  • Der indische Mobilfunkumsatz: Bleibt das Quartalswachstum von rund 0,1 % ein Ausreißer, oder beginnt eine Stagnation, die nur mit einer weiteren Tarifreparatur zu lösen wäre?
  • Der ARPU-Pfad: 257 Rupien sind das Ergebnis früherer Tarifanhebungen; ob die Marke trägt, zeigt sich erst, wenn der nächste Preisschritt ausbleibt.
  • Die Investitionsbasis: Ob sich das Management dauerhaft auf rund 31.000 crore Rupien für Indien ohne passive Infrastruktur festlegt, entscheidet, wie viel vom operativen Cashflow frei bleibt.
  • Der Spektrumsstreit: Solange die Berufung anhängig ist, bleibt jede Entlastung bedingt statt bilanziert.
  • Der afrikanische Baustein: Ob der genehmigte Aktientausch über 16,3 % an Airtel Africa vollzogen wird, verändert Konsolidierung und Minderheitenanteile.

Hintergrund zum Unternehmen: Bharti Airtel Limited im BTW-Verzeichnis.